Auch auf Instagram verfügbar (Bitte Instagram Logo klicken)

 

Auch auf Facebook verfügbar (Bitte Facebook Logo klicken)

 

Ausbeutung bei Reinigungskräften – SPD will eigene Putzdienste und faire Bezahlung im Landkreis

Veröffentlicht am 16.10.2009 in Arbeit & Wirtschaft

Helmut Himmler, Kreistagsvorsitzender der SPD Fraktionen wendet sich in einem öffentlichen Brief an den Landrat. Putzdienste im Landkreis sollen fair bezahlt werden.

Sehr geehrter Herr Landrat, ich habe im Laufe des letzten halben Jahres wiederholt und eindringlich gebeten, dass sich die gewählten Organe des Landkreises wegen der Eindringlichkeit der Thematik mit der Praxis der Reinigungsdienste in Liegenschaften des Landkreises befassen sollten – bislang ohne jede Resonanz. Feststellen konnte und musste ich hingegen Ignoranz und Gleichgültigkeit!

Zum 1. Oktober 2009 sind die Tarifverträge und die Mindestlohnvereinbarungen für Gebäudereiniger ausgelaufen. Im Gegensatz zu Tarifverträgen, die bis zur Vereinbarung neuer Bedingungen weiter gelten, ist die Verordnung, die für 860.000 Beschäftigte in der Branche den gesetzlichen Mindestlohn von 8,15 Euro pro Stunde für alle Arbeitgeber gesetzlich vorschreibt, ersatzlos weggefallen.

Damit ist es nicht tarifgebundenen Firmen – von denen es sehr viele gibt – jetzt problemlos möglich, Löhne zu drücken bis an die Grenze zur Sittenwidrigkeit. Auch bei der Neueinstellung gilt der Mindestlohn nicht mehr, so dass Mitarbeiter nunmehr zu weit niedrigeren Löhnen eingestellt werden können.

Nach Auslaufen des Tarifvertrags sinken die Untergrenzen bei Neueinstellungen auf 5,71 Euro bzw. 4,61 Euro pro Stunde. Unterhalb solcher skandalösen Hungerlöhne beginnt das juristische Reich der Sittenwidrigkeit.

Diese Lohndrückerei ins Bodenlose hat zur Folge, dass viele Arbeitnehmer künftig nicht mehr von ihrem Einkommen leben können, so dass ihr Einkommen mit Hartz IV-Geldern aufgestockt werden muss. Letztendlich finanzieren wir damit über Steuerhaushalte und damit mit dem Geld der Steuerzahler das vorkapitalistische Agieren der Gebäudereinigungsbranche.

Die Reinigungsdienstleistungen für die Liegenschaften des Landkreises Neumarkt wurden an private Dienstleister übertragen, welche ebenfalls diesen Marktmechanismen mit einem „Wettbewerb nach unten“ unterliegen.

Mehr noch – es ist hoffentlich unsere gemeinsame Auffassung, dass es für Arbeitnehmer schlichtweg unwürdig ist, jeden Tag zur Arbeit zu gehen und letztlich zu wenig Geld zu haben, um die Existenz bzw. die eigene Zukunft abzusichern.

In der Branche gibt es ca. 70 Prozent Teilzeitbeschäftigte und viele Geringverdiener, die auf 400-Euro-Basis arbeiten. Da besteht keine Chance, später zu einer einigermaßen auskömmlichen Rente zu kommen. Altersarmut ist somit die zwangsläufige Folge dieser fatalen Entwicklung und auch in diesem Fall muss wieder der Steuerzahler die sog. Grundsicherung finanzieren.

Dies sind unwürdige und untragbare Entwicklungen, die insbesondere bei öffentlichen Arbeitgebern nicht länger hingenommen und verantwortet werden können. Selbst der bisher geltende Mindestlohn wurde de facto häufig nicht erzielt, da die Reinigungskräfte tatsächlich wesentlich mehr Zeit für die Flächenvorgaben aufbringen mussten als bezahlt wurde. Diese unfairen Sachverhalte wurden von den Beschäftigten hingenommen in der Einschätzung, dass ein Aufbegehren gegen diese Praxis das Ende von Arbeit und Einkommen bedeutet hätte.

All dies ist bekannt, sofern man es nur wissen will. Auch im Landkreis Neumarkt arbeiten zahlreiche Reinigungskräfte unter unwürdigen Arbeitsbedingungen. Der Kreistag kann mit der Vergabe der Putzdienste nicht auch die Verantwortung für die Reinigungskräfte in den Schulen, Hallenbädern, Verwaltungsgebäuden etc. einfach abgeben und sich quasi der Notwendigkeit der fairen Bezahlung für die Erbringung ordentlicher Dienstleistungen billig entledigen. So einfach sind die Dinge gewiss nicht!

