Seit 90 Jahren wichtiger Gestalter
SPD-Ortsverein Sulzbach-Rosenberg präsentiert zum runden Jubiläum Ausstellung im Rathaus
„Sozialdemokraten sind nicht Geschichte, sondern ein Teil der Geschichte Sulzbach-Rosenbergs. Wir wollen auch weiterhin die Zukunft zum Wohle der Bürger und der Herzogstadt mitgestalten“, so SPD-Ortsvereinsvorsitzender Michael Göth bei der Eröffnung der Ausstellung „90 Jahre SPD-Ortsverein Sulzbach-Rosenberg“ im Rathaus-Foyer.
Auf mehreren Ausstellungstafeln präsentieren die Sozialdemokraten ihre jahrzehntelange Geschichte in den Mauern unserer Stadt. Sämtliche Themenbereiche spiegeln quasi als
roter Faden die „gelebte Demokratie“ wider, die von Einmischung, Mitbestimmung und Gestaltung lebt. Bis zum 15. Februar ist die Ausstellung der Öffentlichkeit – Schulklassen
sind natürlich besonders angesprochen – zugänglich.
Hinter einer gelungenen Präsentation stehen natürlich immer auch viele Helfer, die für die Umsetzung sorgen. Namentlich dankte Michael Göth unter anderem Dr. Armin Rüger für die Gesamtkonzeption, Hans Thurner für die Überlassung seines Privatarchivs, Erwin Rösel für die Gestaltung und das Layout sowie Stadtarchivar Johannes Hartmann für die Unterstützung.
Höhepunkt der Feierlichkeiten zur 90-jährigen Geschichte der örtlichen SPD ist am Freitag, 15. Februar, ein Festakt im Wulfen-Saal in Kauerhof, wo ab 20 Uhr SPD-Landtagsfraktionsvorsitzender MdL Franz Maget die Festrede halten wird.
Die Ausstellung ist an diesem Tag letztmalig in Kauerhof zu sehen. In zehn Jahren wird sie dann zum 100-jährigen Jubiläum in erweiterter Form präsentiert. Hierzu sind natürlich weitere Dokumente aus Privathand erwünscht.
Historie beleuchtet
Bevor Fraktionssprecher Joachim Bender die Ausstellung offiziell eröffnete und Landrat Armin Nentwig das Engagement der örtlichen SPD würdigte, verwies Vorsitzender und 3.
Bürgermeister Michael Göth gemeinsam mit Stadtoberhaupt Gerd Geismann auf einige Schlaglichter der reichen SPD-Historie.
Gegründet wurde die Partei auf lokaler Ebene im Jahr 1918 von Ludwig Wiesel. In die Zeit zwischen dem Ende des ErstenWeltkriegs und derWeimarer Republik wurde von den Sozialdemokraten bereits das Wahlrecht für Frauen und der Acht-Stunden-Tag umgesetzt.
Die junge Demokratie von Weimar konnte dem Terror von links und rechts nicht allzu lange standhalten. Schließlich folgte die Machtergreifung der Nazis. Die Sozialdemokraten stimmten 1933 als einzige Abgeordnete gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz.
Ab 22. Juni 1933 wurde die SPD im Deutschen Reich verboten. Für die Mitglieder blieben nur
Exil oder Untergrund. Ende des Jahres 1945 ließ die USMilitärregierung die ersten Parteien
zu, unter ihnen die SPD. Motor war damals Johann Zintel mit Sohn Ernst, dem späteren 3. Bürgermeister. Dokumentiert ist von den Nachkriegsjahren bis ins frühe 21. Jahrhundert
auch der Kampf um die Arbeitsplätze in derMaxhütte, bei der die Sozialdemokraten über die Gewerkschaften und Betriebsräte immer an vorderster Front standen.
Einsatz für Stahlstandort
Das Engagement für den Stahlstandort spiegelte sich auch immer wieder bei den Stadtratsmitgliedern wider. Nach dem Konkurs und dem endgültigen Ende der MH im Jahr 2002 wurde unter 1. Bürgermeister Gerd Geismann die Umstrukturierung von der Monostruktur zur Branchenvielfalt gemeistert. Seit 44 Jahren stellt die SPD in der Herzogstadt auch den 1.Bürgermeister: Von 1964 bis 1988 Hans Göth und seit 1988 steht Gerd Geismann an der Spitze.
Gründung
Die Gründungsmitglieder kamen 1918 vorwiegend aus der Arbeiterschaft:
Max Wurm, Schlosser; Hans Fuchs, Lokführer; Johann Zintel, Dreher;Wilhelm Sträubig, Filzmacher; Georg Gschrei, Brauer; Hans-Georg Pickel, Maschinist und Josef Royer, Dreher.
Bereits vier Wochen nach seiner Gründung zählte der Ortsverein 300, am 3. Januar 1919 schon über 1000Mitglieder. (oy)