Auch auf Instagram verfügbar (Bitte Instagram Logo klicken)

 

Auch auf Facebook verfügbar (Bitte Facebook Logo klicken)

 

Kalte Krieger am Werk - vor allem in Georgien

Veröffentlicht am 20.09.2008 in Europa

Der amerikanische Journalist Naom Chomsky hat jetzt viele Hintergründe des Konflikts in Georgien in der Frankfurter Rundschau beschrieben.
In deutschen Medien sieht, hört und liest man dazu kaum etwas, meistens schwafeln dumbe Medienvertreter einfältig von den bösen Russen und manipulieren die Öffentlichkeit.

Georgien und die Kalten KriegerDen tragischen Ereignissen im Kaukasus liegen hauptsächlich zwei Streitpunkte zugrunde: die Kontrolle über die Öl- und Erdgaspipelines und die die Ausweitung der Nato.
Als die Sowjetunion zerfiel, machte Michail Gorbatschow ein Zugeständnis, das angesichts der Geschichte und der strategischen Lage höchst verwunderlich war: Er stimmte zu, dass das vereinte Deutschland einer feindlichen Militärallianz beitrat. Gorbatschow machte dieses Zugeständnis unter der Bedingung, dass die Nato ihren Aktionsradius nicht weiter nach Osten ausdehne, und zwar um “keinen Zentimeter”. Das seien die genauen Worte von Außenminister James Baker gewesen, so Jack Matlock, der in den entscheidenden Jahren von 1987 bis 1991 amerikanischer Botschafter in Russland war. Das Versprechen wurde von Clinton nicht lange eingehalten.
Von Noam Chomsky .
Quelle: FR
George Bush, Condoleezza Rice und andere hohe Regierungsbeamte verwiesen auf die hehren Grundsätze der Vereinten Nationen und warnten vor einem Ausschluss, falls Russland in Georgien gegen UN-Richtlinien verstoße.

Einstimmig wurde betont, dass alle Nationen in ihrer Souveränität und Gebietshoheit unantastbar seien - alle Nationen, außer denen, gegen die die USA gerne Krieg führen möchten: Irak, Serbien, vielleicht Iran und eine lange altbekannte Liste von anderen.

Das Wechselspiel von Politsatire und tatsächlichen Ereignissen wurde noch lehrreicher, so Serge Halimi in Le Monde Diplomatique, "als der liebenswerte pro-amerikanische Michail Saakaschwili seine 2000 im Irak stationierten Soldaten zurückbeorderte, um Georgiens Grenzen zu verteidigen" - 2000 Mann, das ist neben den beiden Krieg führenden Staaten eines der größten im Irak befindlichen Truppenkontingente.

Willkommensgruß
(Foto: rtr)

Die sieben Gründungsmitglieder der G8-Länder gaben eine Erklärung heraus, in der sie das Vorgehen des Gruppenmitglieds Russland verurteilen, dem die anglo-amerikanische Direktive der Nichteinmischung scheinbar nicht gewärtig ist. Die EU berief eigens einen Sondergipfel ein und verurteilte Russlands Vergehen. Das letzte EU-Treffen fand anlässlich der Irak-Invasion statt, die übrigens nicht verurteilt wurde.

Russland berief eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates ein, in der man aber zu keiner Einigung kam, da die USA, England und einige andere sich anscheinend nicht mit der Klausel anfreunden konnten, nach der beide Seiten "von Gewalteinsatz absehen" sollten.

Der Autor

Noam Chomsky ist emeritierter Professor für Linguistik und Philosophie am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, Massachusetts.

Chomskys linguistische und politische Schriften wurden zusammengefasst in "The Essential Noam Chomsky", herausgegeben von Anthony Arnove, erschienen bei New Press. Beide Texte hat Andrian Widmann aus dem Englischen übersetzt. Die historischen Voraussetzungen werden nicht ernstlich in Zweifel gezogen. Es war Stalin, der Südossetien und Abchasien (mit seinen Seehäfen am Schwarzen Meer) seiner Heimat Georgien zuteilte. Jetzt pochen westliche Staatsführer darauf, dass Stalins Direktiven auf jeden Fall eingehalten werden müssen.

Die Provinzen waren bis zum Zusammenbruch der UdSSR relativ unabhängig. 1990 jedoch verbot Georgiens ultranationalistischer Präsident Swiad Gamasachurdia die Autonomie einzelner Gebieten und marschierte in Südossetien ein. Der daraus folgende Krieg forderte 1000 Todesopfer und machte Zehntausende zu Flüchtlingen.

Eine kleine russische Friedenstruppe überwachte den langen, unsicheren Waffenstillstand, der am 7. August gebrochen wurde, als der georgische Präsident Saakaschwili seine Truppen einmarschieren ließ. Nach Aussagen einer "großen Anzahl von Augenzeugen", so die New York Times, begann das georgische Militär sofort damit, "sowohl die Zivilbevölkerung der Stadt Zchinwali als auch die dort stationierten russischen Friedenstruppen mit schwerem Raketengeschütz und Artilleriefeuer zu attakieren."

Russland griff natürlich ein, vertrieb die georgischen Truppen aus Südossetien, eroberte weitere Teile von Georgien und zog sich schließlich teilweise in die Nähe von Südossetien zurück. Es gab viele Verluste und Gräueltaten, und wie gewöhnlich traf es vor allem die Unschuldigen.

