O. Daller; Chr. Beyer;Iris Gleicke;R. Strobl;G. AmannIn einer Zeit, in der es sonst immer nur Politikerschelte gibt, ist es schon etwas besonderes, wenn eine Staatssekretärin nur Lob bekommt. Dieses für Politiker seltene Erlebnis hatte am Mittwoch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, MdB Iris Gleicke. Sie hatte vor kurzem die A 6 - Ortsumgehung Wernberg für den Verkehr frei gegeben und war nun auf Einladung des SPD-Kreisvorsitzenden Reinhold Strobl - nur 3 Wochen nach der Freigabe der A 6 - Ortsumgehung von Wernberg-Köblitz - in Begleitung des Bundestagskandidaten Christian Beyer und des Listenkandidaten Oliver Daller nach Hirschau gekommen, um sich vor Ort ein Bild von der jetzigen Verkehrssituation zu machen. Stellv. Bürgermeister Günther Amann stellte fest, dass es in den letzten Wochen eine enorme Verkehrsentlastung (vor allem vom Lkw-Verkehr) gegeben habe. Er dankte der Polizei, welche mit ihren Kontrollen mit dafür gesorgt hätten, dass die Lkw`s verstärkt die neue Route annehmen und so der Lkw-Verkehr drastisch abgenommen habe. Die Menschen in den beiden Kaolinstädten seien sehr froh über die neue Situation.
Reinhold Strobl stellte fest, dass der Leiter des Straßenbauamtes, H. Gläser ("schon lange vor der medienwirksamen Bekanntgabe durch den CSU-Abgeordneten Zeitler")bei einer Besprechung in Schnaittenbach die geplanten Baumaßnahmen, die zu der momentanen Sperrung der B 14 vom Lkw-Durchgangsverkehr führten, vorgestellt habe. Strobl: "Mit fremden Federn schmücken kann sich jeder." Dabei habe man in den letzten Jahren schon Standfestigkeit gebraucht, wenn man den Zeitplan für den Weiterbau der A 6 erläutert habe. Nachdem vorher jahrzehntelang nichts geschehen sei, hätten viele Menschen an der Zusage gezweifelt, dass die A 6 bis 2008 fertig gebaut werden würde. Er selbst habe daran niemals Zweifel gehabt, da er selbst in vielen politischen Gremien in Berlin die Meinung der Fraktion zu diesem Thema wiedergeben mußte, das Versprechen des Bundeskanzlers Gerhard Schröder stand und er wußte, dass Landesvorsitzender MdB Ludwig Stiegler hier auch die Unterstützung der gesamten Fraktion hatte.
Nun gebe es eine erste Entlastung durch die Freigabe der Ortsumgehung Wernberg-Köblitz. Eine endgültige Entlastung werde es bereits in 3 Jahren geben - nämlich dann, wenn die A 6 durchgängig von Nürnberg bis Prag befahrbar sei. Schneller, so Dr. Bartsch vom Verkehrsministerium, könne es schon aus logistischen Gründen nicht gehen. 9 Talbrücken, 11 Überführungen, 12 Unterführungen und zwei Anschlußstellen würden ihre Zeit in Anspruch nehmen. Über 150 Mio Euro würden in das letzte Teilstück verbaut. Das habe auch positive Auswirkungen für die Bauindustrie, wie PStS Iris Gleicke anmerkte. Auch das bayerische Innenministerium sieht keine Möglichkeit einer schnelleren Fertigstellung. Erst kürzlich wurde Strobl von CSU-Staatssekretär Georg Schmid bestätigt, dass Geld für die A 6 immer da war, wenn Baureife vorlag und der Lückenschluß von der baulichen Abwicklung her seine Zeit brauche.
Christian Beyer bat aufgrund der neuen Situation ("jetzt ist eine Ausweichstrecke vorhanden") um Prüfung eines evtl. Nachtfahrverbotes, damit es bei dieser Entlastung bliebe. Für solche Verbote seien allerdings die Länder zuständig, war zu hören. Er sprach auch die Autobahnbrücke in Theuern an. Dort gebe es inzwischen Probleme durch den Verkehrslärm. Staatssekretärin Iris Gleicke sagte zu, überprüfen zu lassen, ob es neue technische Möglichkeiten gebe, die zu einer Verringerung des Lärms durch die Brücke führen könnten. Josef Birner wollte wissen, ob es schon Erkenntnisse über evtl. Maut-Flüchtlinge gebe. Wolfgang Bosser meinte dazu, dass er sich nicht vorstellen könne, dass Lkw's wegen 10 Euro Mautersparnis eine längere Fahrzeit in Kauf nehmen. Die Lkw's müßten für die Spediteure rollen und Einnahmen bringen. Die Speditionen seien einem hohen Wettbewerbsdruck ausgeliefert und seien darauf angewiesen, dass die Lkw's fahren und ihre Güter möglichst schnell zum Bestimmungsort bringen.
Nicht nur die A 6, sondern auch viele Straßenbaumaßnahmen an den Bundesstraßen B 14, B 299 und B 85 im Landkreis würden mit Bundesgeldern ausgebaut. Warum, so wurde auch bei dieser Bürgersprechstunde wieder gefragt, setzen sich die hiesigen CSU-Abgeordneten nicht mehr für den Ausbau der Staatsstraßen ein? Der aufmerksame Beobachter könne feststellen, dass sich CSU-MdL Donhauser und CSU-Kandidat Karl hauptsächlich in Sachen Bundesstraßen ablichten ließen ("da der Bund hier etwas macht"). Bei den Staatsstraßen gebe es dagegen weitgehend Fehlanzeige. Günther Amann lud schließlich die Staatssekretärin zu einem privaten Besuch in den Landkreis ein. "Wir hätten hier einiges an Attraktionen und Sehenswürdigkeiten zu bieten", stellte er fest. Eine Einladung, die von den SPD-Mandatsträgern vor Ort aufgrund der guten Kontakte nach Berlin zu gegebener Zeit wiederholt werden wird. Schließlich sei es an der B 14 jetzt wieder lebenswert.
Zum Bild:
An der B 14, wo früher Lkw an Lkw vorbeizog, stellten sich Oliver Daller, Christian Beyer, Reinhold Strobl, PStS Iris Gleicke und Günther Amann zu einem Gruppenfoto auf. Mit einer Blume aus Glas bedankten sich die örtlichen SPD-Mandatsträger für die Unterstützung aus Berlin.