Mit klaren Worten hat der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck die Erklärung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung zum Abschuss von Passagierflugzeugen bedacht: Die Pläne seien "absurd". Die Kanzlerin forderte er auf, sowohl Jung als auch den Innenminister in die Schranken zu weisen.
Von der Strategie der CDU-Minister Jung und Wolfgang Schäuble, immer wieder neue Bedrohungslagen zu konstruieren halte er "absolut nichts", unterstrich Struck im Interview mit der Stuttgarter Zeitung (Donnerstagsausgabe).
So hatte etwa Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble erneut vorgeschlagen, die Bundeswehr auch in Innern einzusetzen. Der Minister wolle bestimmte Bedrohungslagen "gleichsetzen mit Krieg. Wir werden das nicht akzeptieren", stellte Struck klar. Zudem forderte er Schäuble auf, sich nicht in "Sonntagsinterviews zu verbreiten", sondern die zuständigen Gremien, Minister "und natürlich die Kanzlerin" zu informieren, sollte er Hinweise auf konkrete Gefahrensituationen haben. "Ich vermute, dass er gar keine konkreten Erkenntnisse hat", sagte Struck.
Zudem seien die Äußerungen von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), er würde einen Befehl zum Abschuss einer Passagiermaschine geben, absurd. "Noch schlimmer finde ich den Hinweis, dass er Piloten aussucht, die bereit sind, sich rechtswidrig verhalten", kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende und ehemalige Verteidigungsminister. Ein solcher Befehl sei rechtwidrig, und ein Soldat der einen solchen Befehl befolge, mache sich strafbar.
In der Diskussion um immer neue Vorstöße der beiden Minister vermisst der Sozialdemokrat klärende Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Das irritiert mich". "Aber letztlich", gibt sich der SPD-Fraktionschef gelassen, "reicht es ja, wenn wir als Koalitionspartner die Herren Jung und Schäuble stoppen".