MdL Reinhold Strobl, MdL Hans-Ulrich Pfaffmann, Landrat Armin Nentwig"Die staatliche Einstellungspolitik hat erst arbeitslose Lehrer produziert, und jetzt fehlt der Lehrernachwuchs die Suppe löffeln Lehrer und Schüler aus“ verurteilte MdL
Hans-Ulrich Pfaffmann, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport im Bayerischen Landtag, die Bildungspolitik der Bayerischen Staatsregierung.
Zu einem bildungspolitischen Gespräch hatte MdL Reinhold Strobl ins Gasthaus "Zum Brückl“ in Karmensölden eingeladen. Die Zahl der Klassen mit über 30 Schülern habe sich in Bayern in den letzten Jahren verdreifacht, kritisierte Pfaffmann. Dies belaste Schüler und Lehrer, senke die Unterrichtsqualität und beschädige Lern- und Lebenschancen.
Obwohl Europa und Globalisierung eine optimale Ausbildung immer wichtiger machten, "wird Bildung im Freistaat immer stärker vom Geldbeutel der Eltern abhängig, die Staatsregierung entzieht sich immer mehr ihrer Pflicht zur
Bildungsfinanzierung“ monierte der Abgeordnete.
Kostenfreiheit von Lernmitteln und Schulbesuch seien in Bayern immer weiter ausgehöhlt worden, Eltern hätten immer mehr für die schulische Ausbildung ihrer Kinder zu bezahlen.
Auch die Kommunen hätten bei Personal, Schulsozialarbeit, Schulsanierung und Ganztagsbetreuung immer neue Lasten zu schultern, ". . .das Konnexitätsprinzip erweist sich als Mogelpackung“. Während international die Bildungsinvestitionen gemessen am Bruttoinlandsprodukt bei vier bis
fünf Prozent und national bei 2,6 Prozent lägen stagnierten sie in in Bayern bei zwei Prozent, ". . . in Bayern fehlt also jährlich eine Milliarde Euro in der staatlichen Bildungsfinanzierung“.
Eine Lanze brach MdL Pfaffmann für die Ganztagsschule bei der es nicht nur darum gehe die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, "sie ist auch ein wertvolles
pädagogisches Konzept“. Allerdings solle sie, "auch wenn wir sie in den meisten Schulen, wenn man alles zusammenrechnet, bereits besteht“, nur da eingerichtet werde, wo Eltern, Lehrer und Schüler es wünschen würden ". . . also größtmögliche Wahlfreiheit“. Die Schließung von Teilhauptschulen sei ebenso falsch wir die Konzentration der Hauptschulen war Tenor der anschließenden Diskussion.
"Die Hauptschulen werden in Bayern rasiert“ beklagte sich der Schnaittenbacher Lehrer Uwe Bergmann, der dies konträr zur CSU-Aussage sah, den ländlichen Raum stärken zu wollen.
Einen Bruch des Konnexitätsgesetzes sah Landrat Armin Nentwig in der Bezuschussung der durch die G8 notwendigen Baumaßnahmen am HCA-Gymnasium gegeben, denn "über 50
Prozent der Förderung sind Bundesmittel, gerade mal sechs Prozent leistet der Freistaat und der Rest, immerhin einige hunderttausend Euro, bleibt beim Landkreis hängen“.
Jeder dritte Schüler benötige inzwischen Nachhilfe, so MdL Reinhold Strobl, "das liegt aber nicht an den Lehrern. Die Rahmenbedingungen stimmen nicht.“ Es sei immer besser in die Ausbildung der Kinder zu investieren als in deren spätere Integration, fasste er zusammen
und betonte "Jede Investition in Ausbildung lohnt sich auch für den Staat“.