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Bildung das Schlüsselwort gegen Beschneidung in Mali

Veröffentlicht am 15.11.2011 in Presse

Landesarbeitsgemeinschaft Bayern Entwicklungshilfe Mali berichtet über Neuigkeiten aus Mali und wählt Vorstand neu. Aufklärungskampagne gegen die Mädchenbeschneidung

Reinhold Strobl als stellvertretender Vorsitzender wiedergewählt. Auch Adolf Schatz aus Sulzbach Rosenberg im Amt bestätigt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1982 engagiert sich die Landesarbeitsgemeinschaft Bayern Entwicklungshilfe Mali e.V. (kurz LAG Mali e.V.) nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ für eine Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in Mali. Das westafrikanische Binnenland liegt in der Sahelzone und zählt zu den fünf ärmsten Ländern der Welt.

MdL Reinhold Strobl, der bei der kürzlich stattgefundenen Mitgliederversammlung in seinem Amt als stellvertretender Vorstand der LAG Mali e.V. bestätigt wurde, freut sich, dass vor allem die Projekte gegen die Beschneidung in 2011 eine erfolgreiche Bilanz ziehen können. „Seit 2005 engagiert sich die LAG Mali zusammen mit der malischen Frauenorganisation ASOMPT gegen die Mädchen- und Frauenbeschneidung. Mittlerweile gehören dem Projekt 15 Dörfer an. 2005 wurde in den ersten fünf Projektdörfern kein einziges Mädchen mehr beschnitten“, stellt Strobl erleichtert fest.

Der Initiationsritus der Beschneidung, der in der traditionellen Kultur bestimmter Völker in Mali verankert ist, aus den Köpfen der Frauen und Männer zu bringen, sei eine schwierige und langfristige Aufgabe. Die Regierung Malis verbiete die Beschneidung oder Genitalverstümmelung, die den Vorgang des Beschneidens wohl eher trifft, nicht offiziell, sie spreche aber Verbote an praktizierende Ärzte und öffentliche Gesundheitszentren aus. Traditionelle Beschneiderinnen praktizierten aber weiterhin, auch unter teils primitivsten hygienischen Bedingungen, so der Landtagsabgeordnete.

Verbote alleine helfen hier nicht

„Die Beschneidung von offizieller Seite verbieten zu lassen, bringt uns nicht weiter, die Menschen in Mali, Frauen und Männer gleichermaßen, müssen über die Folgen der Beschneidung aufgeklärt werden,“ betont Strobl. Und genau hier setzen die Projekte der LAG Mali e.V. an. Das erste Projekt der LAG Mali gegen die Beschneidung wurde 2005 ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit der malischen Frauenorganisation AMSOPT klären seitdem eigens geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die potentiellen Folgen der Beschneidung auf. Zunächst waren fünf Dörfern bei Diolia an diesem Projekt beteiligt. Mittlerweile sind es bereits 15 Dörfer. In der Gegend um Dioila sind laut einer Studie 99% aller Frauen beschnitten. Eigens geschulte Männer und Frauen fahren seitdem in die Dörfer und klären die Bevölkerung über die teil lebensgefährlichen Folgen der Genitalverstümmelung auf.

Herr Mamadou Sidibé ist einer davon. Täglich fährt er die inzwischen 15 Projektdörfer ab, um die Folgen der Mädchenbeschneidung mit den Dorfbewohnern zu diskutieren. Er organisiert Hausgespräche, Versammlungen und Workshops. Dabei bezieht er auch die örtlichen Autoritäten und Würdenträger mit ein. Teil der Kampagne sind außerdem Radiosendungen und Theateraufführungen, in denen die Beschneidung thematisiert und kritisch hinterfragt wird. In den Dörfern, die er betreut, ist die Beschneidung inzwischen kein Tabuthema mehr.

Bildung ist das Schlüsselwort

„Bildung ist das beste Mittel gegen die Beschneidung. Der Anteil an verstümmelten jungen Mädchen ist in Gebieten mit höherem Bildungsniveau der Mütter deutlich geringer. Deshalb ist die Aufklärungsarbeit in den Dörfern so wichtig und kann hoffentlich auch in den nächsten Jahren erfolgreich fortgeführt werden,“ appelliert Strobl.

Nähere Informationen über Mali und die Projektarbeiten der LAG Mali gibt www.lag-malihilfe,de. Für ihre wichtige Arbeit zur Selbsthilfe und gegen die Mädchenbeschneidung bittet die LAG Mali e.V. um Spenden: LAG Mali e.V. Raiffeisen-Volksbank Fürth, Kontonummer 59 006, BLZ 762 604 51. Eine Spendenquittung wird den Spendern zugeschickt.

Zum Bild: Diese Mädchen aus dem Dorf Dioila wären im entsprechenden Alter gewesen. Die Beschneidung blieb ihnen erspart

Bürgerbüro
Reinhold Strobl, MdL (SPD)
Birkenweg 33
92253 Schnaittenbach

Tel. 09622 - 70 36 36
Fax: 09622 - 70 36 35
Internet: www.reinhold-strobl.de

Falls Sie keine Informationen mehr empfangen möchten, bitte eine kurze Nachricht an reinhold.strobl@bayernspd-landtag.de

 

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