Die Pünktlichkeit auf der Bahnstrecke Neustadt (Waldnaab) – Weiden/Schwandorf – Nürnberg gab in den zurückliegenden Monaten immer wieder Anlass zu Beschwerden von Bahnbenutzern. MdL Reinhold Strobl (SPD) hatte erst vor kurzem einen Ortstermin mit seiner Kollegin Annette Karl am Bahnhof in Vilseck, um nochmals auf die Situation aufmerksam zu machen. Inzwischen hat Strobl einen Brief des Konzernbevollmächtigten Klaus-Dieter Josel erhalten, in welchem dieser die Sicht der Bahn wiedergibt. Wie Josel schreibt, war die Pünktlichkeit auf den beiden Strecken aufgrund vieler Faktoren auch für die DB unbefriedigend. Häufig seien aber witterungsbedingte Weichen- und Fahrzeugstörungen die Ursache gewesen. Die derzeit eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit verschärfe die Situation – es stünden nicht alle der benötigten Garnituren zur Verfügung, da sich Fahrzeuge zur Revision und Reparatur im Werk Kassel befinden.
Die starke Auslastung der Strecke nach Neukirchen (bei Sulzbach-Rosenberg) und der engmaschige Fahrplan mit einem Flügelkonzept würden die Bahn vor zusätzliche Herausforderungen stellen. So würden sich aufgrund der stark ausgelasteten Strecke und aufgrund der Eingleisigkeit im Bereich Neukirchen (bei Sulzbach-Rosenberg) – Weiden weitere Rückwirkungen auf nachfolgende und entgegenkommende Züge ergeben.
Josel weiter: „Unsere Kunden sind zu Recht mit unseren Leistungen nicht zufrieden und unser Image leidet erheblich.“ Schon deshalb sei es ureigenstes Interesse der DB, nachhaltig an Verbesserungen zu arbeiten. Zudem müssten für nicht vertragsgemäß erbrachte Leistungen Vertragsstrafen an den Besteller des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV), die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG), bezahlt werden.
Ein Expertenteam arbeite derzeit mit Hochdruck an einer Stabilisierung des Betriebes. Das Thema sei aber sehr komplex, so dass Änderungen voraussichtlich erst mittelfristig greifen könnten.
Ein weiteres Thema in dem Anschreiben von MdL Strobl an die DB war der behindertengerechte Ausbau der Bahnhöfe und die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg – Amberg – Schwandorf. Hier müssten nach Ansicht von Strobl alle Mandatsträger der Region an einem Strang ziehen, damit hier endlich etwas vorangehe. Nachdem erst in diesen Tagen der Bundesverkehrsminister mit der Regierung in Prag über eine bessere Anbindung von München über Regensburg nach Pilsen und Prag gesprochen habe, müsse auch das Teilstück zwischen Nürnberg und Schwandorf in die Überlegungen mit eingebunden werden.
Auf dieser wichtigen Strecke gebe es immer noch eingleisige Teilstücke. Wie Josel dem SPD-Abgeordneten mitteilt, werde Mitte dieses Jahres im Bahnhof Sulzbach-Rosenberg mit dem Neubau von zwei Außenbahnsteigen und einer Bahnsteigeunterführung begonnen.
Diese Maßnahme, die 2011 abgeschlossen sein werde, werde sich sehr positiv auf die Pünktlichkeit auswirken, da damit der höhengleiche Bahnsteigzugang mit Reisendensicherung durch den örtlichen Fahrdienstleiter wegfallen könne. Weitere Baumaßnahmen an Bahnhöfen seien nicht geplant. „Gleiches gelte für die Elektrifizierung der Strecke.“
Schließlich bekräftigt der Konzernbevollmächtigte, dass die DB intensiv an einer Verbesserung der Qualität arbeite. Die Rahmenbedingungen würden es der DB jedoch nicht gerade leicht machen. Man hoffe aber, dass zumindest mittelfristig dieser völlig unbefriedigende Zustand bereinigt werden können. Diese Hoffnung hegt auch MdL Reinhold Strobl, welcher dazu auffordert, auch in Zukunft Verspätungen etc. zu melden. Hinsichtlich einer Elektrifizierung und eines zweigleisigen Ausbaus sei auch das Land Bayern und der Bund gefordert. Hier müssten diese Trassen in die Planungen mit aufgenommen werden. Außerdem sei es natürlich wichtig, rechtzeitig auch das entsprechende Geld zur Verfügung zu stellen.
Reinhold Strobl, MdL (SPD)
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