MdL Reinhold Strobl wendet sich an Ministerpräsident Seehofer
Beim Neujahrsempfang der CSU in Weiden hat sich Ministerpräsident Horst Seehofer auch zu den Klassenstärken an Grundschulen geäußert. Dies war Anlass für den Schnaittenbacher SPD-Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl, welcher dem Ausschuss "Bildung, Jugend und Sport" angehört, ihn in einem Brief auf die Problematik der Mindeststärken an Bayerns Hauptschulen aufmerksam zu machen.
Strobl schreibt:
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
beim Neujahrsempfang der CSU in Weiden sagten Sie lt. „Amberger Zeitung“: „Mir hat noch niemand richtig erklären können, warum es Grundschulklassen mit 13 Schülern geben kann, aber nicht mit zwölf.“
So ähnlich wie Ihnen ergeht es mir. Und das schon seit Jahren. Mir hat z.B. noch niemand richtig erklären können, warum es Hauptschulklassen mit 15 Schülern geben kann, aber nicht mit vierzehn. Noch vor Jahren lag die Mindestklassenstärke bei zwölf. Dann wurde sie auf 15 Schüler angehoben. Das führte dazu, dass inzwischen viele Hauptschulstandorte nur deswegen aufgegeben wurden, weil in einer Gemeinde ein Schüler bzw. eine Schülerin fehlte. Die Schülerinnen und Schüler sind dadurch teilweise täglich über eine Stunde länger unterwegs als vorher.
Sie werden sicherlich mit mir darin übereinstimmen, dass es keinen positiven Beitrag für die Entwicklung ländlicher Regionen darstellt, wenn Hauptschulstandorte aufgelöst werden. Alleine bei uns im Landkreis Amberg-Sulzbach werden wohl deshalb in den nächsten Jahren mindestens 3 Hauptschulstandorte wegfallen.
Beim Neujahrsempfang der CSU in Weiden sagten sie auch, dass es zum neuen Stil im Bayerischen Landtag gehören solle, gute Anträge der Opposition nicht mehr niederzustimmen, um sie eine Woche später selbst einzubringen: „Die Menschen wollen das nicht.“
Nun hatten wir schon einen Antrag eingebracht, welcher zum Ziel hatte, die Mindestklassenstärke an den Hauptschulen zu senken. Dieser wurde jedoch von der CSU niedergestimmt. Ich habe auch gar nichts dagegen, wenn Sie unseren Antrag als CSU-Antrag einbringen.
Wichtig ist vielmehr, dass den Schülerinnen und Schülern in den Regionen geholfen wird und dass man seitens der Staatsregierung auch bereit ist, flexible Lösungen vor Ort im Interesse der Kinder zuzulassen.
Mit Interesse sehe ich Ihrer Antwort entgegen. Ich hoffe, dass diese im Sinne des neuen Stils im Landtag ausfällt.