Kein Landrat und kein Kreisrat möchte auch nur annähernd so behandelt werden wie unsere Putzfrauen, die Tag für Tag für hygienisch einwandfreie Räume und Zustände sorgen. Auch sie gehören zu den in letzter Zeit so viel benannten „Leistungsträgern“, ohne deren Arbeit wir zum Seuchennotsandsgebiet würden – sehr schnell sogar! „Leistung muss sich wieder lohnen!“, haben wir in den letzten Wochen ebenfalls im Takt tibetanischer Gebetsmühlen gehört. Gehören die Leistungen der Reinigungskräfte nicht zur gemeinten Zielgruppe?

Herr Landrat,

angesichts all dieser Gegebenheiten gibt es für uns im Landkreis nur einen alternativlosen, verantwortbaren und klaren Weg. Kehren wir zurück zu vernünftigen und fairen Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen mit ordentlicher Bezahlung für gute Arbeit!

Ich stelle daher folgenden Antrag an den Kreistag:

Der Kreistag des Landkreises Neumarkt möge beschließen, die Reinigungsdienstleistungen für die Liegenschaften des Landkreises nicht mehr auszuschreiben, sondern zum nächstmöglichen Zeitpunkt wieder eigenes Reinigungspersonal für die Erbringung der erforderlichen Dienstleistungen zu beschäftigen. Die Vergütung ergibt sich aus dem TVÖD.

 

Homepage SPD Kreisverband Neumarkt

Alle Termine öffnen.

14.08.2026 - 14.08.2026 SPD-Ferienprogramm

03.09.2026, 18:30 Uhr - 23:00 Uhr SPD Stammtisch
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

15.09.2026, 20:00 Uhr - 23:00 Uhr Bürgerinfo - Stadtrat
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

16.09.2026, 18:00 Uhr - 21:00 Uhr Stadtratssitzung
 

08.10.2026, 18:30 Uhr - 23:00 Uhr SPD Stammtisch
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

27.10.2026, 20:00 Uhr - 23:00 Uhr Bürgerinfo - Stadtrat
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

28.10.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Stadtratssitzung
 

12.11.2026, 18:30 Uhr - 23:00 Uhr SPD Stammtisch
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

06.12.2026 Weihnachtsfeier - Der SPD Frauen und SPD
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

08.12.2026, 21:00 Uhr - 00:00 Uhr Bürgerinfo - Stadtrat
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

Alle Termine

WebsoziInfo-News

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

18.06.2026 11:18 Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze
Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Seit fünf Jahren rufen die Vereinten Nationen jeweils am 18. Juni den Internationalen Tag der Bekämpfung von Hetze aus. Sie machen so auf die wachsende Verbreitung von Hassrede aufmerksam und weisen auf Maßnahmen hin, Hassrede zu bekämpfen und den gegenseitigen Respekt zu… Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze weiterlesen

17.06.2026 12:19 Esra Limbacher zur EU-Entscheidung über Veggie-Burger
Politisch-ideologischer Nachhilfeunterricht ist nicht nötig Das vom EU-Parlament beschlossene Verbot für Fleischbezeichnungen wie ‚Veggie-Speck‘ oder ‚Veggie-Hühnchen‘ ist falsch und wird Verbraucherinnen und Verbraucher verwirren. Dass Begriffe wie ‚Veggie-Burger‘ oder ‚Veggie-Wurst‘ auch künftig zulässig bleiben, ist richtig. Die Entscheidung beendet hoffentlich eine Scheindebatte, die viel politische Energie verschwendet hat. „Das EU-Parlament hat bestätigt, dass Begriffe wie… Esra Limbacher zur EU-Entscheidung über Veggie-Burger weiterlesen

17.06.2026 11:21 Franziska Kersten zum Volksaufstand vom 17. Juni 1953
Gemeinsam für Freiheit und Demokratie: SPD gedenkt des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 Franziska Kersten, zuständige Berichterstatterin: Am 17. Juni 1953 erhoben sich über eine Million Menschen in mehr als tausend Städten, Dörfern und Gemeinden der DDR gegen die SED-Diktatur. Aus Arbeiterprotesten gegen Normerhöhungen wurde ein Volksaufstand für politische Freiheit, freie Wahlen und die deutsche Einheit.… Franziska Kersten zum Volksaufstand vom 17. Juni 1953 weiterlesen

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

Ein Service von websozis.info

 

 

Besucher:78110
Heute:317
Online:2