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Integration der Flüchtlinge braucht Zeit-Kreistagsfraktion sprach mit Arbeitsverwaltung

Veröffentlicht am 24.05.2016 in Kreistagsfraktion

„Eine gelungene Integration braucht vieles, aber vor allem Zeit“, erklärte die Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Neumarkt Monika Auerbach. Die SPD Kreistagsfraktion mit ihrem Sprecher Dirk Lippmann hatte Auerbach zu einem Informationsgespräch eingeladen, um sich über die aktuelle Situation und Integration der Flüchtlinge in den lokalen Arbeitsmarkt ein Bild zu machen.

Als anerkannte Asylbewerber gebe es derzeit 250 Menschen im Landkreis, man spüre, dass die Verfahren jetzt zügig vorankämen, berichtete Auerbach. Ein Großteil der Menschen seien schon in Integrationskursen bzw. Alphabetisierungskursen oder bereits für diese Kurse vorgemerkt. Bei all diesen Maßnahmen seien immer Deutschkurse ein Bestandteil. Der lokale Arbeitsmarkt hier im Landkreis sei so offen, erklärte Auerbach, dass es mit den Arbeitserlaubnissen keinerlei Probleme gebe. Im Helferbereich komme es zu keinen Konkurrenzsituationen mit den heimischen Arbeitnehmern. Auerbach bekräftigte, dass ihre Behörde Arbeitslose ohne Migrationshintergrund definitiv nicht vernachlässige. Der stellvertretende Landrat Helmut Himmler erklärte, dass die Integration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Die Sozialsysteme dürften nicht damit belastet werden.
Da viele der Flüchtlinge über keinen gültigen Führerschein verfügten, sei die Mobilität zu den Integrationskursen oder der Arbeitsstätte schon ein Problem. Der ÖPNV im Landkreis Neumarkt stoße hier an seine Grenzen in einem Flächenlandkreis wie der Landkreis Neumarkt. Dennoch sei festzustellen, dass die Flüchtlinge nicht mehr in die Ballungszentren zögen, sondern aus freien Stücken im Landkreis blieben. Die dezentrale Unterbringung im Landkreis, die bisher gut funktioniere, und das allgemein günstige Umfeld trage zu der Erkenntnis bei, dass hier die Integration am besten gelingen könne. Auerbach beantwortete die Frage, wo man sich im Integrationsprozess derzeit befinde, eindeutig. Man stehe erst am Anfang. Bei den Jugendlichen gehe man davon aus, dass es 5 Jahre dauere, um eine umfassende berufliche Qualifikation zu erreichen. Die bisherigen Rückmeldungen aus den Unternehmen, die Flüchtlinge einen Arbeitsplatz bieten, seien positiv. Im Rückblick fasste Helmut Himmler zusammen, dass das Flüchtlingsthema 2014 noch überschaubar gewesen sei. Im letzten Jahr sei man aber dann davon überrollt worden, so dass es eine gewisse Zeit brauche, bis sich die Verwaltungen auf allen Ebenen neu darauf eingestellt hätten. Er zeigte sich überzeugt, dass ein Großteil der jungen Leute den Weg in unsere Gesellschaft finden würde.
Kreisrat Erwin Jung sprach den Mangel an bezahlbaren Wohnraum an, der auch im Landkreis für viele Menschen ein Thema sei, nicht nur für die Flüchtlinge. Der soziale Wohnungsbau müsse schnell in die Spur kommen, um diesem Problem nachhaltig zu begegnen. Die Dietfurter Bürgermeisterin Carolin Braun sehe hier aber auch die Chance, die Versäumnisse der letzten 10 Jahre in diesem Sektor zu korrigieren.
Im Übrigen stellte Auerbach fest, dass mit Sprachproblemen nicht nur die Flüchtlinge zu kämpfen hätten. Auch bei Menschen aus dem EU-Ausland wie Spanien oder Bulgarien gebe es immer wieder Sprachbarrieren. Neben dem Spracherwerb sei es aber für die Flüchtlinge genauso wichtig, unsere Lebenskultur vermittelt zu bekommen. Einen großen Beitrag würden hier auch die ehrenamtlich aktiven Gruppen im Landkreis leisten. Wenn Zustände wie 2015 sich nicht noch einmal wiederholen würden, dann könne die Integration mit der benötigten Zeit gut gelingen.

 

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