Drei neue Projekte hat die Landesarbeitsgemeinschaft Bayern Entwicklungshilfe Mali e.V. (LAG) in diesem Jahr gestartet. Zwei davon unterstützen den intensiven Gartenbau für insgesamt 160 Frauen und Männer mit ihren Familien. Mit einfachen Mitteln und nach bewährten Methoden können so vor Ort die Ernährung der Menschen besser gesichert und Einkünfte geschaffen werden.
Der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD), der gleichzeitig zweiter Vorsitzender der LAG Mali e.v. ist, freut sich, dass er dieses Jahr ganz persönlich dazu beitragen konnte, die Situation der Menschen in Mali verbessern zu helfen. Anlässlich seines 60igsten Geburtstages bat er seine Gäste anstelle von Geschenken für die LAG Mali Hilfe zu spenden. 1525 Euro kamen so zusammen, mit denen nun ein neuer Brunnen gebaut werden kann. Dieser Brunnen in einem Gemüsegarten hilft, die Situation der Frauen zu erleichtern, welche damit das Wasser zum Bewässern nicht mehr über weite Entfernungen schleppen müssen.
Besonders das nachfolgende Projekt liegt Strobl besonders am Herzen. Gemeinsam mit Adolf Schatz (Sulzbach-Rosenberg), der ebenfalls dem Vorstand der LAG Mali angehört, freut sich Strobl, dass die erfolgreiche Kampagne gegen die Mädchenbeschneidung in dem Dorf Dioila auf fünf weitere Dörfer ausgedehnt werden kann. „Jedes Mädchen, dem diese Verstümmelung erspart bleibt, zählt! Nicht nur wegen der fatalen gesundheitlichen und psychischen Folgen. Es geht auch darum, sich für die Grundrechte von Kindern einzusetzen“, so Strobl.
Es gibt große regionale Unterschiede in der Verbreitung der Mädchenbeschneidung. Mali ist ein Vielvölkerstaat mit mehr als 20 verschiedenen Völkern. Es gibt Völker, die nicht beschneiden und solche, bei denen die Beschneidungsrate bei über 97 % liegt. „Stadtluft“ macht nicht frei von Beschneidung, wie die Zahlen belegen. In der Kleinstadt Diolia in der Region Koulikoro, in deren Umgebung die LAG Mali eine Kampagne unterstützt, sind 99% der Frauen beschnitten. Zugleich ist dort die Rate der Mütter- und Säuglingssterblichkeit im Vergleich zu anderen Städten deutlich erhöht.
Verbote genügen nicht
Verbote und Gesetze gegen die Beschneidung wie im Nachbarland Burkina Faso gibt es in Mali bisher nicht. Die Erfahrungen der letzen Jahre zeigen, dass heimliche und „grenzüberschreitende Beschneidungen“ sich häufen. Vielmehr gilt es, die Menschen zu überzeugen, diese kulturelle Praxis zu beenden.
Aufklärung und Information
Zusammen mit der Partnerorganisation ASOMPT in Diolia setzt das Projekt der LAG Mali e.V. mit seiner Arbeit auf Aufklärung, vor allem über die gesundheitlichen Folgen. Und das Projekt setzt auf Aufklärung der gesamten Dorfbevölkerung. In einem ersten Schritt geht es darum, die Bevölkerung über die gesundheitlichen Folgen der Beschneidung aufzuklären. Angesprochen werden Frauen und Männer – denn Beschneidung ist auch Männersache. Tag für Tag fährt ein speziell geschultes Team in die Dörfer und diskutiert in intensiven Hausgesprächen mit den Menschen über dieses sensible Thema. Immer noch gelten „Unbeschnittene“ als nicht heiratsfähig oder als Mädchen mit lockerer Moral. Diese sozialen und religiösen Vorstellungen zu hinterfragen und aufzulösen ist ein langwieriger Weg. Weitere Informationen über die LAG Mali finden Interessierte unter www.lag-malihilfe.de und unter www.reinhold-strobl.de
Bild:
Die regionalen Unterschiede bei der Mädchenbeschneidung sind sehr groß. Um hier den Frauen helfen zu können, ist viel Überzeugungsarbeit notwendig.
Reinhold Strobl, MdL (SPD)
Birkenweg 33
92253 Schnaittenbach
Tel. 09622 - 70 36 36
Fax: 09622 - 70 36 35
Internet: www.reinhold-strobl.de
Falls Sie keine Informationen mehr empfangen möchten, bitte eine kurze Nachricht an reinhold.strobl@bayernspd-landtag.de