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Keine Legendenbildung - Fernwärmeversorgung ist alternativlos!

Veröffentlicht am 06.06.2011 in Kommunalpolitik
Das Biomasseheizkraftwerk musste Konkurs anmelden, weil sich die Rahmenbedingungen so geändert haben, dass ein wirtschaftlicher Betrieb des ökologisch sinnvollen Projekts nicht mehr möglich ist. Damit haben sich leider auch die Hoffnungen der SPD nicht erfüllt, die mit der im Jahre 2004 getroffenen Entscheidung auf eine Pachteinnahme und Beteiligung an eventuellen Gewinnen gesetzt hatten. Drei Gründe waren letztendlich die Ursache:
  • Die auf Grund der Einspeisevergütung im EEG festgelegte Stromvergütung, die über die Jahre konstant bleibt, trägt einen permanent steigenden Holzpreis nicht Rechnung. Das führt irgendwann bei jedem Biomasseheizkraftwerk dazu, dass wegen der Rohstoffeinkaufskosten die Betriebskosten größer sind als der Stromerlös!
  • Der Holzpreis, der von 38, -- €/to im Jahre 2004 auf über 80, -- €/to im Jahre 2011 gestiegen ist, hat den anfänglich prognostizierten Gewinn auf Null Euro sinken lassen.
  • Hinzu kam eine Zahlungsrückforderung von E.ON über 495.000 , -- € für das Jahr 2009, weil sie einen schriftlich zugesagten NaWaRo- Bonus nicht mehr zahlen wollten. Dies bedeutet aber auch für die Folgejahre eine Mindereinnahme von fast 500.000, -- € pro Jahr!
Um einer Legendenbildung von vorneherein vorzubeugen, ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, warum man sich 2004 für das Werk am Eichelberg entschieden hat:
  • Das Fernwärmenetz wurde in den 80iger Jahren gebaut, als die Abwärme der Maxhütte kostenlos anfiel. Damals wurde ein relativ langes Leitungsnetz, das sich an der Topografie der Stadt orientierte errichtet, um zunächst das Hallenbad, dann die Schulen und das Waldbad, später auch die Bereitschaftspolizei zu versorgen. Der Einspeisepunkt lag also schon auf dem Maxhüttengelände.
  • Als ab den 30. April 2004 die kostenlose Abwärme der Maxhütte nicht mehr zur Verfügung stand, brauchte man rasch eine Zwischenlösung, um die Fernwärmeversorgung klimaneutral zu sichern. Dies ist mit dem Bau eines kleinen Heizwerkes auf dem Gelände an der Europastraße ermöglicht worden.
  • Bei der Entscheidung, ob langfristig das Konzept Lichtblick/Stadt oder das von der CSU favorisierte Konzept Techem/Vectura zum Tragen kommt, spielt die Rechtsaufsicht beim Landratsamt die entscheidende Rolle: Alleine das Konzept Lichtblick/Stadt wird hier als genehmigungsfähig angesehen, dem Konzept Techem/Vectura eine klare Absage erteilt.
Demzufolge war die Entscheidung des Stadtrates für das Konzept Lichtblick/Stadt das einzig mögliche, wollte man die Fernwärmeversorgung langfristig aufrecht erhalten. Fernwärmeversorgung alternativlos Der jetzige Konkurs ist betriebswirtschaftlich gesehen die logische Konsequenz, bringt aber auch neue Perspektiven, denn die Fernwärmeversorgung ist alternativlos, wenn man den Atomausstieg will! Der Konkursverwalter ist am Zuge, zu prüfen, in welcher Form die komplette Anlage weiterbetrieben werden kann, damit die 14 Arbeitsplätze und die Wärmeversorgung erhalten bleiben. Mit neuen Investoren oder besseren Rahmenbedingungen ist das machbar. Möglich wäre es aber auch, allein über das kleine Heizwerk und den Ölkessel die Fernwärmeversorgung sicherzustellen. Allerdings ist auch hier die langfristige Wirtschaftlichkeit nur gegeben, wenn neue, große und damit zahlungskräftige Abnehmer gefunden werden und wenn man eine Möglichkeit findet, den Fernwärmepreis zumindest teilweise an den Holzpreisindex zu binden.
 

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