Am Vormittag war der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bayerischen Landtag MdL Markus Rinderspacher noch in Pleytein, wo ein vier Hektar großer Solarpark entstehen soll. Am frühen Nachmittag besuchte er Ensdorf, das Kloster mit seiner Umweltstation und das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN). Hier hole er sich den letzten Schliff für den kommenden Dienstag, betonte Rinderspacher nach der Besichtigung der ständigen Messe des ZEN.
Denn Bayerns Ministerpräsident werde bei seiner morgigen Regierungserklärung zwar wesentlich anders als vor einem Jahr zur Energiewende sprechen, „aber wir brauchen ein Programm.“ Zwar werde stets mit großen Worten über die notwendige Energiewende gesprochen, „de facto ist aber noch kein einziger Cent dafür bereitgestellt worden.“ Das Werden des ZEN _ „hinter dem sich laut Franz Alt ein paar Verrückte verstecken“ –erläuterte Fördervereinsvorsitzender Karl Müller.
Er wies auf die erhaltenen Preisgelder, die Finanzierung von Personal und Projekten mit jährlich 95000 Euro durch den Landkreis und darauf, dass die Gemeinde Ensdorf die Räume kostenlos zur Verfügung stelle, hin. Weniger, effizienter und anders: Damit sei der Wechsel zu einer Energieerzeugung durch erneuerbare Energien zu schaffen, gab sich Müller überzeugt.
Durch die ständige Messe des ZEN führte Geschäftsführer Gerhard Kopf. Er wies auch auf die Angebote des ZEN wie Solateurausbildung – „bayernweit die erste“ –, Zertifizierungen, Grundkurse und Zusatzqualifizierungen hin. Sinnvoll und zielführend nannte MdL Markus Rinderspacher die Arbeit des für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit.
Energiesparen müsse von unten kommen, betonte er. Deshalb stehe er für eine dezentrale Energieversorgung und halte eine weitete Stärkung der vier großen Energieversorger nicht für sinnvoll. 340000 Arbeitsplätze seien durch die erneuerbaren Energien entstanden, er rechne mit weiteren 150000, so Rinderspacher und er betonte ebenso wie MdL Reinhold Strobl „uns geht es um den Mittelstand und die Wertschöpfung vor Ort.“ Jürgen Zach, Verwaltungsleiter des Klosters, ging auf die 1996 gegründete Umweltstation, „eine Umweltbildungseinrichtung des Freistaats Bayern,“ ein und betonte „wir sind der Umweltbildung verschrieben.“
Das Bildungshaus mit Übernachtungsmöglichkeit für 100 Jugendliche und Kinder zähle jährlich 1350 Übernachtungen. Und er schmunzelte „wir bombardieren die Jugendlichen, ob sie es wollen oder nicht, mit Nachhaltigkeit.
Auch Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein stieß ins gleiche Horn, betonte „wir wollen den Jugendlichen die Sensibilität für die Zusammenhänge der Schöpfung mitgegeben. Er stellte auch die Pfarrkirche St. Jakob vor, eine Grablege der Urwittelsbacher mit Fresken von Cosmas Damian Asam und führte durch die Sakristei.
Jürgen Zach, stellte neben dem Cool-Water-Fun-Park, Dem Volleballplatz mit Hackschnitzelheizung auch die vom Werkhof betriebene Gärtnerei vor und verabschiedete MdL Rinderspacher mit Waldhonig aus der Klosterimkerei. Der aber radelte mit Parteigenossen und Freunden weiter zum SPD-Sommerfest nach Penkhof.
zum BILD: Vor dem ZEN-Messewagen stellten sich mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Bayerischen Landtag Markus Rinderspacher (Vierter von links) Ensdorfs stellvertretender Ortsvorsitzender Herbert Scharl, ZEN-Fördervereinsvorsitzender Karl Müller, Geschäftsführer Gerhard Kopf, Bezirksrat Richard Gaßner, MdL Reinhold Strobl, Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein und Ex-Landrat Armin Nentwig dem Fotografen.