Deftig ging es zu beim politischen Ascherdonnerstag der SPD Amberg. Durch die Schläge unter die Gürtelline der CSU tags davor angeheizt, hörte der volle Saal in der alten Kaserne bereits in der Begrüßung durch Stadtverbandsvorsitzenden Martin Seibert, dass der Kommunalwahlkampf in Amberg eröffnet ist.
Er ging auf die Äußerung Dandorfers zur sogenannten Zerrissenheit der SPD ein und warf der CSU vor ein etwas komisches Verständnis zur Demokratie zu haben. Denn anscheinende ist es bei der Amberger CSU so, dass ein Leitochse, ob intelligent oder nicht, brüllt und die ganze Herde brav folgt. Abweichende Meinungen – Fehlanzeige.
Danach zeigte der Fraktionsvorsitzende der SPD Florian Fuchs, dass die Realität ganz anders als in der Traumwelt der CSU aussieht. Insbesondere ging er hierbei auch auf die Problematik Forum ein, wo die CSU Dieter Amann angeblich retten musste. Vielmehr muss man fragen, sagte Florian Fuchs, wo der OB in seiner Regierungszeit war als die Forumpleite passierte und was der OB gegen die Situation der Bürgerspitalstiftung tut. Zum Gerücht das OB Dandorfer nochmal als Stadtrat kandidiert, fragte Fuchs, ob er etwa so enden will wie die Grantler aus der Muppetshow, Motto: „Kenn ma scho, wiss ma scho“
Nach dieser deftigen Retourkutsche stellte die Direktkandidatin für Bundestag Brigitte Bachmann ihr Programm für den Bundestagswahlkampf vor und sprach hierbei explizit den Wahnsinn Betreuungsgeld an und die schlechte Lage der Versorgung mit Kita-Plätzen. Auch dass die Banken für ihre Missetaten in früherer Zeit gerade stehen müssten und daher eine Spekulationssteuer notwendig ist sprach sie an.
MdL Annette Karl ging dann als Hauptrednerin des Abends auf die Vernachlässigung der ländlichen Regionen durch die Staatsregierung ein. Die ländlichen Regionen werden durch die Politik der bayrischen schwarz-gelben Staatsregierung nur ausgelaugt nicht gefördert. So sprach Annette Karl zum Beispiel den Breitbandausbau an. Ebenso sprach sie den schlechten Zustand der Staatsstraßen und auch die schlechte dezentrale Versorgung mit Schulen an, welche durch immer mehr Einsparungen im Kultushaushalt und den daraus erwachsenden Lehrermangel folgt.
In ihrer Rede ging sie allerdings auch auf die Saltos und Wendehalsmanöver des Ministerpräsidenten Seehofer, inzwischen landläufig auch als „Drehofer“ bezeichnet, ein. Auch für die FDP fand sie gerechte Worte. So sei sie ja froh dass Wirtschaftsminister Zeil durch sein Nichtstun wenigstens nicht die Wirtschaft am Wachsen hindere. Aber sein Nichtstun sei ja auch verständlich, denn die früher vor Madagaskar liegenden Piraten lägen ja nun vor der FDP und seien bereit diese zu entern.
Nach diesen deftigen Attacken und Riposten gab es dann zum Abschluss für alle Gäste noch das traditionelle Fischgericht, welches allen mundete.
Der bereits im Vorfeld durch die Amberger Zeitung gestrichene „politische Ascherdonnerstag“ war wie all die Jahre vorher ein voller Erfolg.