„Der Freistaat Bayern kann im kommenden Jahr Steuermehreinnahmen in Milliardenhöhe erwarten“, empörte sich Bezirksrat und Bürgermeister Richard Gaßner bei einer Sitzung des SPD-Kreisvorstands im Gasthaus „Forsthof in Kastl, “und Finanzminister Kurt Faltlhauser will im Sozialbereich, bei den Behinderten, sparen“.
Um 2,3 Milliarden auf 28,4 Milliarden Euro würden nach einem Papier des Finanzministeriums im Jahr 2007 die Steuereinnahmen steigen und 2008 noch einmal um 800 Millionen, so Gaßner. Er kritisierte: „In dem Papier sind auch von der Regierung geplante Ausgabenkürzungen aufgeführt: Senkung der Zahlungen für den Landesplan für Altenhilfe um 20 Prozent auf 5,4 Millionen Euro, Senkung der Leistungen für Behinderte von 289,5 Millionen auf 268,1 Millionen Euro“. Um 400 Millionen Euro kürze die Bayerische Staatsregierung auch den Posten der staatlichen Veterinärverwaltung, fügte SPD-Kreisvorsitzender MdL Reinhold Strobl an, der Posten „Zertifizierungs- und Qualitätssicherung für Lebensmittel“ werde von
2,5 auf 2,3 Millionen Euro gekürzt. Ob das die richtige Antwort aus Gammelfleich ist, müsse man sich fragen, meinte er.
Schulschließungen und Verlagerungen von Klassen bzw. Schulen, monierte Strobl, der Mitglied im Bildungsausschuss der Bayerischen Landtags ist, hätten dazu geführt, dass die Kinder ihre wohnortnahe Schule verloren haben und täglich oftmals weite Strecken in überfüllten Bussen zurücklegen müssten. „Hier wäre die Staatsregierung im Sinne der Konnexität in der Pflicht, sich finanziell stärker zu beteiligen, wie dies noch von der ehemaligen Kultusministerin Hohlmeier bei der Einführung des G8 angekündigt worden war“ betonte Strobl.
Stattdessen seien die Zuweisungen an die Kommunen für die Schülerbeförderung und den ÖPNV dauernd zurückgefahren worden. Gerade bei den Gymnasien, die durch die chaotische Einführung des G8 klassenweise zu unterschiedlichen Zeiten Schulschluss hätten, entstehe das Problem, dass die Kinder oft am Nachmittag mangels Ganztagsbetreuung noch lange auf den nächsten Bus warten müssten, obwohl sie eigentlich die Zeit bräuchten, ihr Lernpensum zu Hause abzuarbeiten. Eine flexiblere, zeit- und ortsnahe Regelung der Schülerbeförderung sei hier unabdingbar, sie könne aber von den Landkreisen und Kommunen alleine nicht geschultert werden.
Der Personalabbau beim Amt für ländliche Entwicklung, hielt auch Neukirchens Bürgermeister Winfried Franz nicht mit seiner Kritik zurück, passe nicht obwohl das Personal sein Bestes gebe zum Anspruch der Bayerischen Staatsregierung die ländliche Entwicklung zu stärken. Er verwies seine Bürgermeisterkollegen auf die Möglichkeit Bundesmittel nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) für Straßen mit überregionaler Bedeutung bei der Regierung der Oberpfalz beantragen. „Die Bearbeitungszeit ist relativ kurz, allerdings ist eine Co-Finanzierung durch die Kommune Bedingung“.
Auf die Präsentation des SPD-Kreisverbandes im Internet unter „www.SPD-Amberg-Sulzbach.de“ verwies Vorstandsmitglied Wolfgang Bosser.