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Botschafterin von Mali in Nürnberg

Veröffentlicht am 15.09.2005 in Allgemein

Die Mali-Hilfe engagiert sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für Mali, südwestlich am Rande der Sahara gelegen und eines der ärmsten Länder der Welt.

Seit 15 Jahren gibt es dort eine Demokratie. 2. Vorsitzender der Mali-Hilfe ist der Schnaittenbacher Kreisrat Reinhold Strobl, Vorsitzende ist MdL Karin Radermacher. In diesem Jahr konnte sich die Mali-Hilfe auch beim Amberger Altstadtfest präsentieren. Als letzte Projekte wurden in Mali insgesamt 8 Brunnen in Gemüsegärten gebaut. Weitere Projekte gelten der Alphabetisierung. Die Frauen, so die Projektbeauftragte der Mali-Hilfe, Gudrun Kahl, sind trotz ihrer großen Arbeitsbelastung sehr motiviert. Ein Alphabetisierungszentrum steht in Kambila und ist mit Bänken, Schrank und Tafel ausgestattet. Dies sind nur einige Beispiele. Weitere Maßnahmen sollen in nächster Zeit in Angriff genommen werden. Mit verhältnismäßig wenig Geld kann viel bewegt werden. So kann z.B. mit 153 Euro ein Sortiment an Samen für einen Gemüsegarten besorgt werden. 633 Euro kostet eine komplette Ausstattung eines Alphabetisierungszentrums mit Bänken, Lampen, Tafel, Kreide etc. und 2.930 Euro der Bau eines Brunnens.

Nun gab es vor kurzem ein Treffen mit der Botschafterin des Landes Mali (für Deutschland und sieben weitere Länder), Madame Fatoumata Sire Diakite, in Nürnberg. Sie ist mit dem Titel "Chevalier de l'Ordre National du Mali (Nationaler Orden Malis)" und "Chavalier de la Legion d'Honneur de France (Orden der Ehrenlegion Frankreichs)" ausgezeichnet. Zudem ist sie Mitglied des "Haut Conseil de la Francophonie" und regionale Direktorin der "Koalition gegen Frauenhandel in Afrika (Coalition contre le trafic des femmes en Afrique). Eine beeindruckende und engagierte Frau, wie Reinhold Strobl feststellt, welcher sie bei dieser Gelegenheit persönlich kennenlernen konnte. Seit mehr als 20 Jahren engagiert sie sich als Gewerkschafterin und bezeichnet sich selbst als Kämpferin/Aktivistin für die Grund- und Menschenrechte von Frauen und Kindern. In diesem Sinne hat sie 1991 die malische Organisation APDF (Verein für Fortschritt und Verteidigung von Frauenrechten) gegründet, deren Vorsitzende sie bis heute ist.

Der politisch undabhängige und gemeinnützige Verein APDF will neben dem Schutz der Menschenrechte von Frauen diese über ihre Rechte informieren. Er kämpft gegen jegliche Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen und damit auch gegen traditionelle Praktiken wie jene der Beschneidung "bzw. "Genitalverstümmelung". Er setzt sich ein für die Verbesserung der sozioökonomischen, rechtlichen und kulturellen Lebensbedingungen der Frauen. Bei diesem Thema kann sich Frau Diakite so richtig in Rage reden. 70 Prozent aller Frauen seien verstümmelt, sagt Diakite. Erste Erfolge einer Aufklärung seien sichtbar. Früher war die Beschneidung (früher bei 14 Jahren, später auch schon bei den Babys) für die Familie eine Ehre. Inzwischen sei es in Mali kein Tabu mehr, über die Beschneidung zu sprechen. Die Beschneidung habe es dabei schon vor den Religionen gegeben und sei nicht auf den Koran zurückzuführen. Wichtiger als ein Gesetz sei jedoch die Aufklärung der Menschen und die Schaffung von Einkommensmöglichkeiten für die Hebammen, welche bisher die Beschneidung vornahmen. Wenn das gelinge, sei man im Kampf gegen die Beschneidung (welcher immer auch ein Kampf gegen die Armut sei) einen wichtigen Schritt weiter. Auch die Männer seien inzwischen in die Diskussion mit einbezogen.

Bei einer Gesprächsrunde im Karl-Bröger-Haus waren dann auch weitere Organisationen, welche sich in Afrika engagieren, mit dabei. Die Botschafterin dankte allen für ihre Arbeit und ihr Engagement. Spenden für die Mali-Hilfe: Konto 59 005 bei der Raiffeisen-Volksbank Fürth (BLZ 762 604 51). Weitere Informationen bei Kreisrat Reinhold Strobl (Telefon: 09622-2139, E-mail: reinhold.strobl@t-online.de).

 

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