Den tragischen Ereignissen im Kaukasus liegen hauptsächlich zwei Streitpunkte zugrunde. Einer ist die Kontrolle über die Öl- und Erdgaspipelines von Aserbaidschan nach Westen. Bill Clinton wählte Georgien, um Russland und den Iran zu umgehen, weswegen dort auch schwere US-Militärpräsenz herrscht. Georgien ist "ein überaus wichtiger strategischer Posten für uns", sagt Zbigniew Brzezinski.

Der zweite Streitpunkt im Kaukasus ist die Ausweitung der Nato nach Osten. Als die Sowjetunion zerfiel, machte Michail Gorbatschow ein Zugeständnis, das angesichts der Geschichte und der strategischen Lage höchst verwunderlich war: Er stimmte zu, dass das vereinte Deutschland einer feindlichen Militärallianz beitrat. Gorbatschow machte dieses Zugeständnis unter der Bedingung, dass die Nato ihren Aktionsradius nicht weiter nach Osten ausdehne, und zwar um "keinen Zentimeter". Das seien die genauen Worte von Außenminister James Baker gewesen, so Jack Matlock, der in den entscheidenden Jahren von 1987 bis 1991 amerikanischer Botschafter in Russland war.

Das Versprechen wurde von Clinton nicht lange eingehalten, der damit auch Gorbatschows Bemühungen unterlief, den Kalten Krieg zu beenden, indem beide Seiten zusammenarbeiteten. Der Vorschlag Russlands für eine nuklearwaffenfreie Zone von der Arktis bis zum Schwarzen Meer wurde von der Nato abgelehnt, denn "das hätte die Ausweitungspläne der Nato behindert", so der ehemalige Nato-Stratege Michael McGwire.

Gorbatschows Hoffnungen fielen dem amerikanischen Triumph zum Opfer. Clintons Schritte fanden in dem aggressiven Vorgehen von George Bush noch eine Steigerung. Matlock schreibt, dass Russland die Übernahme von ehemaligen russischen Satellitenstaaten durch die Nato vielleicht toleriert hätte, wenn die USA "Serbien nicht bombardiert und die Ausweitung ihres Militärbündnisses vorangetrieben hätten. Letztendlich aber haben ein US-Raketenabwehrschild in Polen sowie die Einmischung der Nato in Georgien und der Ukraine das Maß voll gemacht. Das Durchpeitschen der Unabhängigkeit des Kosovo war der letzte Tropfen. Putin wusste, dass Zugeständnisse an die USA nicht erwidert, sondern dazu benutzt worden waren, die Vormachtsstellung der USA in der Welt zu befördern. Sobald Putin genug Halt hatte, um Widerstand zu leisten, tat er es" - in Georgien.

Es wird viel geredet über einen neuen Kalten Krieg, der durch das brutale Vorgehen Russlands in Georgien provoziert worden sei. Die neu stationierten US-Flottenkontingente im Schwarzen Meer sind besorgniserregend - entsprechende Aktionen der Gegenseite im Golf von Mexiko würden wohl kaum toleriert werden -, ebenso wie andere Anzeichen für eine Konfrontation. Anstrengungen der Nato, ihren Wirkungsbereich auf die Ukraine auszudehnen, könnten extrem gefährliche Folgen haben. Die jüngsten Besuche von Vizepräsident Cheney in Georgien und der Ukraine stellen eine rücksichtslose Provokation dar.

Trotz allem ist ein neuer Kalter Krieg eher unwahrscheinlich. Um die Aussichten einzuschätzen, sollten wir uns zunächst einmal klar darüber sein, welche Bedeutung der Kalte Krieg hatte. Lässt man die Ideologie beiseite, war der Kalte Krieg nichts weiter als eine stille Übereinkunft, die es jedem der beiden Kontrahenten freistellte, Gewalt und subversive Taktiken anzuwenden, um seine jeweiligen Gebiete zu kontrollieren: Im Fall von Russland waren das die Mitglieder des Ostblocks; für die globale Supermacht war es so ziemlich der Rest der Welt. Die Neuauflage eines solchen Szenarios wäre für die menschliche Gemeinschaft höchst unwillkommen - vielleicht sogar fatal.

 

Homepage SPD Berg / Oberpfalz

Alle Termine öffnen.

20.06.2026, 14:00 Uhr - 18:00 Uhr SPD Grillfest 2026
    Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstv …

23.06.2026, 20:00 Uhr - 23:00 Uhr Bürgerinfo - Stadtrat
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

24.06.2026, 18:00 Uhr - 21:00 Uhr Stadtratssitzung
 

07.07.2026, 19:30 Uhr VoSi

16.07.2026, 18:30 Uhr - 23:00 Uhr SPD Stammtisch
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

28.07.2026, 20:00 Uhr - 23:00 Uhr Bürgerinfo - Stadtrat
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

29.07.2026, 18:00 Uhr - 21:00 Uhr Stadtratssitzung
 

03.09.2026, 18:30 Uhr - 23:00 Uhr SPD Stammtisch
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

15.09.2026, 20:00 Uhr - 23:00 Uhr Bürgerinfo - Stadtrat
Hierzu sind nicht nur Mitglieder eingeladen, sondern selbstverständlich auch alle Freunde unseres Ortsvereins …

16.09.2026, 18:00 Uhr - 21:00 Uhr Stadtratssitzung
 

Alle Termine

WebsoziInfo-News

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

19.01.2026 18:25 „Startups fördern, Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken“
Parlament will EU-weite Unternehmensgründung binnen 48 Stunden ermöglichen weiterlesen auf spdeuropa.de

Ein Service von websozis.info

 

 

Besucher:78105
Heute:702
Online:3