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Hausärzte verärgert über Stoiber

Veröffentlicht am 09.12.2006 in Gesundheit

Verständnis über die Verärgerung der bayerischen Hausärzte über Ministerpräsident Stoiber zeigt der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl.

Die Hausärzte wollten dem Ministerpräsidenten die Probleme der ambulanten Versorgung in einem persönlichen Gespräch darlegen. Er antwortete jedoch: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich auf Grund der dicht gedrängten Terminsituation momentan für ein persönliches Gespräch nicht zur Verfügung stehen kann.“ Der Vorwurf der bayerischen Hausärzte gipfelt in der Feststellung: „Offensichtlich fehlt diesen CSU-Politikern jeglicher Respekt vor uns als Leistungsträgern der Gesellschaft und jegliche Achtung vor unserer Arbeit! Der Nachdruck, mit dem die CSU-Gesundheitspolitiker zu unseren Lasten Lobby-Politik für die fachärztlichen Berufsverbände sowie offensichtlich auch für die Pharmaindustrie betreiben und unsere Interessen dabei links liegen lassen, ist nicht zu verstehen und stimmt nachdenklich.“

Die bayerischen Hausärzte, so hat Strobl erfahren, können sich inzwischen des Eindrucks nicht erwehren, dass ihnen gegenüber die CSU mit gespaltener Zunge spricht. Sie stellen fest: „Wir Hausärzte sind weder die Leibeigenen von CSU-Gesundheitspolitikern noch die Sklaven fachärztlicher oder psychotherapeutischer KV-Funktionäre.“ Erst vor wenigen Wochen hätten lt. dem Hausärzte-Verband die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns – Institutionen des öffentlichen Rechtes – das Bayerische Sozialministerium und den Sozialausschuss des Bayerischen Landtages mit grob manipulierten Zahlen über die jeweiligen Einkommensverhältnisse desinformiert. Darüber hinaus, so der Hausärzteverband weiter, wurden sie ebenfalls bezüglich der aktuellen und künftigen Situation der hausärztlichen Versorgung in Bayern desinformiert. Diese Täuschung verfolge das Ziel, die Situation der hausärztlichen Versorgungsebene deutlich besser und die der fachärztlichen deutlich schlechter darzustellen, als es der Realität entspricht.

Strobl, dem die flächendeckende Versorgung mit Hausärzten auch am Land sehr am Herzen liegt, fordert eine offene Diskussion und die Bereitschaft, miteinander zu reden, ein. Mit den einen zu reden und mit den anderen nicht, zeuge von einem schlechten politischen Stil. Die vom Hausärzteverband aufgeworfenen Vorwürfe seien sehr schwerwiegend.

Reinhold Strobl, MdL

 

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