Im Einmündungsbereich der Frohnbergstraße und der Vogelloh in die Bundesstraße 14 soll ein Kreisel entstehen. Anlass für diese Baumaßnahme ist der erklärte Wille der NETTO-Kette, den bereits bestehenden Netto-Markt von der einen Seite der B 14 auf die andere Seite zu verlegen.
Dort steht ein Haus, das abgelöst und abgerissen werden soll. Von der Gemeinde wird nun auch noch ein Kreisverkehr geplant, der jedoch auf Widerstand und Unverständnis bei den SPD-Marktgemeinderäten stößt. Bei einem Ortstermin informierten nun die Marktgemeinderäte Hermine Koch, Albert Vetter, Monika Käufl und Volker Jung den Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl über diese von der Gemeinde geforderte Maßnahme. Sie stellten dabei die Frage, ob hier mit Steuergeldern vernünftig umgegangen wird. Schließlich gebe es auch andere Lösungen, die weitaus kostengünstiger kämen. MdL Reinhold Strobl stellte fest, dass es viele wichtige Straßenbauprojekte gebe, die alle wegen Geldmangel nicht verwirklicht würden. Deshalb müsse man darauf achten, dass nicht unsinnigerweise Geld des Steuerzahlers verschwendet werde.
Hermine Koch bemerkte, dass Geld bei diesem Vorhaben anscheinend keine Rolle spiele. Schließlich könnte das Objekt steuerlich abgeschrieben werden (was letztlich auch das Geld des Bürgers sei). Obwohl die SPD auch andere Standorte für einen Nettomarkt vorgeschlagen habe, soll aber auf Wunsch der Netto-Kette und auf Betreiben des Bürgermeisters unbedingt diese Planung umgesetzt werden. Dafür verzichte die Gemeinde auf Grünflächen und opfre einen halben Kinderspielplatz für den Parkplatz eines Verbrauchermarktes. In Zeiten, wo in Deutschland mehr Kinder gewünscht würden, werde in Hahnbach ein Spielplatz mit dem größten Einzugsgebiet zu Gunsten eines Parkplatzes halbiert. In der Kaolinstadt Hirschau dagegen würden Spiel- und Bolzplätze gefordert, um den Geburtenrückgang aufzuhalten. Koch: „Wie kann die CSU diese Dinge mit ihrer neuen Familienpolitik vereinbaren?“.
Der Kreisel kostet lt. Albert Vetter ca. 250.000 Euro. Das Straßenbauamt zahle etwa die Hälfte. Die Finanzierung der anderen Hälfte müsse entweder über den Gemeindehaushalt oder über Zuschüsse gedeckt werden. In jedem Fall handle es sich aber um Gelder, die von den Steuerzahlern aufgebracht werden müssten.
Wegen dem Nettomarkt müsste auch die Frohnbergstraße nach Westen hinein in die Grünanlage verlegt werden.
Monika Käufl und Volker Jung merkten an, dass seit der Umleitung des Schwerkraftverkehrs auf die Autobahn eine erhebliche Entlastung auch in Hahnbach auf der B 14 zu beobachten sei. Übereinstimmend stellten die SPD-Marktgemeinderäte fest, dass sie diesen Kreisel ablehnten, weil der Bau eine Verschwendung von öffentlichen Finanzmitteln ist. MdL Reinhold Strobl bemerkte dazu, dass diese Planung so nicht vom Straßenbauamt gefordert wurde. Hier handle es sich um ein Projekt, welches in Eigenverantwortung der Gemeinde stehe. Er selbst könne sich vorstellen, dass man mit der für diesen Netto-Kreisel notwendigen Summe auch sinnvollere Projekte verwirklichen könnte.
zum Bild:
Auf der Höhe des Nettomarktes soll auf Wunsch der Mehrheit im Gemeinderat ein Kreisel entstehen. Diese Planung stößt jedoch auf Unverständnis der SPD-Marktgemeinderäte. Auch MdL Reinhold Strobl konnte sich mit dieser geplanten Baumaßnahme nicht anfreunden.