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In Bayern sind 2.472 Polizistenstellen unbesetzt

Veröffentlicht am 13.04.2016 in Landespolitik

Innenministerium muss prekäre Personalsituation auf Anfrage von Landtagsvizepräsidentin Aures einräumen – Abgeordneter Reinhold Strobl befürchtet für die Oberpfalz, dass mehr Beamte in den Ruhestand gehen, als ersetzt werden.

Die bayerische Polizei ist chronisch unterbesetzt – zum 1. Februar 2016 fehlten exakt 2.472 Vollzeit-Beamte gegenüber der eigentlichen Sollstärke, wie sich aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage von Landtagsvizepräsidentin Inge Aures ergibt. Das bedeutet, dass neun Prozent aller Polizistenstellen im Freistaat unbesetzt sind. Um das auszugleichen, müssen die Kollegen längere Dienste schieben. Allein im Jahr 2015 sind dadurch über 1,6 Millionen Überstunden angefallen.

Die eigentlich vorgesehene Sollstärke beträgt 27.386, die verfügbare Personalstärke (VPS) beträgt jedoch nur 24.914, wie Aures aus den Angaben des Ministeriums errechnet hat. Die oberfränkische SPD-Abgeordnete bewertet diese offiziellen Zahlen als „erschreckend hoch und besorgniserregend“. Aures betont: „Der Sparkurs der CSU-Staatsregierung darf nicht zu Lasten der Sicherheit gehen! Die SPD-Landtagsfraktion kämpft für verlässliche Polizeipräsenz auch in den ländlicheren Regionen.“

Auch  der Haushaltspolitiker Reinhold Strobl hat aufgrund einer GdP (Gewerkschaft der Polizei) Veranstaltung in Amberg bei der Staatsregierung nachgehakt: „Ich wollte wissen, wie die Zahlen für die Oberpfalz aussehen und habe gefragt, wie die Staatsregierung die Lücke zwischen den Beamtinnen und Beamten, die dieses Jahr in den Ruhestand treten und den tatsächlich zugeteilten Polizeibeamten schließen will. 45 Beamtinnen und Beamte hat das Innenministerium dem Polizeipräsidium Oberpfalz zugeteilt, tatsächlich aber sind im betreffenden Zeitraum 65 Beamtinnen und Beamte in den Ruhestand getreten“. Die Antwort des Innenministeriums sei, so der Abgeordnete, nur auf den ersten Blick zufriedenstellend. Laut Ministerium würden die gesetzlichen, also planbaren Ruheständler, alle durch Neueinstellungen ersetzt werden. Aber was ist mit den vorzeitigen Ruhestandsversetzungen, also diejenigen, die auf Antrag oder wegen Dienstunfähigkeit und besondere Belastungen außerplanmäßig berücksichtigt werden müssten? Diese, so die Staatsregierung, könnten nur durch Neueinstellungen ausgeglichen werden und das erst nach der Beendigung des nächsten Ausbildungsintervalls.

Die SPD-Landtagsfraktion fordert seit vielen Jahren zusätzliche Stellen bei der Polizei. „Doch der Innenminister tut hier bei weitem nicht genug“, kritisieren Vizepräsidentin Aures und der Haushaltspolitiker Strobl gleichermaßen. „Selbst die im Nachtragshaushalt vorgesehenen zusätzlichen 500 Stellen können frühestens nach Beendigung der Ausbildung im September 2018 besetzt werden. Bis dahin sind aber schon weitere 2657 Beamte in Pension gegangen. Der Plan des Ministers geht also nicht auf und ist eine Milchmädchenrechnung.“

MdL Strobl mahnt eine deutliche Entlastung der Polizeibeschäftigten an. „Sie verdienen es, unter angemessenen und familienfreundlichen Arbeitsbedingungen ihren wichtigen Dienst für die Allgemeinheit zu leisten. Letztlich ist es ihrer Arbeit zu verdanken, dass Bayern eines der sichersten Länder ist. Diese Arbeit müsste auch entsprechend von der Staatsregierung honoriert werden.“

 

Zur Erläuterung:

Zahlen Polizeipräsidium Oberpfalz/Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg:

 

Stand: 01.02.2016

Stand Mehrarbeit: 31.12.2015

Landkreis AS

Soll

Ist

VPS

MA-Gesamt

MA pro Beamter (Ist)

PI Auerbach

32

29

25,88

1.144

33

PSt Vilseck

7

6

6,00

PI SuRo

36

33

32,04

1.212

36

Kreisfreie Stadt Amberg

PI Amberg (Soll incl. 29 E-Zug Amberg)

144

102

89,34

5.621

54

 

Zahlen schriftliche Anfrage von MdL Inge Aures – Antwort der Staatsregierung vom 21.03.2016

Übersicht der Personalstärken der Polizeiinspektionen in Bayern mit Mehrarbeitsstunden

 

Ist-Stärke - bedeutet die Anzahl von Mitarbeitern (Köpfe), von denen aber viele nur Teilzeit arbeiten
Verfügbare Personalstärke (VPS) - das ist die entscheidende Zahl. Sie entspricht den Vollzeitäquivalenten.

 

Presseerklärung

Reinhold Strobl, MdL

Bürgerbüro
Birkenweg 33
92253 Schnaittenbach
Tel. 09622-703636
Fax 09622-703635

 

Homepage SPD Amberg-Sulzbach

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