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Bayern voran - Mindestlohn jetzt !

Veröffentlicht am 13.05.2008 in Arbeit & Wirtschaft

Bayerns DGB-Chef Fritz Schösser war im Münchner Maximilianeum zu Gast in der SPD-Landtagsfraktion, um die SPD-Abgeordneten über das am 1. Mai gestartete Volksbegehren zur Durchsetzung des Mindestlohns in Bayern zu informieren. Die erforderliche Zahl von 25.000 Unterschriften war bereits am Nachmittag des 1. Mai landesweit bei den zahlreichen DGB-Kundgebungen erreicht, berichtete Schösser.

Trotzdem wird kräftig weitergesammelt, da es überall breite Unterstützung gibt und die DGB-Aktion neben der SPD auch von Grünen, ÖDP und den beiden großen christlichen Kirchen unterstützt wird. SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Maget würdigte ebenso wie Schösser dieses Bündnis auf einer breiten gesellschaftlichen Basis. Als einzige Partei macht die CSU nicht mit, stellte Schösser fest. Maget kündigte an, dass landesweit in den Bürgerbüros der SPD die Unterschriftslisten ausliegen. Damit wollen die Sozialdemokraten dem Mindestlohn-Anliegen noch mehr Nachdruck verleihen. Überhaupt gebe es eine Reihe gemeinsamer Projekte der SPD mit dem DGB. Maget verwies beim Thema Mindestlohn auf die Bayerische Verfassung, in der diese Möglichkeit dank SPD-Verfassungsvater Wilhelm Hoegner ausdrücklich vorgesehen ist. Maget: „Diesen Artikel greift der DGB jetzt auf." Informationen des DGB-Bayern zum Volksbegehren zum Mindestlohn in Bayern Der Niedriglohnbereich frisst sich wie ein Geschwür in den Arbeitsmarkt. Immer mehr Menschen arbeiten zu Hungerlöhnen und sind arm trotz Arbeit:
  • 743.000 Menschen in Bayern verdienen weniger als 400 Euro pro Monat
  • 377.000 Menschen in Bayern müssen zusätzlich zu ihrer regulären Arbeit einen Nebenjob ausüben, weil ihr Einkommen nicht ausreicht.
  • 109.000 Menschen in Bayern sind Leiharbeiter. Jeder achte Leiharbeiter ist Hartz-IV-Aufstocker!
Da auf Bundesebene offensichtlich nichts passiert, um die Lohndrückerei zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch gesetzliche Mindestlöhne zu stoppen, wollen wir, dass Bayern voran geht. Eine Haltelinie nach unten muss durch Mindestlöhne eingeführt weriden. In Bayern wäre das möglich, da in der Bayerischen Verfassung bereits seit 1946 steht: „Für jeden Berufszweig können Mindestlöhne festgesetzt werden, die dem Arbeitnehmer eine den jeweiligen kulturellen Verhältnissen entsprechende Mindestlebenshaltung für sich und seine Familie ermöglichen." Artikel 169 Abs.1 Deshalb wollen wir ein Volksbegehren für ein bayerisches Mindestlohngesetz. Der Mindestlohnartikel der Bayerischen Verfassung muss nach über 60 Jahren mit Leben erfüllt werden. Unsere Forderung: Wer arbeitet, muss für sich und seine Familie ein Existenz sicherndes Einkommen erhalten.
 

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