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Freizeitideen für das Buchberggebiet

Veröffentlicht am 24.02.2011 in Allgemein

Freizeit-Ideen für das Buchberggebiet
Konzept – Erster Entwurf

Vorwort
„Am Anfang einer großen Sache steht immer eine Vision“, den Schlusssatz aus dem gemeinsamen Leitbild der drei Nachbargemeinden Freudenberg, Hirschau und Schnaittenbach haben wir – einige engagierte Menschen aus diesen Kommunen – im Februar 2011 aufgegriffen. Wenige Tage zuvor hatte der Bayerische Zukunftsrat, das wichtigste Beratergremium der Bayerischen Staatsregierung, seinen Jahresbericht 2010 vorgestellt und empfohlen, die ländlichen Regionen Bayerns von der Entwicklung abzukoppeln. Staatliche Gelder sollten vielmehr in die prosperierenden Ballungszentren fließen. Gleichzeitig sieht sich gerade die Oberpfalz mit massiven Auswirkungen von Abwanderung und demografischem Wandel konfrontiert. Die Folgen werden gravierend sein und zeichnen sich bereits ab: Von der Schließung bedrohte Schulen, aufgegebene Läden, leerstehende Häuser, sich auflösende Vereine.

Längst ist klar: Wir dürfen nicht darauf warten, dass uns geholfen wird - wir müssen uns selbst helfen. Die Zukunftsfähigkeit einer Gemeinde fernab der „Leistungszentren“ wird sich daran messen, inwieweit sie in der Lage ist, eigene Ressourcen zu aktivieren und kreative Projekte zuzulassen. Die Gedanken, die im Leitbild der drei Gemeinden formuliert wurden, sind deswegen aktueller denn je. Anknüpfend an die vielfältigen Ideen, die darin genannt sind, wollen wir ein konkretes Konzept entwickeln, wie unsere Heimat ein Stück lebens- und liebenswerter gemacht werden kann - für uns Einheimische genauso wie für Gäste.

Idee Aussichtsturm

Unter dem Stichwort „Naherholung und Tagestourismus“ heißt es unter anderem:

„In den Blickpunk rückt auch immer wieder das bestehende Langlaufzentrum beim Rotbühl-Sender. Von einem ,Naabgebirgsturm’ etwa hätte man genau am Schnittpunkt der Gemeinden Freudenberg, Hirschau und Schnaittenbach einen atemberaubenden Rundblick von der Fränkischen Alb über den Kaiserwald in Böhmen bis zum Arber, dem König des Bayerischen Waldes.“

Die Idee von einem Aussichtsturm auf den Höhen von Rotbühl (673 Meter) und Buchberg (668 Meter) fasziniert die Freunde dieses Gebietes schon seit Jahrzehnten. Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg gab es Pläne, ein solches Bauwerk zu errichten. Alte Planskizzen vermitteln einen recht realistischen Eindruck davon, welche Visionen schon unsere Vorfahren hatten. Sogar Postkarten wurden damals für das Vorhaben gedruckt. Das Motiv zeigt deutlich, dass man bereits in der Vergangenheit auf interkommunale Zusammenarbeit setzte: Die Wappen der umliegenden Städte und Gemeinden umkränzen den Turm, so wie ihn sich die Planer damals vorstellten. Vielleicht sollten wir das als Hinweis darauf verstanden wissen, wie wir auch heute an die Sache herangehen können – möglichst viele einbinden, von Amberg über Weiden bis Nabburg und Pfreimd.

Sehr günstig wäre es für das Projekt, wenn mehr über diese alte Planskizze in Erfahrung gebracht werden könnte. Vielleicht kann an die Überlegungen von damals angeknüpft werden. Irgendwo müssen diese Gedankenspiele noch in einer Schublade schlummern. Das Wiederauffinden der alten Pläne könnte sogar zu einer Art Initialzündung werden.

Der Standort bietet sich nach wie vor an, handelt es sich dabei doch um die höchsten Erhebungen der Mittleren Oberpfalz. Die Bergeshöhen zwischen den drei Nachbargemeinden Freudenberg, Hirschau und Schnaittenbach betrachten Geologen sogar als eigenständigen Gebirgszug. Sie sprechen vom Naabgebirge, einer
uralten Granit- und Gneisaufschichtung, die vor etwa 300 Millionen Jahren entstanden ist. Nähere Informationen hier:

http://www.geotouren-as.de/Karten_slide_Effekt/hammermuehle.pdf

Einen Aussichtsturm auf Rotbühl oder Buchberg sehen wir nicht als Konkurrenz zu den bereits bestehenden Türmen in Massenricht oder auf dem Kulm bei Nabburg. Jeder dieser Türme hat seinen eigenen Reiz. Vorteil unseres „Naabgebirgsturm“ könnte seine Einbindung in ein touristisches Gesamtkonzept sein.

