
MdL Reinhold Strobl im Interview mit Markus Müller von der Amberger Zeitung:

MdL Reinhold Strobl im Interview mit Markus Müller von der Amberger Zeitung:
1. Was ist denn 2010 im SPD-Kreisverband nicht so gut gelaufen, worüber haben Sie sich geärgert?
Damit ich mich ärgere, muss eigentlich schon viel geschehen oder - um bei Ihrer Fragestellung zu bleiben – nicht geschehen. Ich kann für uns feststellen, dass wir im Kreisverband viele aktive Ortsvereine haben, welche auch regelmäßig Veranstaltungen durchführen. Es gibt jedoch auch einige Schwachpunkte, das will ich nicht verschweigen. Mehr Engagement wäre manchmal wünschenswert. Es ist jedoch so, dass die positiven Erlebnisse überwiegen und ich hoffe, dass dies auch im neuen Jahr wieder so ist.
2. Gab es auch etwas, über das Sie sich gefreut haben?
Wir hatten im zurückliegenden Jahr mehrere Veranstaltungen, die sehr gut besucht waren, so z.B. die Buchlesungen mit Wilhelm Schlötterer und Carolin Walter. Auch die Mitgliederentwicklung ist wieder erfreulicher. Hier werden wir unseren Schwerpunkt im neuen Jahr setzen müssen. Wir laden alle, die sich in anderen Parteien nicht mehr Zuhause fühlen oder sich neu in der Politik engagieren wollen, ein, bei uns mitzuarbeiten. Politische Arbeit bedeutet für mich zunächst, dass man sich für die Belange seiner Heimat und der Menschen einsetzt. Wer Politik anderen überlässt, nimmt in Kauf, dass andere Politik gegen die eigenen Interessen machen.
3. Was werden im Kreisverband die Themen des Jahres 2011 sein?
Das Thema Soziale Gerechtigkeit und gerechte Steuern, das Thema Leiharbeit und die verstärkte Einführung von Mindestlöhnen müssen von uns noch viel mehr thematisiert werden. Mir wird Angst, wenn ich daran denke, welche Renten einmal diejenigen bekommen, die heute zu diesen miserablen Löhnen beschäftigt sind. Hier ist die Altersarmut vorprogrammiert. Die „Rente mit 67“ muss vom Tisch. Notwendig sind vielmehr flexible Übergänge bzw. Lösungen, welche denjenigen Menschen, die nicht mehr arbeiten können, eine anständige Rente garantiert und denjenigen, die noch arbeiten wollen und können, die Möglichkeit schafft, dies auch zu tun. Dazu gehört aber auch, dass die Wirtschaft und die öffentliche Hand auch einmal darüber nachdenkt (und begreift!), wie die Arbeitsplätze insgesamt menschlicher gestaltet werden können, damit die Arbeitnehmer überhaupt in der Lage sind, länger zu arbeiten und nicht mit 55 schon kaputt sind. Auch die Belohnung und die Abfindungen für Manager in Millionenhöhe sind für mich ein Thema.
4. Aus Ihren lokalen Erfahrungen heraus: Welche Themen müssten in Ihrer Partei auf Landes- oder Bundesebene noch stärker in den Vordergrund rücken?
Das Thema Bildung wird auch in Zukunft von zentraler Bedeutung sein. Bildung ist für mich ein Wert an sich und darf nicht nur bedeuten, junge Menschen möglichst schnell der Wirtschaft zuzuführen, egal, welcher Stress damit für die Kinder verbunden ist. Wir brauchen mehr Lehrer und eine bessere Förderung. Die Schullandschaft vor Ort hat aber auch etwas mit der Zukunft unserer Kommunen zu tun. Für mich stellt sich die Frage, welche Zukunft Gemeinden ohne Schule haben. Ich würde mir wünschen, dass sich die Eltern hier mehr engagieren.
Ein weiteres Thema, welches bisher noch nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion steht, ist der Zustand mancher Ortszentren. Ich könnte Ihnen auf Anhieb in manchen Gemeinden ganze Straßenzüge nennen, in denen nur noch eine ältere Person in einem Haus wohnt. Was ist danach? Es gibt auch leer stehende Häuser, welche wegen überzogener Preisvorstellungen der Erben seit Jahren leer stehen. Hier wäre ein Umdenken nötig. Vielleicht sollte man aber auch einmal über unterschiedliche Sätze bei der Grunderwerbssteuer nachdenken, z.B. für Bauvorhaben auf der grünen Wiese oder für den Erwerb bestehender Anwesen. Wir müssen es schaffen, wieder mehr Leben in die Ortszentren zu bringen. Ein weiteres Thema wäre die Energiepolitik.
