Landtags-Vizepräsident Franz Maget besichtigt historische Druckerei Seidel und Synagoge
Sulzbach-Rosenberg. (phl) Er ließ sich durch die historische Druckerei Seidel führen und besichtigte die derzeit in Renovierung befindliche alte Synagoge: Der Vizepräsident des Bayerischen Landtages, MdL Franz Maget (SPD) besuchte die Herzogstadt. Der Politiker lobte den Kulturstandort Sulzbach-Rosenberg und zeigte sich tief beeindruckt.
Viele SPD-Mandatsträgern und politische Prominenz begleiteten den Besuch, darunter Gerd Geismann, Richard Gaßner, Christian Beyer und SPD-Stadt- und Kreisräte.
Maget betonte, er komme immer wieder gerne in die Oberpfalz. Dies sei schon alleine deshalb der Fall, weil die Eltern des gebürtigen Münchners Oberpfälzer waren. Er ließ sich anschließend von Erwin Rösel, Helmut Spies und Dr. Markus Lommer durch die historische Druckerei Seidel führen. Danach ging es weiter zur alten Synagoge, die derzeit aufgrund der Bauarbeiten jedoch nur von außen zu besichtigen ist.
Seite frisch gedruckt
Eine Vielzahl an SPD-Mandatsträgern nahm am Besuch teil. Maget wurde unter anderem von SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Göth und MdL Reinhold Strobl willkommen geheißen. Anschließend ließ man sich viel Wissenswertes rund um das Thema Druck und Satz berichten. Als kleines Highlight und Andenken an seinen Besuch erhielt Maget dann eine frisch auf dem berühmten "Heidelberger Tiegel" gedruckte Seite mit Grüßen aus der Herzogstadt. Der Münchner Gast zeigte sich tief beeindruckt und zollte Respekt für das außergewöhnliche Kulturprojekt, welches man mit dem Seidel-Saal in Sulzbach-Rosenberg geschaffen hatte.
Nicht ohne Stolz betonte Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer den durchgehenden Erfolg des Projekts. Dies zeige sich schon alleine an den außergewöhnlich guten Besucherzahlen.
Die erhoffte Marke von 4000 Personen im Jahr habe man bereits zum ersten halben Jahr überschritten. Dies belege, mit welch hohem Interesse die Kultur in der Herzogstadt wahrgenommen werde. Fast jede zweite Veranstaltung sei bereits im neuen Seidel-Saal angesiedelt. Und auch die Abendprogramme seien stets gut gefüllt und meist schnell ausverkauft. Deshalb bezeichnete Lommer die Kultur als "den Lebenssaft der Region". Nur so könne man Lebensqualität bieten und neue Menschen in die Stadt locken.
Erinnern und Begegnen
Im Anschluss besichtigte die Gruppe noch die alte Synagoge, die derzeit renoviert wird. Bürgermeister Gerd Geismann hob die Bedeutung der jüdischen Kultur in Sulzbach-Rosenberg hervor. Erfreulicherweise sei das Gebäude noch sehr gut erhalten.
Dr. Markus Lommer begründete dies damit, dass die Synagoge bereits vor den Novemberpogromen der Nazis 1938 unter Absprache der jüdischen Gemeinde und der Stadt Sulzbach in städtischen Besitz übergewechselt war. Offiziell galt sie von da an als Heimatmuseum. Daher wurde die Synagoge von den Zerstörungen durch die Nationalsozialisten verschont und ist bis heute für die Nachwelt erhalten.
Lommer führte aus, dass man dort nun vor allem zwei Intentionen verfolgen wolle: das Erinnern und das Begegnen. Zum einen soll in der Synagoge der herausragenden Leistungen der Juden für die Herzogstadt und Bayern gedacht werden.
Zum anderen wolle man jedoch auch christliche Dokumente ausstellen und somit eine direkte, interreligiöse Begegnungsstätte schaffen. Dort endete der offizielle Teil, bevor Maget und seine Begleiter sich noch zu Kaffee und Kuchen aufmachten.