Teil eines Netzwerkes

Der Aussichtsturm sollte als Teil eines Netzwerkes wahrgenommen werden. Dazu passt einerseits, dass die Initiative von Menschen aus drei benachbarten Gemeinden ausgeht. Andererseits gruppieren sich rund um den anvisierten Standort herum eine Menge an Anziehungspunkten, für die der Turm eine Ergänzung sein kann. Umgekehrt kann der Turm auch dazu beitragen, dass die umliegenden Anziehungspunkte besser frequentiert werden. Nachfolgend eine lose Aufzählung, die natürlich ergänzt und fortgeschrieben werden kann.

Wichtig ist uns, das Projekt besonders auf die Bedürfnisse von Kindern und Senioren auszurichten. Der Aussichtsturm könnte außerdem weitere Angebote initiieren, die sich anbieten, bislang aber noch nicht existieren:

- Wohnmobilstellplatz am Skiliftparkplatz Sitzambuch
- Schneeschuhwandern durch das Naabgebirge
- Exkursionen ins Revier der seltenen Fledermäuse
- Verleih von Elektro-Fahrrädern in Schnaittenbach, Hirschau und Freudenberg

Breite Basis

Wir machen aus der Not eine Tugend: Uns ist klar, dass ein solches Projekt nur gelingen kann, wenn viele sich einbringen und zusammenhelfen. Aber gerade das ist ja auch der große Mehrwert, der davon ausgehen kann: So kann sich ein neues „Wir-Gefühl“ entwickeln. Wo Menschen gemeinsam etwas schaffen, wird die Welt ein bisschen lebens- und liebenswerter. Deswegen ist es nicht nur Notwendigkeit, sondern ausdrücklicher Wunsch, dass dieses Vorhaben auf eine breite Basis gestellt wird. Jeder, der sich einbringen will, soll mitmachen dürfen. Jede Hand wird gebraucht. Natürlich ist klar, dass damit nicht nur Einzelpersonen angesprochen sind, sondern auch und vor allem Gruppen und Organisationen, die auf Erfahrung und bewährte Strukturen zurückgreifen können.

Mögliche Ansprechpartner wären (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

- Oberpfälzer Waldverein
- Skiclub Monte Kaolino
- Arbeitsgemeinschaft Obere Vils/Ehenbach (AOVE)
- Deutsche Telekom (als Betreiber des Senders)
- Trachtenverein Schnaittenbach (als Eigentümer der Buchberghütte)
- Bayerische Staatsforsten bzw. Forstbetriebsgemeinschaften
- Städte und Gemeinden

Dazu kommen natürlich die Fachstellen bei den Behörden und die politischen Vertreter der Region. Günstig wäre sicher, einen von allen politischen Lagern anerkannten Schirmherren zu finden, so wie beispielsweise Willi Koch für seine Glyptothek den Regierungspräsidenten a. D. Wilhelm Weidinger gewonnen hat. Der Repräsentant könnte auch aus den Bereichen Wirtschaft (Klaus Conrad?), Kultur (??) oder Sport (Johannes Heckmann?) kommen und für Außenstehende zur Identifikationsfigur werden.

Beispielhaft für das Projekt Aussichtsturm könnte die Realisierung der Glyptothek Etsdorf stehen: Auch hier wurde ein Vision quasi aus dem Nichts umgesetzt. Die bewährten Strukturen könnten zumindest auf Übernahmetauglichkeit geprüft werden. Dazu gehören:

- Projektpaten
- Spendenaktionen
- Förderverein
- Stiftung (evtl. als Träger oder/und Rückbaupolster)
- Internetauftritt

Mögliche Realisierung

Wie ist das Vorhaben zu realisieren? Diese Frage kann und soll ein erster Konzeptentwurf sicher nicht beantworten. Zunächst geht es darum, Interesse zu wecken und Unterstützung zu finden. Dann sind – wenn gewollt – weitere Schritte möglich. Dennoch drängen sich bereits jetzt, in dieser ersten Phase der Ideenfindung, etliche Fragen auf:

- Welche Infrastruktur benötigt ein solcher Turm? (Strom, Wasser, sanitäre Anlagen, Zufahrtswege, Parkplätze)
- Welche Vorgaben seitens der Genehmigungsbehörden gibt es? (Naturschutz, Denkmalschutz, sicherheitstechnische Aspekte)
- Wo genau könnten geeignete Standorte sein?
- Sind die Grundstückseigentümer bereit, die Sache zu unterstützen? (Kauf, Pacht, Erbpacht)
- Wie kann der Bau finanziert werden? (Staatliche Zuschüsse, Sponsoren, Spendenaktionen, Hand- und Spanndienste)
- Wer übernimmt die Trägerschaft? (Personal, Versicherungen, Instandhaltung)

Ausblick

„Am Anfang einer großen Sache steht immer eine Vision“, wieder zitieren wir den Schlusssatz aus dem Leitbild der drei Nachbargemeinden. Wäre schön, wenn wir etwas bewegen könnten – mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

 

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