5. Ärgert es Sie als alt gedienten Sozialdemokraten, wenn Ihre traditionsreiche Volkspartei in den Umfragen von den Grünen überflügelt wird?
Es ärgert mich nicht, mich wundert es nur. Während wir immerhin in den meisten Gemeinden einen Ortsverein haben und wir auch vor Ort präsent sind, haben die kleineren Parteien eine viel schlechtere Infrastruktur. Die SPD ist für mich (bei aller Kritik, die man als Mitglied immer auch an seiner eigenen Partei hat) die einzige Partei, welche die Interessen der arbeitenden Menschen am meisten vertritt. Alle anderen Parteien machen entweder Klientelpolitik oder haben sich in ihrer Arbeit nur wenigen Politikbereichen gewidmet.
6. Was macht denn der neue Landtagsfraktionschef Rinderspacher anders oder vielleicht sogar besser als Franz Maget?
Das ist schwer zu sagen. Franz Maget hat seine Arbeit immer gut gemacht und Markus Rinderspacher macht seine Arbeit ebenfalls gut. Übrigens war für mich Markus Rinderspacher schon vor seiner Wahl ein Favorit im Falle eines Wechsels an der Fraktionsspitze. Jetzt wird es darauf ankommen, wie er die einzelnen Mitglieder der Fraktion einsetzt. Es muss deutlich werden, dass die Arbeit nicht nur von einem Mann an der Spitze geleistet wird, sondern letztendlich von 39 SPD-Abgeordneten, welche sich alle in ihren einzelnen Arbeitsbereichen einbringen. Jede/r legt seinen Schwerpunkt anders. Und miteinander haben wir in Bayern eine starke Mannschaft. Das muss mehr herausgestellt werden.
7. Landesbank und HGAA sind offene Flanken der CSU. In den Umfragen fällt es aber der SPD nicht leicht, daraus Kapital zu schlagen. Warum eigentlich?
Es war schon immer für die SPD schwierig, aus Skandalen Kapital zu schlagen. Wenn es nach den Skandalen ginge, dürfte die CSU in Bayern schon lange nicht mehr an der Regierung sein. Es ist richtig, diese Skandale immer wieder aufzugreifen und den Menschen aufzuzeigen. Inzwischen stellt sich auch heraus, dass die CSU nicht mehr die große bayerische Volkspartei ist, sondern wegen der Skandale, aber auch wegen der insgesamt unbefriedigenden Politik dieser Partei, eine immer größer werdende Unzufriedenheit festzustellen ist. Die Wählerinnen und Wähler in Bayern sind zu einem Wechsel bereit.
8. Wutbürger und Stuttgart 21 sind die Wörter des Jahres 2010 – was können die Parteien Ihrer Ansicht nach daraus lernen?
Die Bürger müssen mehr noch wie bisher frühzeitig in wichtige Entscheidungen mit einbezogen werden. Es trifft natürlich zu, dass es jetzt schon eine Beteiligung gibt. Das reicht aber – wie wir sehen - nicht aus. Großprojekte sollten aber auch immer auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden. Ist es wirklich so wichtig, nochmals 10 Minuten schneller von A nach Z zu kommen und dafür Milliarden zu verbauen oder wäre es nicht besser, wenn diese Gelder z.B. im Bereich Bahn in der breiten Fläche investiert würden – z.B. in den Ausbau der Bahnstrecken in den Regionen, in besseres Wagenmaterial und in mehr Service oder angenehmere Bahnhöfe?
9. Wer ist Ihr Held des Jahres 2010? (ggf. warum)
Für mich gibt es nicht „den großen“ Helden. Es sind vielmehr viele. Das sind z.B. diejenigen Journalisten auf der ganzen Welt, welche gegen Ungerechtigkeiten anschreiben und dafür sogar ihr Leben in Kauf nehmen. Das sind die Menschen, die für Demokratie und Menschenrechte eintreten. Das sind die unzähligen Menschen in unserem Land und darüber hinaus, die sich sozial engagieren oder diejenigen, die sich ihre Meinung am Stammtisch sagen trauen, wenn über Minderheiten hergezogen wird. Einen Namen möchte ich allerdings trotzdem nennen. Mich hat Frank-Walter Steinmeier sehr beeindruckt, als er für seine Frau eine Niere spendete.
Wenn Sie einen Wunsch für 2011 frei hätten, dann lautete der … zunächst Gesundheit - Frieden und mehr Solidarität auf dieser Welt. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen auch an ihre Mitmenschen denken.
