Dass auch in der Stadt Amberg und im Landkreis „die neue Armut“ immer weiter zunimmt steht für Bernhard Saurenbach, den Vorsitzenden der Amberger Tafel, außer Frage. Bei einem Besuch der SPD-Kreistagsfraktion in den Tafel-Räumen an der Sulzbacher Straße in Amberg betonte er: „Als Irmgard Buschhausen, Brigitte Netta und Beate Binder im Februar 2005 die Amberger Tafel gründeten, kamen aus dem Stadtrat noch Stimmen, dass es in Amberg keine Armut gebe.“
Inzwischen seien über 650 Bedürftige als Kunden registriert, die sich regelmäßig ihre Lebensmit-tel abholten.
Die Zahl der Menschen die zu einer Ausgabe kommen habe sich seit Gründung der Tafel auf etwa 300 verfünffacht. Die Amberger Tafel, so erläuterte Saurenbach beim Rundgang durchs Haus, sei der Deutschen Tafel mit 880 Tafeln Bundesweit und 1700 Ausgabestellen angeschlossen.
Als eingetragener Verein finanziere sie sich ausschließlich über Spenden, betonte er und hob Klaus Conrad „der uns gleich zu Beginn mit zwei Kühlzellen und einem Kühlfahrzeug unterstützte und sie auch weiter großzügig bedenkt“ als großzügigen Sponsor der Tafel hervor. 70 Lebensmittelmärkte der Region aber auch Großhandelsketten stellten kostenlos Waren zur Verfügung, würden, fügte stellvertretende Vorsitzende Irmgard Buschhausen an.
Seit Beginn dieses Jahres sei „ein Riesenansturm“ zu verzeichnen, führte Saurenbach weiter aus, der darauf verwies, dass im abgelaufenen Jahr 350 Tonnen Lebensmittel, „also pro Tag etwa eine Tonne, das waren insgesamt 25598 Lebensmittelkörbe“ an die Kunden der Tafel ausgegeben worden seien.
Einen bis zwei Euro pro Warenkorb – er enthält Lebensmittel für etwa 25 bis 30 Euro – gibt ein Erwachsener als Spende, denn „so kommen sie als unsere Kunden, erhalten so ihr Selbstwertgefühl.“
Dass es für Kin-der auch Süßigkeiten gebe, ist dem Vorsitzenden eine große Freude, „da gibt es zur Zeit halt Schokoladenosterhasen, an Ostern Weihnachtsmänner – aber Schokolade ist Schokolade.“
Nun aber werde es bei wachsender Armut aber immer enger, befürchtet Saurenbach, „wir können nur das ausgeben, was wir bekommen. Können den Bedarf ihrer Kunden nicht vollkommen abdecken, nur helfen einzusparen.“ Und mit einem weiteren Problem hat er sich an die SPD-Kreistagsfraktion gewandt:
Es gebe etwa vier bis fünf Kunden der Amberger Tafel, die sehr bedürftig seien und Probleme hätten die Fahrtkosten zu bezahlen um Lebensmittel bei der Tafel abzuholen. So etwa eine Person aus dem Landkreis, deren Fahrkosten bei einem wöchentlichen Tafelbesuch 8,50 Euro, also 425 Euro im Jahr betragen würden.
Während Bezirksrat Richard Gaßner der Meinung war, dies sei am einfachsten über die betroffenen Gemeinde zu regeln (deren an-geschriebene Bürgermeister jedoch noch nicht reagierten, so Saurenbach), wäre das Problem auch über einem zweckgebundenen an die Tafel übergebenen Fond nach Meinung des Fraktionsvorsitzenden Josef Flierl – „Landrat Reisinger hat für soziale Dinge immer ein offenes Ohr“ – des Landkreises mit Mobi-karten zu lösen.
Einen unbürokratischen Weg zu finden war Kreisrat Winfried Franz Vorschlag, den Kreisrat Günter Cermak in der Übernahme von Freifahrten durch den VAS möglich sah. „Wir bleiben am Ball“ versprach Flierl bei der Übergabe einer „nicht zweckgebundenen“ Spende über 250 Euro aus der Fraktionskasse, lobte den Einsatz der Helfer bei der Tafel „… ihr Engagement ist allererste Sahne.“
Der Kreis der Tafelkunden werde bei einer zu befürchtenden Mehrwertsteuererhöhung auf Lebensmittel steigen gab er sich überzeugt und kritisierte „Der Rettungsschirm für Banken muss einmal bezahlt werden, auch das wird ihre Kunden treffen.“
Zum Bild: Mit den Machern der Amberger Tafel diskutierte die SPD-Kreistagsfraktion, versprach anstehende Probleme lösen zu helfen. An Vorsitzenden Bernhard Saurenbach und seine Stell-vertreterin Irmgard Buschhausen übergab Fraktionsvorsitzender Josef Flierl) eine Spende von 250 Euro. (vorne ab zweitem von rechts.