MdL Reinhold StroblKooperation der Schularten jetzt mit Leben erfüllen
Die geplante Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Realschulen sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, meint der SPD Landtagsabgeordnete und Bildungsexperte Reinhold Strobl. „Damit bewegt sich endlich auch die CSU ein Stück weit hin zur regionalen Schulentwicklung. Schon seit Jahren fordert die SPD-Landtagsfraktion das dreigliedrige Schulsystem in Bayern zu reformieren und gleichzeitig den Regionen mehr Möglichkeiten bei der Gestaltung der Schullandschaft zu ermöglichen.“
Der jetzige Vorstoß aber reiche noch lange nicht aus, meint Strobl. „Jetzt gilt es, schnell die weiteren Voraussetzungen für eine gemeinsame Haupt- und Realschule zu schaffen." Nicht nur in den organisatorischen Belangen, wie die gemeinsame Nutzung von Einrichtungen müsse eine Zusammenarbeit stattfinden, sondern auch eine pädagogisch sinnvolle Zusammenarbeit begründet werden. „Die Kooperation der Schularten muss mit Leben erfüllt werden“, so Strobl. „Dazu gehört die Anpassung der Lehrpläne und auch die Schaffung der Möglichkeit, den Mittlere Reife-Abschluss an einer Kooperationsschule machen zu können“.
Darüber hinaus fordere die SPD nach wie vor mehr Lehrpersonal, kleinere Klassen und den Ausbau der Schulsozialarbeit in Bayern. Nur so könne man eine individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler auf Dauer sichern.
Die Liste der Antragsteller auf Einrichtung einer Kooperationsschule aus der Oberpfalz sei zudem, wie in der Presse veröffentlicht, nicht vollständig, meint Strobl. „Nicht nur Vilseck und Oberviechtach haben einen Antrag gestellt, auch andere Gemeinden wie Dietfurt-Breitenbrunn, Hahnbach, Nittendorf, Waldmünchen, Wörth-Wiesent und Wernberg-Köblitz hatten sich schon 2008 dafür beworben. Offen ist dabei, wie dies in Gemeinden überhaupt gehandhabt werden soll, die bis dato gar keine Realschule haben.“
An einem neuen Modell der Regionalschule, bei dem Haupt- und Realschule zusammengelegt werden sind die oberpfälzer Gemeinden Nittenau, Wackersdorf und Hemau, sowie Schnaittenbach, Hirschau und Kümmersbruck interessiert und haben teilweise entsprechende Anträge gestellt.
Strobl: „Ein erster Schritt ist jetzt getan, aber bis wir eine zufrieden stellende Bildungslandschaft erreicht haben, bei der auch alle Schulstandorte gesichert bleiben, sind noch viele Fragen offen“.