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Ausbau der B 85 - Vergessene Todesstrecke?

Veröffentlicht am 02.06.2006 in Landespolitik

Ist der Ausbau der B 85 in weite Ferne gerückt? Diese Frage stellte vor ein paar Tagen der CSU-Abgeordnete Heinz Donhauser. Er befürchtete sogar, dass über einen Ausbau erst nach 2015 wieder gesprochen werden kann.

Hoffnungsvoller ist hier schon eine Nachricht, welche der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl jetzt von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Stadtentwicklung, MdB Karin Roth bekam. Strobl, der auch selbst einmal dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages angehörte, hatte sich ebenso wie seine Bundestagskollegin Marianne Schieder auf Wunsch von Bürgern aus Pittersberg, der Gemeinde Ebermannsdorf und des SPD-Vorsitzenden Reinhard Jäger an verschiedene Stellen gewandt.

Staatssekretärin Roth ging in ihrer Antwort an Strobl auf die Verkehrsfreigabe der neuen Autobahnumfahrung von Wernberg-Köblitz an der A 6 im Juli 2005 ein, aufgrund dessen sich der Verkehr im Zuge der B 85 zwischen Amberg-Ost und Schwandorf deutlich zugenommen hatte. Grund dafür seien auch die seitens des Bundes ausdrücklich begrüßten ergänzenden Maßnahmen im Rahmen eines von den zuständigen Behörden vor Ort erarbeiteten Verkehrskonzeptes – z.B. Verbesserung der wegweisenden Beschilderung sowie die in Verbindung mit baulichen Maßnahmen im angeordneten Verkehrsbeschränkungen für Lkw – die die angestrebte Konzentration des Ost-West-Fernverkehrs auf die ausgewiesene Route A 6 – A 93 – B 85 – A 6 – unterstützen.

Durch diese derzeitige Verkehrsführung über die ortsdurchfahrtenfrei ausgebaute B 85 konnte westlich und östlich der A 93 eine wesentliche Entlastung im Zuge der B 14 erzielt werden. Als Beleg dafür sieht Karin Roth die von Strobl angesprochenen erfreulichen Effekte in den vorher stark vom Lkw-Verkehr belasteten Ortsdurchfahrten in Schnaittenbach und Hirschau. Infolge der Verkehrszunahme auf der B 85 hat sich jedoch jetzt zwangsläufig dort eine Zunahme von Lärm und Abgasen ergeben. Die vorliegenden Verkehrsbelastungszahlen würden jedoch erkennen lassen, dass sich mit der durchgehenden Verkehrsfreigabe der A 6 im Jahr 2008 der großräumige Transitverkehr in Ost-West-Richtung, der maßgeblichen Anteil an der aktuellen Verkehrssteigerung hat, dann auf die A 6 verlagern werde.

Unter der Maßgabe der vom Gesetzgeber mit dem neuen Bedarfsplan 2004 getroffenen Dringlichkeitsentscheidung gilt für mögliche weitere Netzverbesserungen zwischen Amberg-Ost und Schwandorf das Ziel, einen Ausbauzustand zu erreichen, der den Verkehrsbedürfnissen im Zuge der B 85 nach Fertigstellung der A 6 Rechnung trägt. Laufende planerische Aktivitäten der zuständigen bayerischen Straßenbauverwaltung würden sich deshalb – neben dem verkehrssicheren Ausbau von Knotenpunkten – auf den Anbau eines zusätzlichen Überholfahrstreifens in bisher zweistreifigen Teilabschnitten konzentrieren.

Aufgrund der temporär sehr hohen Verkehrsbelastung mit über 21.000 Kfz pro Tag wären Baumaßnahmen auf der B 85 zwischen den Autobahnen A 93 und A 6 derzeit sehr problematisch. Um die Verkehrssicherheit der Kraftfahrer nicht zu gefährden und Verkehrsbehinderungen zu vermeiden, soll der Ausbau der B 85 erst nach 2008 umgesetzt werden. Die Zeit dahin werde genutzt, die Planung voranzubringen, teilt die Staatssekretärin MdL Strobl mit. Sie stellte auch fest, dass im Bereich der Ortschaft Pittersberg in den 90er Jahren der 4-streifige Ausbau der B 85 bereits erfolgt sei. Im Rahmen der Lärmvorsorge wurden dabei zum Schutz der Anwohner vor Verkehrslärm auf großer Länge Lärmschutzwände und –wälle erstellt (südlich der Bundesstraße auf einer Gesamtlänge von 370 m bis zu 2,50 m hohe hochabsorbierende Lärmschutzwände sowie ein 3 m hoher, 178 m langer Lärmschutzwall) sowie das landwirtschaftliche Wegenetz ergänzt bzw. ausgebaut.

Roth weiter: „Gegenstand der derzeitigen Vorbereitung vorgesehener weiterer Ausbauaktivitäten ist westlich von Pittersberg zur erforderlichen Verbesserung der Verkehrssicherheit zunächst der Umbau der höhengleichen Knotenpunkte der B 85 mit den Kreisstraßen AS 23 und AS 24 (von und nach Freihöls) zu höhenfreien Knotenpunkten. Für den Umbau erstgenannter Einmündung läuft das Planfeststellungsverfahren, der andere Knotenumbau ist bereits baureif.“ In diesem Zusammenhang werde auch die Möglichkeit einer künftigen Anbindung des anderen Armes der AS 24 (Richtung Dauching) an den o.g. zum höhenfreien Umbau vorgesehenen Knotenpunkt B 85/AS 24 nachgegangen. Diese Beseitigung des bisherigen Versatzes der Kreisstraße AS 24 könnte die Auflassung der bestehenden, aus verkehrlicher Sicht ungünstigen Anschlussstelle in Pittersberg und ggf. auch die Schließung einer mehr als 200 m großen Lücke in den Lärmschutzeinrichtungen im Bereich der Ortschaft Pittersberg ermöglichen.

Im Zuge der für die B 85 angestrebten und derzeit planerisch verfolgten Netzverbesserungen werde weiterhin der nach den gesetzlichen Vorschriften erforderliche Lärmschutz für Pittersberg berücksichtigt. Der dem Anliegen der Pittersberger Bürgerinnen und Bürger zugrunde liegenden und von Strobl und Schieder befürworteten Intention werde somit entsprochen.

Bürgerbüro
Reinhold Strobl, MdL
Birkenweg 33
92253 Schnaittenbach
Tel. 09622 - 70 36 36
Fax. 09622 - 70 36 35
Internet: www.reinhold-strobl.de

 

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