Informationsfahrt der SPD-Landtagsfraktion auf Anregung von MdL Reinhold Strobl
„Energiepolitik ist nicht nur ein Thema für die große Politik, sondern vor allem auch für die Kommunen. Für die Bürger ist die Versorgung mit preiswertem Strom und Wärme, mehr Energieeinsparung und höhere Energieeffizienz unmittelbar im Geldbeutel spürbar.“ Immer mehr Städte und Gemeinden würden deshalb Ausschau nach erneuerbaren Energiequellen und maßgeschneiderten Energiekonzepten halten, die sie von den großen Energiekonzernen in Zukunft unabhängig machen.
„Energieautarkie“ heißt das Zauberwort. Deshalb hat die SPD-Landtagsfraktion auf Anregung von MdL Reinhold Strobl kürzlich Kommunalpolitiker aus ganz Bayern zu einer gemeinsamen Informationsfahrt in das österreichische Städtchen Güssing im Burgenland eingeladen, das in ganz Mitteleuropa als Vorreiter und Vorbild einer „Energieautarken Gemeinde“ gilt.
Beeindruckt zeigte sich Strobl von der Vielzahl verschiedener Komponenten und Demonstrationsanlagen, die geschickt miteinander kombiniert werden können und damit den Bedarf an Strom, Wärme und Treibstoff gleichermaßen decken. Bestechend dabei sind die Kombinationen zur Kraft-Wärme-Koppelung, die nicht nur Strom erzeugen, sondern über Fern- und Nahwärme auch Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Betriebe mit Wärme bedienen.
Nach Besichtigung der Güssinger Anlagen, darunter ein Biomassekraftwerk, einer Biogasanlage und eines Fernwärmekomplexes und Gesprächen mit vielen kommunalpolitischen Praktikern kehrten die bayerischen Kommunalpolitiker mit einer Fülle neuer Anregungen zurück: Strobl: „Güssing hat uns gezeigt: Eine bürgerfreundliche, nachhaltige und von Großkonzernen unabhängige Energieversorgung ist machbar. Vor allem zeigt uns die Region Güssing mit rund 27 000 Einwohnern, dass dieses Modell viele weitere Vorteile bringt: Es werden nicht nur die nachwachsenden Rohstoffe aus der Region genutzt, sondern auch direkt am Ort zu Strom, Wärme und Treibstoff veredelt."
Der Erfolg lässt sich übrigens sehen: Immerhin bleiben jedes Jahr mehr 13 Millionen Euro in der Region, die sonst in irgendwelchen Konzernzentralen landen. Insgesamt haben die Anstrengungen von Güssing auf Energieautarkie weitere positive Effekte: In den letzten 20 Jahren haben sich 50 neue Betriebe angesiedelt, es sind 1500 neue Arbeitsplätze entstanden. Die SPD-Landtagsfraktion will nun für die Unterstützung der Kommunen auf dem Weg zur Energieautarke sorgen. So sollen im Nachtragshaushalt 2010 nach den Vorstellungen der SPD 5 Millionen Euro eingestellt werden, um die Städte, Landkreise und Gemeinden bei der Erstellung „maßgeschneiderter“ Konzepte zu unterstützen – zusätzlich zur ebenfalls verlangten Forderung nach staatlicher Unterstützung der Energieagenturen und Energieprojektmanager.
Zusammenfassend stellt MdL Reinhold Strobl nach seinem Besuch in Güssing fest: „Das Beispiel Güssing bestätigt die vielfältigen Einsatzchancen und Kombinationsmöglichkeiten für erneuerbare Energien. Die Kommunen können selbst maßgeschneiderte Lösungen gestalten und die Gewinne bleiben in der Region. Wenn wir in unserer Region wirklich energieautark werden wollen, müssen wir mehr als bisher tun, um hier vorwärts zu kommen.“