PRESSEMITTEILUNG von MdB MARIANNE SCHIEDER (SPD):
Forderung Söders nach gentechnikfreien Regionen ist nur Alibi.
"Die CSU betreibt ein falsches Spiel im Umgang mit Gentechnik. Während der bayerische Europaminister Markus Söder sich in Brüssel angeblich für gentechnikfreie Regionen stark machen will, verweigert seine Partei in Berlin jeden ernsthaften Schritt in diese Richtung", erklärt die agrarpolitische Sprecherin der bayerischen SPD-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Marianne Schieder.
Bereits im Juni hat die SPD-Fraktion einen Antrag vorgelegt, um das derzeit geltende Recht für Gentechnik auf EU-Ebene zu novellieren. Darin ist unter anderem Vorgesehen, dass zukünftig rechtsverbindliche gentechnikfreie Zonen eingerichtet werden können. Bisher konnten die CDU/CSU nicht davon überzeugt werden, diesen Antrag als Regierungsfraktion in den Bundestag einzubringen, auch nicht einzelne Teile daraus.
Einen ähnlichen Antrag legte nun am heutigen Donnerstag die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vor. Leider war der Koalitionspartner nicht davon zu überzeugen, dieses Vorhaben mit zu tragen. Stattdessen bestanden CDU/CSU darauf den Antrag in die Ausschüsse zu überweisen, so dass eine endgültige Entscheidung vor der Landtagswahl nicht mehr möglich ist. Gleichzeitig verpflichtete die Union die SPD auf den Koalitionsvertrag, nachdem einem Antrag der Opposition nur zugestimmt werden kann, wenn sich alle Koalitionspartner einig sind.
Die SPD fühlt sich dem Vertrag verpflichtet, um nicht durch die Blockadehaltung der CDU/CSU bei der Gentechnikfrage die Arbeit der Koalition in anderen Politikfeldern zu gefährden. Die Union, einschließlich der CSU, hat damit klar gemacht, dass es ihr nicht ernst ist, die grüne Gentechnik einzudämmen sowie für gentechnikfreie Lebensmittel zu sorgen. Damit wird deutlich, wie die CSU die Wählerinnen und Wähler hinters Licht führt.
"Da die CSU auch weiß, dass rund 75% Prozent der Bevölkerung keine Gentechnik in ihren Lebensmitteln will, fordert sie plakativ bei Wahlkampfveranstaltungen die Möglichkeit nach gentechnikfreien Zonen", erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Schwandorf-Cham. Auch bringt CSU diese Forderung auf EU-Ebene ein. "Allerdings nur in den Gremien der EU, die lediglich beratenden Status haben. In Berlin verhindern sie jeden Vorschlag, mit dem diese Forderung Realität werden könnten", so Marianne Schieder. So hat die CSU nicht nur den aktuellen Vorschlag der SPD-Bundestagsfraktion abgelehnt, sondern auch einen Dringlichkeitsantrag der SPD-Landtagsfraktion Bayern im Juni 2008, der eine Bundesratsinitiative Bayerns zum Ziel hatte, um so eine Novellierung der EU-Gentechnikverordnung anzustoßen.
"Damit wird deutlich, wie unverantwortlich die CSU Politik betreibt: Die Wählerinnen und Wähler werden getäuscht und es wird gleichzeitig eine Technologie vorangetrieben, von der nicht im Geringsten bekannt ist, welche Folgen sie mit sich bringt. Und das wird dann als wertorientierte und zukunftsweisende Politik für die Heimat verkauft. Da fragt man sich, an welchen Werten sich die CSU orientiert", fragt sich Marianne Schieder.