Nachruf zum Tode von Hans Wild
Überraschend ereilte am Montag die Hirschauer Bevölkerung die Nachricht vom Tode von Hans Wild.
Hans Wild galt als eine herausragende Persönlichkeit in der Stadt Hirschau und im Landkreis Amberg-Sulzbach. In seiner Funktion als Kreisheimatpfleger galt er als Vater der Volkstanz- und der Kirwabewegung. Die Heimat- und Volkstumpflege begleitete ihn seit Kindesbeinen an. Sein Vater Hans Wild senior war über viele Jahre Vorsitzender des Heimat- und Trachtenvereins Hirschau. Nur selbstverständlich, dass der Sohn die Volkstanzbegeisterung erbte und später zu seinem Lebenswerk machte.
Berufliche Stationen seines Lebens führten ihn erst zur Polizei, dann zu den Hirschauer Kaolinwerken und anschließend zur Post. Als Postbeamter und Paketzusteller hatte er zahlreiche Kontakte mit der Hirschauer Bevölkerung. Seine politische Heimat fand er früh bei der Hirschauer SPD.
Als einer der jüngsten Stadträte wurde er bereits 1972 nach seiner Kandidatur auf Anhieb in das Hirschauer Kommunalparlament gewählt. Nichts hätte die Zufriedenheit der Hirschauer Bürger mit seiner politischen Arbeit besser bestätigen können, als die Tatsache, dass er bei den folgenden Wahlen jeweils herausragende Ergebnisse erzielen konnte.
Hans Wild galt über Jahrzehnte als der Stimmenmagnet der Hirschauer Sozialdemokraten. Besonders seine Volksnähe war weit über die Stadtgrenzen hinweg bekannt. Er galt als Kommunalpolitiker zum Anfassen mit Weitsicht und großem Engagement.
Aufgrund der außerordentlichen Ergebnisse bei den Kommunalwahlen drängten ihn seine Parteikollegen auch für den Kreistag zu kandidieren. Auch hier zeigte sich seine Beliebtheit, und er wurde 1972 in den Kreistag gewählt.
Schnell erarbeitete er sich über Parteigrenzen hinweg die Anerkennung seiner Kollegen. In den darauffolgenden Wahlen erzielte er jeweils beste Ergebnisse.
Unermüdlich setzte er sich im Kreistag für Hirschauer Belange ein. Der Ausbau der AS 18 oder die Entschärfung der „Ehenfelder Kreuzung“ durch einen Kreisverkehr sowie der Ausbau des Radwegenetzes waren zu Herzensangelegenheiten geworden.
Insgesamt 18 Jahre gehörte er dem Kreistag an, im Jahre 2008 verzichtete er auf eine weitere Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen. Im Hirschauer Stadtrat lagen seine Schwerpunkte im Bereich der Finanzpolitik.
Von 1972 an war er bis zu seinem Ausscheiden in diesem Jahr Mitglied im Finanzausschuss sowie seit 1990 über 18 Jahre Mitglied im Bau- und Umweltausschuss. Bis zu seinem Verzicht auf eine weitere Kandidatur bei den letzten Kommunalwahlen war er ohne Unterbrechung 36 Jahre Mitglied im Hirschauer Stadtrat.
Auch die Hirschauer Vereine schätzten seinen Rat. Jahrelang war Hans Wild Vorsitzender im Brieftaubenverein und Mitglied in vielen Hirschauer Vereinen.
Aufgrund seines Einsatzes für das Gemeinwohl wurde er 1992 für seine besonderen Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung geehrt.