Keine Ausnahmegenehmigungen mehr! Schießbetrieb bis nach Mitternacht
Von „Psychoterror“, „Hölle“, „Kriegsgebiet“ und anderen Beschreibungen war in Mitteilungen die Rede, welche in den letzten Wochen der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl von Bewohnern aus dem Auerbacher Ortsteil Nitzlbuch erhalten hatte.
In den Mails berichteten die Anwohner von Schießlärm, der bis in die frühen Morgenstunden hinein gedauert hat und von Fluglärm bis nach 23 Uhr. Der SPD-Landtagsabgeordnete hat diese Beschwerden gesammelt und nun an Bundesverteidigungsminister Jung, seinen Staatssekretär Christian Schmid, an Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein und den stellv. Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, MdB Ludwig Stiegler weiter geleitet. Ein weiterer Brief ging an die Botschaft der USA in Berlin.
Strobl fordert dazu auf, hier endlich auf die Menschen in diesem Truppenübungsplatzrandgebiet zuzugehen. Es könne nicht sein, dass die Menschen in diesem Ortsteil von Auerbach zu den Leidtragenden des Irak-Kriegs in Deutschland werden.
Strobl bedauert, dass die Staatsregierung bisher keine Veranlassung sieht, Maßnahmen zur Verringerung des Schießlärms zu ergreifen. Dabei habe die betroffene Bevölkerung in den zurückliegenden Jahren bzw. Jahrzehnten wirklich viel Verständnis für den notwendigen Schießbetrieb auf dem Truppenübungsplatz aufgebracht. Nachdem es früher rund um den Truppenübungsplatz Lärmbelästigungen gab, konnte man hier zu Lösungen kommen und entsprechende Vereinbarungen abschließen.
Seitdem sei Ruhe. Dies habe auch zu einem guten deutsch-amerikanischen Verhältnis in dieser Region beigetragen. Regelmäßig komme es aber immer wieder zu Beschwerden im Raum Nitzlbuch. Dort liege die Schießbahn in unmittelbarer Nähe der Ortschaft. Der Lärm sei oft unerträglich. Beschwerden waren bisher immer ohne Erfolg. Beschwerde-Telefone waren nicht besetzt. Jetzt solle es auch noch eine Verlängerung der Schießzeiten geben.
Dafür hat Strobl keinerlei Verständnis. Er fordert die US-Armee dazu auf, sich an die vereinbarten Schießzeiten zu halten. Ausnahmen dürften nicht zur Norm werden, sondern müssten unbedingt Ausnahmen bleiben. Der Schießlärm, so Strobl, bliebe allerdings, solange die Schießbahn nicht verlegt werde.
Hier müsste im Interesse der Anlieger und im Interesse eines guten deutsch-amerikanischen Verhältnisses endlich Geld in die Hand genommen werden. Kurzfristig müsse man es auch mit einem Lärmwall versuchen. Notwendig sei auch eine Dauermess-Station. Beschwerde-Telefone und deren dauernde Besetzung seien zwar notwendig. Wichtig sei aber eine Beseitigung der Ursache einer möglichen Beschwerde. Und die Ursache, so Strobl, sei nun einmal der Schießlärm bis in die späte Nacht hinein. Damit sich die Verantwortlichen in der Politik in Berlin und München ein Bild machen können, hat Strobl sowohl den Ministerpräsidenten als auch den Bundesverteidigungsminister zu einem Besuch nach Nitzlbuch eingeladen.