Reinhold Strobl, MdL
Homepage SPD Amberg-Sulzbach
01.10.2026, 19:00 Uhr Mitgliederversammlung
08.10.2026, 18:30 Uhr - 23:00 Uhr SPD Stammtisch
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …
13.10.2026, 20:00 Uhr - 23:00 Uhr Bürgerinfo - Stadtrat
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …
14.10.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Stadtratssitzung
12.11.2026, 18:30 Uhr - 23:00 Uhr SPD Stammtisch
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …
08.12.2026, 21:00 Uhr - 00:00 Uhr Bürgerinfo - Stadtrat
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …
09.12.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Stadtratssitzung
14.12.2026 Kreistag
14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen
14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen
14.09.2026 17:53 Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland
Schließung deutscher Goethe-Institute in Russland ist großer Fehler Nancy Faeser, zuständige Berichterstatterin: Seit dem 13.09.2026 schließt Russland die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Entscheidung als schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch. Die Institute stärken die Verbindungen zwischen Deutschland und der russischen Zivilgesellschaft über Regierungen hinaus. „Die Schließung der… Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland weiterlesen
04.09.2026 17:57 Beschlusspapiere Klausur der SPD-Bundestagsfraktion am 03./04. September 2026
Beschlusspapiere Klausur der SPD-Bundestagsfraktion am 03./04. September 2026 Die SPD-Bundestagsfraktion hat auf ihrer heutigen Klausursitzung folgende Beschlüsse gefasst: Wirtschaftliche Abhängigkeiten reduzieren, Klimaanpassung vorantreiben Damit Fortschritt bei allen ankommt: gute Arbeit im KI-Zeitalter Beide Beschlusspapiere finden Sie auch hier.
03.09.2026 17:58 Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt
Wir gratulieren Ronald Rauhe herzlich zu seiner Ernennung zum Staatsminister für Sport und Ehrenamt. Damit hat das Warten auf die Nachbesetzung von Christiane Schenderlein endlich ein Ende. Als zweifacher Olympiasieger bringt Rauhe umfangreiche eigene Erfahrungen aus dem Spitzensport mit. Sonja Eichwede, stellvertretende Fraktionsvorsitzende: „Ich gratuliere Ronald Rauhe herzlich zu seiner Ernennung. Nach dem Wechsel von… Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt weiterlesen
02.09.2026 17:59 Jasmina Hostert zum KiTa-Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz
Gute Startchancen für jedes Kind – starke Kitas, starke Familien Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin: Heute hat das Kabinett den Entwurf für ein KiTa-Startchancen- und -Qualitätsentwicklungsgesetz beschlossen. Das Gesetz soll bundesweite Qualitätsstandards für Kindertagesbetreuung einführen und die Entwicklungs- und Bildungschancen von Kindern verbessern. Der Bund will die Länder dafür von 2027 bis 2034 mit rund 9,25 Mrd.… Jasmina Hostert zum KiTa-Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz weiterlesen
01.09.2026 18:01 Russische hybride Angriffe: Bundesregierung muss entschlossen handeln
Der Fund der mit Sprengstoff beladenen Drohne auf dem Leipziger Flughafen beruht auf einer durch Russland gesteuerten Aktion. Es ist wichtig, dass die Bundesregierung darauf entschieden reagiert und den Aggressor konkret benennt. Die nun angekündigten Maßnahmen sind zu begrüßen. Russland muss unmissverständlich klargemacht werden, dass Angriffe auf deutschem Boden nicht folgenlos bleiben. Sonja Eichwede, stellvertretende Fraktionsvorsitzende:… Russische hybride Angriffe: Bundesregierung muss entschlossen handeln weiterlesen
24.08.2026 19:52 Pflegenden Angehörigen die Alterssicherung zu kürzen, wäre das falsche Signal
Die angekündigte Kurskorrektur von Bundesgesundheitsminister Linnemann bei der Pflegereform unterstützen wir, sagt Christos Panztazis. Dafür braucht es aber auch eine gerechte Gegenfinanzierung. „Wir begrüßen die angekündigte Kurskorrektur von Bundesgesundheitsminister Linnemann ausdrücklich. Es ist richtig, die geplante Kürzung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige komplett zurückzunehmen. Wir als SPD haben von Anfang an deutlich gemacht: Die Stabilisierung… Pflegenden Angehörigen die Alterssicherung zu kürzen, wäre das falsche Signal weiterlesen
03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen
23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen
Ein Service von websozis.info
| Besucher: | 78115 |
| Heute: | 992 |
| Online: | 6 |