SPD-Europaabgeordnete drängen zu Transparenz und Änderungen am CETA-Vertragstext
Die SPD-Europaabgeordneten sind unzufrieden mit dem Verhandlungsstand zum Handelsabkommen der Europäischen Union mit Kanada.
Ismail Ertugs Fraktionskollege und Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange, konfrontiert die EU-Kommission anlässlich der Debatte am Dienstag im Europaparlament mit den Mängeln in den Verhandlungen über CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement).
„Die EU-Kommission muss den vorläufig ausgehandelten CETA-Text unverzüglich veröffentlichen“, fordert Bernd Lange. „Nur so kann die umfassende, auf Fakten basierende öffentliche Diskussion sichergestellt werden, die wir zu so einem umfassenden Abkommen brauchen. Die Kommission hat jetzt die Chance zu zeigen, dass sie es mit ihren Transparenzbekundungen ernst meint und diese Versprechen nicht nur reine Lippenbekenntnisse sind.“
Die Sozialdemokraten fordern zudem weiterhin die Änderungen des aktuellen CETA-Textes. „Investor-Staat-Streitbeilegungsmechanismen (ISDS) sind in einem Abkommen mit Kanada für uns Sozialdemokraten nicht hinnehmbar“, ergänzt Ismail Ertug. „Wir lehnen dieses Instrument, das Investoren ursprünglich Sicherheit gegen willkürliche Rechtsprechung bieten sollte, entschieden ab“.
Ismail Ertug und Bernd Lange fordern die Kommission auf, in diesem Punkt nachzubessern, gerade im Hinblick auf die eindeutig ISDS-kritischen Aussagen des gewählten Präsidenten Jean-Claude Juncker:
„Die Kommission kennt unsere roten Linien genau. Es ist nur zu empfehlen, diese Grenzen zu beachten. Es liegt im Interesse der neuen Handelskommissarin Cecilia Malmström, dass CETA seinen Weg in den Ratifizierungsprozess nur ohne ISDS antritt. Ansonsten sehen wir Sozialdemokraten keine Möglichkeit, diesem Abkommen zuzustimmen.“
Mit ihrer Haltung zu ISDS bekräftigen die SPD-Europaparlamentarier die Haltung des Europäischen Parlaments von 2011. Diese Position unterstreicht, dass Staat-zu-Staat- Streitbeilegungsmechanismen und lokale Rechtsmittel die geeigneten Instrumente sind, um
Investitionsstreitigkeiten zwischen Staaten mit entwickelten Rechtssystemen beizulegen.