„Die Versorgung unserer Stadt mit alternativer erneuerbarer Energie in den kommenden Jahren sicher zu stellen ist uns ein Anliegen.
Wir wollen alle Möglichkeiten ausloten, wollen uns mit der Besichtigung der Hackschnitzelheizung des Ensdorfer Klosters intensiv informieren“ betonte Schnaittenbachs SPD-Ortsvereinsvorsitzender Gerald Dagner.
„Das Kloster Ensdorf verbrauchte pro Jahr etwa 100000 Liter Heizöl für die gesamte Liegenschaft, die nun durch etwa 1400 Kubikmeter Hackschnitzel ersetzt werden“ erläuterte der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach Uli Hausmann vor Ort den Schnaittenbacher Sozialdemokraten.
Eine Machbarkeitsstudie der FH Amberg-Weiden, Partnersuche und Angebotseinholung seien der Weg gewesen der zur Forstbetriebsgemeinschaft, die sich einen versierten Heizungsbauer ins Boot holte, geführt habe „. . . und so bleibt die Wirtschaftskraft in der Region, bei unseren Bauern.
Früher haben die Scheichs abgesahnt.“ So wurde Anlage geplant, durch die FBG erstellt, fuhr Hausmann fort, „und in einem Kontraktingmodell wird die Wärme ab Zähler abgerechnet.“ Innerhalb acht Wochen sei die Anlage nach Spatenstich im Sep-tember 2004 erstellt und im November des gleichen Jahres ans Netz gegangen. „Langfristig gesehen ist mit diesem Modell das Kloster sehr gut gefahren“ ist Hausmann überzeugt, denn es sei weder an den Gas- oder Ölpreis gekoppelt sondern beinhalte eine jährliche Steigerung nach dem Lebenshaltungsindex. Aus der Anlage selbst werde kein Gewinn gezogen, fuhr er fort, jedoch hätten die Waldbesitzer eine sichere Abnahme ihrer Resthölzer, der Gipfel und minderwertigen Hölzer.
Die Forstbetriebsgemeinschaft sei ein Zusammenschluss von etwa 1600 Waldbesitzern aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach mit rund 20000 Hektar Wald – „und da wächst jeden Zag Holz nach.“ Hier sehe er ein enormes Potential um Hackschnitzelanlagen zu betreiben und zu beliefern. Hausmann betonte:
„Wir bezahlen unseren Waldbauern für Hackschnitzel Preise, die bayernweit nirgendwo erhalten – dazu stehe ich.“ Die Waldbesitzer schredderten das Restholz mit eigenen Geräten oder meist über Maschinenringe, erläuterte der FBG-Geschäftsführer auf MdL Reinhold Strobls Anfrage. „Kurze Wege, die Menge an CO2, die bei der Verbrennung freigesetzt wird, entspricht genau der Menge, die beim Wachstum der Hölzer in diese eingebunden wurde – die Ökobilanz stimmt“ berechnete Kreisrat Rudolf Bergmann. Teile des Klosters im Gemeindebesitz, Rathaus, Ärztehaus und Klosterdruckerei würden noch an die Hackschnitzelanlage des Klosters angeschlossen, so Ensdorfs SPD-Ortsvereinsvorsitzender Werner Scharl, „… der Wärmeverlust der Leitungen ist gering.“ Ein super Sache, so kann es sich Schnaittenbachs SPD-Energiebeauftragter Matthias Kick vorstellen, könnten solche Anlagen „für Schnaittenbach, ja für unseren ganzen Kaolinpott sein.“ Durch den geringen Wärmeverlust der Leitungen sei ein Standort auch dezentral vorstellbar.
Zum Bild:
Vor dem Hackschnitzelbunker des Klosters Ensdorf verfolgten die Schnaittenbacher Sozialdemokraten mit MdL Reinhold Strobl (Dritter von rechts), Ortsvorsitzendem Gerald Dagner und Kreisrat Rudolf Bergmann (von links) die Ausführungen von FBG-Geschäftsführer Uli Hausmann (Vierter von rechts).