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SPD will Ganzjahresbad in Neumarkt realisieren

Veröffentlicht am 10.02.2011 in Kreistagsfraktion

Die Stadt- und Kreisräte der SPD wollen die möglichst rasche Realisierung des Projekts „Ganzjahresbad Neumarkt“ für die Bevölkerung in Stadt und Landkreis und damit die Lebensqualität sowie Attraktivität der Region steigern. Hierzu ist die Übernahme des landkreiseigenen Hallenbads durch die Stadt erforderlich und bislang konnten sich die politischen Gremien nicht über die Modalitäten des Besitzübergangs einigen.

Die SPD-Kreistagsfraktion hatte ein Sanierungsgutachten für das Hallenbad gefordert, das inzwischen vorliegt und den SPD-Mandatsträgern von Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee im Rathaus der Stadt erläutert wurde.

Der Stadtbaumeister bezifferte den im Gutachten ermittelten Sanierungsbedarf des Hallenbads auf 6,3 Millionen Euro. Da der Zeitwert mit Sanierungsvolumen weit über dem Neubauwert in Höhe von 8,4 Millionen Euro liege, sei auch nur der Neubau sinnvoll und vertretbar. Die Stadt Neumarkt wolle ein Ganzjahresbad mit Saunalandschaft errichten, wobei sich das Investitionsvolumen in einer Größenordnung von rund 20 Millionen Euro bewegen dürfte. Die Vorstellungen von Stadt und Landkreis lägen derzeit noch weit auseinander, so dass hinsichtlich der Frage der Übernahme des Hallenbads eine Einigung nicht absehbar sei. Für weitere Planungen – so Müller-Tribbensee - müsse in einem ersten Schritt geklärt werden, ob die Stadt das Hallenbad des Landkreises an der Knabenrealschule erwerben könne, um weitere Planungen über einen Architektenwettbewerb vorantreiben zu können.

Der Landkreis müsse für den Schwimmunterricht an den weiterführenden Schulen ein Hallenbad vorhalten. Diese Aufgabe könne aber durch ein Ganzjahresbad im Betrieb der Stadt Neumarkt gewährleistet werden. Die Nutzung des Bads durch die Schulen des Landkreises müsse dann an die Stadt bzw. die Stadtwerke als Betreiber vergütet werden.

Nach eingehender Diskussion der Thematik stellten die Kreisräte klar, dass sie die Interessen des Landkreises zu vertreten hätten, gleichwohl aber eine faire Lösung zwischen den beiden Gebietskörperschaften anstreben. Der Landkreis habe durch den Betrieb des Hallenbads Neumarkt ein jährliches Betriebskostendefizit in Höhe von rund 250.000 Euro zu tragen und in den kommenden Jahren komme unabwendbar ein Gesamtsanierungsaufwand in der Größenordnung von 6,3 Millionen Euro auf den Kreishaushalt zu. Daher wäre es aus Sicht des Landkreises ökonomisch sinnvoll und vertretbar, das Hallenbad als beträchtlichen Kostenfaktor an die Stadt abzugeben und einen Ausgleich für wegfallende Defizite in der Zukunft zu leisten. Bislang sind dafür 1,25 Millionen Euro zugesagt. Die Positionen seien auch keineswegs unüberbrückbar, sondern man müsse jetzt in vernünftigen Gesprächen die für beide Seiten akzeptable Kompromisslinie finden, meinte Fraktionsvorsitzender Helmut Himmler.

Bei gutem Willen könne es nur Gewinner geben: die Stadt steigere ihre Attraktivität durch eine neue Freizeit- und Sporteinrichtung, der Landkreis schaffe sich einen erheblichen Kostenfaktor vom Hals und für die Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Landkreis könne die Lebensqualität gesteigert werden. Die Entscheidungen sollten nach Auffassung der SPD-Mandatsträger jetzt und unabhängig von der anstehenden OB-Wahl getroffen werden. Die Bürgerinnen und Bürger hätten gewiss keinerlei Verständnis für weitere Verzögerungen und Blockaden wegen „wenig ersprießlicher parteipolitischer Spielchen“.

 

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