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Eigentumsordnung der Sparkassen bewahren

Veröffentlicht am 03.10.2006 in Bundespolitik

MdB Marianne Schieder: „Wo Sparkasse drauf stehe, muss auch Sparkasse drin sein“.

Zur Einbringung des Antrags der Koalitionsfraktionen „Deutscher Finanzdienstleistungsmarkt im Wandel – Bezeichnungsschutz für Sparkassen erhalten“ erklärt die SPD- Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder:

Es wurde Zeit, dass der Deutsche Bundestag zur andauernden Auseinandersetzung zwischen der Bundesregierung und der EU-Kommission um die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Sparkasse eindeutig Stellung nimmt. Hintergrund des Streits ist die Forderung der EU-Kommission, Sparkassen mit ihrem geschützten Namen zur Privatisierung frei zu geben.
Seit Jahren versuchen die Anhänger ungebremster Marktmacht die Sparkassen sturmreif für die Übernahme durch Privatbanken zu schießen.
So wollen die Privatbanken ihre folgenschweren Fehlentscheidungen, wie den Rückzug aus dem Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft, auf unverantwortliche Weise ausmerzen. Aber die Eigentumsordnung der deutschen Sparkassen und ihr Namenschutz fallen ausdrücklich nicht in die Zuständigkeit der Europäischen Union.

Der Deutsche Bundestag unterstützt in seinem Antrag die Bundesregierung in ihrer Aufgabe, den Finanzstandort Deutschland auch weiterhin stabil, konkurrenzfähig und effizient auszugestalten. Dazu ist es unerlässlich, die Vorteile der bestehenden Drei-Säulen-Kreditwirtschaft und des kommunalen Sparkassenwesens mit seinen Strukturmerkmalen zu stärken. Die Vielfalt der Kreditinstitute und ihre unterschiedliche geschäftspolitische Ausrichtung sorgen für intensiven Wettbewerb, für qualitativ hochwertige und innovative Finanzdienstleistungen, für die flächendeckende Versorgung und dies für alle Bevölkerungskreise und alle Unternehmen. Die öffentliche Rechtsform der Sparkassen ist das am besten geeignete Mittel, eine gemeinwohlorientierte Geschäftspolitik umzusetzen.

Die Aushöhlung der Sparkassenstrukturen durch die EU-Kommission muss abgewehrt werden. Das EU-Recht enthält grundsätzlich keine Verpflichtung, einem privaten Investor die Nutzung der Bezeichnung „Sparkasse“ zu gestatten.

"Wo Sparkasse drauf steht, muss auch Sparkasse drin sein“, so Marianne Schieder.

Die Sparkassen und der Verbund der Sparkassenfinanzgruppe sind mit rund 650 Unternehmen und über 377.000 Mitarbeitern der größte Anbieter und Arbeitgeber am deutschen Bankenmarkt. *Allein im Landkreis Schwandorf hat die Sparkasse insgesamt 35 Geschäftsstellen; im Landkreis Cham gibt es neben der Sparkassenhauptstelle 36 Geschäftsstellen*. Die Sparkassen sind führend bei der Bereitstellung von Konten für wirtschaftlich schwächere Menschen, den so genannten „Girokonten für Jedermann“. Zudem finanzieren sie jede zweite Existenzgründung in Deutschland und fungieren als der Finanzpartner des Mittelstands.

„Dies ist nur möglich, weil die Sparkassen im öffentlichen Eigentum stehen und daher nicht am maximalen Eigen-Gewinn arbeiten müssen, wie es bei Privatbanken der Fall ist, wo trotz hervorragender Gewinnlage mal eben 6000 Mitarbeiter entlassen werden. Die Sparkassen arbeiten gemeinwohlorientiert und verwenden ihre Gewinne gemeinnützig zur Förderung von Kultur, Sport, Wissenschaft und Bildung“, betont MdB Marianne Schieder.

Marianne Schieder, MdB

 

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