Die Reihe seiner Kamingespräche setzte MdL Reinhold Strobl am Donnerstag im Gasthaus Haas in Schnaittenbach fort.
Strobl betonte, dass es ihm bei diesen Gesprächen nicht darum gehe, die große Politik zu verkünden, sondern das Gespräch mit Betroffenen zu suchen und ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Anregungen in die Politik einzubringen. Strobl: "Ich stelle mich der Diskussion. Ich will hören, wie es in der Praxis ausschaut." Diesmal stand das Thema Jugend auf der Tagesordnung.
Es wurden vor allem die Bereiche Ausbildung und Jugendarbeitslosigkeit diskutiert. Wolfgang Trummer (Kolping) und Diakon Erich Böllner (Ernst-Nägelsbach-Haus) betonten, dass jeder Jugendliche seine Stärken habe. Sie müssten entsprechend gefördert und gefordert werden.
Die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe, so war zu hören, funktioniert im Landkreis. Wichtig sei, dass diejenigen Jugendlichen, die aus einem schwierigen familiären Bereich kämen, betreut würden. Dabei spiele die individuelle Betreuung eine ebenso große Rolle wie eine Nachbetreuung. Jungen Menschen müsse das Gefühl vermittelt werden, dass sie in unserer Gesellschaft gebraucht würden.
Dieses Gefühl hätten junge Menschen eben nicht, wenn sie mit vielen Schwierigkeiten zwar einen Schulabschluss gemacht hätten, anschließend aber keinen Ausbildungsplatz bzw. Arbeitsplatz bekämen. Gerade aber in diesem Lebensabschnitt, so MdL Reinhold Strobl, sei es wichtig, den jungen Menschen eine Chance zu geben. Wolfgang Trummer konnte mit Stolz verkünden, dass über die Maßnahmen bei Kolping rund 2/3 der Jugendlichen in einen Ausbildungsberuf gebracht werden konnten. Dafür sei auch den Betrieben zu danken.
Mit den Maßnahmen, welche über den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden, könne man den Jugendlichen eine Hilfestellung beim Einstieg ins Berufsleben geben. Er Bedauerte jedoch, dass man (nur in Bayern) vom Maßnahmenträger eine Eigenbeteiligung von 10 Prozent erwarte. Damit stünden diese oft vor großen finanziellen Schwierigkeiten bzw. Kraftanstrengungen. Reinhold Strobl sprach noch das Thema Jugendarbeit an.
Er bedauerte, dass die Mittel des Freistaates in der Vergangenheit gekürzt wurden. Gerade in diesem Bereich sei es aber falsch, zu "sparen." Eine gute Jugendarbeit durch die verschiedenen Jugendverbände sei gerade in dieser Zeit sehr wichtig. In Jugendgruppen würde das Miteinander gelernt, das oft durch den Einfluss der neuen Medien oder manchmal einfach durch die Tatsache, als Einzelkind aufgewachsen zu sein, nicht vorhanden sei. Hier würde gelernt, Verantwortung zu übernehmen und auch für andere da zu sein. Diese jungen Menschen seien es auch, die später Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen.