Das ausgesprochen erfolgreiche und von allen Seiten akzeptierte Pilotprojekt „Junge Eltern/Familien – Ernährung und Bewegung“, welches erst im März im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt wurde, wird über den Pilotzeitraum von 16 Monaten hinaus zunächst nicht weiter fortgeführt. Zumindest stimmte die CSU- und FDP-Mehrheit im Haushaltsausschuss einem entsprechenden SPD-Antrag nicht zu.
Das Netzwerk „Junge Eltern/Familien“ ist ein Projekt im Rahmen des Konzepts Ernährung in Bayern. Ziel ist das Zusammenwirken von Ernährungs- und Bewegungsexperten, die ihre Erfahrungen bündeln und Angebote rund um die Geburt eines Kindes bis zu dessen 3. Lebensjahr entwickeln. Im Netzwerk entsteht so ein Angebotsmix mit neuen Ideen, die einen gesundheits-förderlichen Lebensstil interessant und nachahmenswert machen. Darüber hinaus erhalten Eltern rasch Antworten auf aktuelle Fragen – von der Einführung erster fester Nahrung bis Allergieprävention, vom Essen am Familientisch bis zum Umgang mit Süßem.
MdL Reinhold Strobl (SPD), welcher dem Haushaltsausschuss angehört, ist maßlos enttäuscht und fragt sich: „Wem nützt ein Projekt, das auf 16 Monate angelegt ist, so erfolgreich anläuft und von allen Seiten angenommen wird und wo man nicht bereit ist, eine Aussage zum gesicherten Weiterbestand zu geben? Schon bei dem Pressegespräch im März wurde auf die ziemlich kurze Zeitspanne hingewiesen, „in der nicht einmal alle Ideen, die gesammelt wurden, umgesetzt werden können.“
Angesichts der enormen Summen, die jährlich ausgegeben werden müssen, um die Fehler falscher Ernährung zu beheben, sollte niemand am Handlungsbedarf und an der Weiterführung dieses Projekts zweifeln, so Strobl. Er bedauert, dass nun, nach der Pilotphase von 16 Monaten, in denen sich das Projekt bewährte und bei Familien und jungen Eltern gut angenommen wurde, die Gefahr besteht, dass es auf Eis gelegt wird. Für Strobl nicht akzeptabel.
Entsprechende Anträge der SPD Landtagsfraktion auf Verlängerung des Projektes „Junge Eltern/Familien“ mit sieben Projektmanagern - ein Projektmanager pro Regierungsbezirk - bis Ende 2013 wurden deshalb bereits im März und April dieses Jahres eingebracht.
In der Sitzung am Mittwoch wurde nun der aktuelle Antrag der SPD auf Fortführung des Projektes im Ausschuss für Haushalt und Finanzfragen von den Mitgliedern der Regierungsparteien CSU und FDP abgelehnt. Erst nach der Steuerschätzung im November könne über das Projekt wieder im Rahmen der Haushaltsverhandlungen diskutiert werden. Bis dahin aber hängen die Koordinatoren und Verantwortlichen für das Netzwerk in der Luft.
Strobl: „Das ist doch alles Augenwischerei. Wenn die CSU im Landtag von dem Projekt wirklich überzeugt wäre - Landwirtschaftsminister Brunner betonte, dass das Projekt „Junge Eltern/Familie sinnvoller Teil seines Konzeptes „Ernährung in Bayern“ sei - könnten die entsprechenden Stellen jetzt langfristig geschaffen und etabliert werden. Ein Netzwerk braucht nun mal Zeit und Vertrauen. Eine zu kurze Laufzeit macht mehr kaputt als sie nützt. Und, wir sprechen hier von einer Personalstelle pro Regierungsbezirk. Damit wird der Bayerische Haushalt sicher nicht gesprengt. Die Ablehnung seitens der Regierung ist wirklich beschämend.“