Mit einer schriftlichen Anfrage an die Staatsregierung hat der Schnaittenbacher Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD) auf den eklatanten Mangel an Ersatzlehrern an bayerischen Schulen reagiert. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass ein 83jähriger Lehrer als Aushilfe in einer Waldmünchener Schule Unterricht geben musste, um eine geregelte Unterrichtsversorgung aufrechtzuerhalten.
„Der Lehrermangel in Bayern wird auf die Dauer unerträglich“, so Strobl, „Es kann nicht sein, dass Schulen, wenn eine Kollegin oder Kollege über längere Zeit ausfällt, auf eigene Faust Aushilfen organisieren müssen, weil ihnen staatlicherseits keine Ersatzlehrer zur Verfügung gestellt wird. Das ist eine untragbare Situation, die weit reichende Folgen haben kann und zwar zu Lasten der Schulleiter, Lehrer und Schüler.“
Auch in der Oberpfalz seien Schulen gezwungen, auf ihren Ideenreichtum zu bauen, wenn Not am Mann ist, anstatt zu hoffen, dass der Bayerische Staat seinem Bildungsauftrag gerecht würde und Ersatzlehrer bereitstelle, meint Strobl. „Schulen greifen bei Ausfällen auf Kollegen zurück, die längst im Ruhestand sind, verpflichten engagierte Eltern oder finden andere Freiwillige, die die Lücke überbrücken. Es ist zwar einerseits sehr zu begrüßen, dass es solch engagierte Mitbürger gibt, die in die Bresche springen, aber für die Staatsregierung, die die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten hat, ist das ein Armutszeugnis.“
Schon seit Jahren verweist die SPD-Landtagsfraktion sowie der Bayerische Lehrerinnen und Lehrerverband (BLLV) auf den akuten Lehrermangel hin, der seinen Ursprung im radikalen Sparkurs der Regierung hat. Strobl: „Wir fordern eine Unterrichtsgarantie für alle Schularten, die nur durch 2000 zusätzliche Lehrerstellen im Doppelhaushalt 2007/08 gesichert werden kann. Der Freistaat muss sich endlich zu seinen Verpflichtungen bekennen.“
Darüber seien eine aktuelle Bestandsaufnahme und Sofortmaßnahmen gegen den Lehrermangel unerlässlich, so der Bildungspolitiker: „Von der Staatsregierung will ich jetzt wissen, wie diese Leistungen der Ersatzlehrer eigentlich vergütet werden und wie solche Aushilfstätigkeiten sozial-, arbeits- und haftungsrechtlich gesichert sind. Auf die Antwort kann man nur gespannt sein.“
MdL Reinhold Strobl