
„ Wie kalt ist es denn nun wirklich, das Wasser im neuen Erlebnisbad am Monte Kaolino?“, genau wissen wollte dies die Hirschauer SPD-Fraktion zusammen mit
2. Bürgermeister Günther Amann und Fraktionssprecher Josef Birner .

„ Wie kalt ist es denn nun wirklich, das Wasser im neuen Erlebnisbad am Monte Kaolino?“, genau wissen wollte dies die Hirschauer SPD-Fraktion zusammen mit
2. Bürgermeister Günther Amann und Fraktionssprecher Josef Birner .
Eingeladen zum kurzfristig anberaumten„Krisengespräch“ im neuen Freibad hatte die SPD-Fraktion auch die Wortführerinnen langjähriger treuer Montegäste, die in Leserbriefen und durch eine Unterschriftenaktion ihrem Unmut über die Wassertemperaturen Luft gemacht hatten.
Erste Gefühlsproben mit der Hand ließen nichts Gutes ahnen und so blickten alle gespannt auf das Thermometer, das Marion Romeis vom Beckenrand ins Wasser des Erlebnisbades hielt.
18,1 Grad, so das ernüchternde Ergebnis, zwar nach einer mehrtägigen Schlechtwetterperiode und einer kalten Julinacht mit 13 Grad, aber zum Schwimmen entschieden zu wenig.
„Warum wird das Wasser nicht auf einer höheren Temperatur gehalten oder erwärmt sich schneller bei günstiger Wetterprognose?“, diese und andere Fragen stellten die SPD-Kommunalpolitiker Schwimmmeister Norbert Pfab, der bei einem Rundgang von den Technikräumen bis zum Solardach fachkundige Antworten gab. Ins Schwärmen geriet er in Bezug auf die Wasserqualität. „Diese ist auch bei hohen Besucherzahlen hervorragend und liegt bei den geforderten Messgrößen über der von Trinkwasser.“
Pfab erläuterte dann die Solaranlage. Die Kollektorfläche sei dreigeteilt und könne nicht miteinander gekoppelt werden. Für ca. 20 Kubikmeter Wasser im Kinderbecken stünden 90 qm Kollektorfläche zur Verfügung, für 400 Kubikmeter Wasser im Erlebnisbecken 230 qm und für 800 Kubikmeter im Schwimmerbecken 240 qm Sonnenkollektoren. „Bei doppelter Wassermenge annähernd nur die gleiche Kollektorfläche“, wie Josef Birner überschlägig berechnete.
Die Holzpelletheizung bringe eine Leistung von 80 KW erklärte Norbert Pfab weiter, wovon ca. 10 KW für Umkleideräume und Gastronomie verwendet würden. Die restliche Wärmemenge von 70 KW reiche um bei der jetzigen Wetterlage das Kinderbecken auf 24 Grad zu erwärmen und im Erlebnisbereich die Temperatur zu halten. Die Abkühlung könne über Nacht sonst bis zu 3 Grad betragen. Keine Möglichkeit der zusätzlichen Beheizung bestehe für das Schwimmerbecken.
Im Gegensatz zu den guten Bedingungen im letzten Jahr habe der Schwimmverein heuer noch kein einziges Training abhalten könne, bedauerte Norbert Schenzel für die Wassersportler. Darunter leide besonders auch die Nachwuchsarbeit.
Verständnis für den Unmut der Dauerbadegäste zeigte Wolfgang Bosser. „Obwohl das Erlebnisbecken während der gegenwärtigen Schlechtwetterphase ständig beheizt wird, ist das Ergebnis mehr als bescheiden. Hier muss Abhilfe geschaffen werden“, waren sich die SPD-Stadträte einig.
Als besonders problematisch wertete Michael Högl, dass das Bad bei einsetzendem Schönwetter einige Tage für die solare Erwärmung benötige. Für eine Wassertemperatur von 27 Grad im Nichtschwimmerbereich wäre eine Zusatzheizmenge von 200 KW erforderlich, meinte Norbert Pfab auf Nachfrage.
„Wir nehmen ihr Anliegen ernst“, sicherte 2. Bürgermeister Günther Amann Leserbriefschreiberin Christine Meier zu, die zusammen mit Brigitte Seifert spontan 70 Unterschriften gesammelt hatte.
Tourismus lebe schließlich von zufriedenen Gästen. Schnellstmöglich müssten die Kollektoren miteinander verbunden werden, um wenigstens einen Bereich gezielt erwärmen zu können. Zur weiteren Wärmegewinnung müsse die Kollektorfläche erweitert werden, eventuell auch auf dem Dach des Cafes. Auch die bereits in Erwägung gezogene Lösung eines Blockheizkraftwerkes müsse neu durchdacht werden. Man werde auf eine schnellstmögliche Sitzung des Aufsichtsrates drängen. Die ansonsten hervorragend gelungene Freizeitanlage sei viel zu schade für ein solches Imageproblem.
Text zum Bild:
„Wie kalt ist das Wasser am Monte Kaolino?“ genau wissen wollten dies die SPD-Stadträte Michael Högl, Josef Birner und Wolfgang Bosser (von links) zusammen mit 2. Bürgermeister Günther Amann (2. von rechts) und Schwimmmeister Norbert Pfab (2. von links). Badbesucherin Marion Romeis prüft die Wassertemperatur.
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