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„Einheimisches Wildbret noch immer radioaktiv belastet“

Veröffentlicht am 12.02.2009 in Kommunalpolitik

Einheimisches Wildbret kann, von Tschernobyl herrührend, heute noch radioaktiv sein. Dies wurde jetzt auch vom Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit aufgrund einer Anfrage von MdL Ludwig Wörner bestätigt. Dabei ist interessant, so MdL Reinhold Strobl (SPD), dass vor allem im Bereich von Forstbetrieben in der Oberpfalz der Radiocäsiumswert von 600 Bq/kg überschritten wurde.

Im Jagdjahr 2007/2008 wiesen z.B. bei den Forstbetrieben Flossenbürg, Roding, Schnaittenbach, Waldsassen, über

20% der gemessenen Wildschweine einen über dem maximalen Grenzwert zugelassenen Radiocäsiumwert von 600 Bq/kg auf. Die Messungen erfolgten anhand eines jährlich erstellten risikoorientierten Probeplans.

Soweit die Ergebnisse aus den Eigenkontrollmessstellen des Landesjagdverbandes Bayern. Bereits frühere Untersuchungen ergaben, dass bei Wildschweinen höhere Radiocäsiumwerte nachgewiesen werden konnten als z.B. bei Hirsch, Reh oder Hase.

Das liege unter anderem daran, dass Wildschweine ihre Nahrung direkt aus dem Boden aufnehmen und bei ihrer Nahrungssuche keine direkte Standorttreue aufweisen. Die meisten der stärker belasteten Wildschweine stammten aus dem ostbayerischen Raum. Das im Jahr 2007 mit einem maximalen Radiocäsiumgehalt von 9669 Bq/kg belastete Wildschwein wurde ebenfalls aus der ostbayerischen Grenzregion zu Tschechien vorgelegt.

Laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) seien bei Wildbret die Höhe der Kontamination die lokale Bodenbelastung, die Fressgewohnheiten der Tiere, die Tierart selbst sowie der Schusszeitpunkt verantwortlich.

Deshalb untersuche das LGL regelmäßig stichprobenartig Wildbretproben, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind.

Beruhigend sei, dass jeder Anbieter von Wildbret im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht durch eigene Messungen dafür zu sorgen hat, dass kein Wildbret mit einer Radiocäsiumbelastung über 600 Bq/kg in Verkehr gebracht wird. Fahrlässige Verstöße sind nach Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) bußgeldbewehrt bis 20.000 €. vorsätzliche Verstöße sind strafbewehrt. Auch die Bayerischen Staatsforsten, so geht lt. MdL Strobl aus der entsprechenden Drucksache hervor, stellen in den Staatsjagdrevieren über einen anerkannten Probenplan und 21 so genannte „Qualifizierte Messstellen“ sicher, dass kein Wildfleisch mit einer Radiocäsiumbelastung über 6700 Bq/kg in Verkehr gelangt.

Bürgerbüro
Reinhold Strobl, MdL (SPD)
Birkenweg 33
92253 Schnaittenbach

Tel. 09622 - 70 36 36
Fax: 09622 - 70 36 35

Internet: www.reinhold-strobl.de

 

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