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Löhne steigen – aber nicht für alle

Veröffentlicht am 30.06.2015 in Soziales

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung geht von einer weiter wachsenden Ungleichheit bei der Lohnentwicklung in Deutschland aus. Der Abstand zwischen der Hochlohnbranche und Niedriglohnjobs wird immer größer, warnen die Autoren.

Der Abstand zwischen hohen und niedrigen Arbeitseinkommen in Deutschland wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. In einer Studie zur Gehaltsentwicklung bis 2020 sagt die Bertelsmann-Stiftung für Beschäftigte in Hochlohnbrachen um bis zu sechsmal höhere Entgeltsteigerungen voraus als in einigen Dienstleistungsberufen. Zudem werden für Singles und kinderlose Paare höhere Zuwächse prognostiziert als für berufstätige Eltern und Alleinerziehende.
Zwar seien auch in den weniger gut bezahlten Bereichen reale Einkommenssteigerungen zu erwarten: Im Schnitt könnten die Arbeitnehmer bis 2020 mit einem Stundenlohnplus von zwei bis drei Euro brutto rechnen. Die wachsende Lohnkluft aber nehme zugleich Besorgnis erregende Ausmaße an, heißt es in der 50-seitigen Veröffentlichung.
Quelle: Frankfurter Rundschau

 

Anmerkung C.R.: Könnte es sein, dass diese nun prognostizierte Entwicklung eine Folge von früheren Empfehlungen der Bertelsmann-Stiftung ist?
In „Wikipedia“ ist über die angeblich gemeinnützige Bertelsmann-Stiftung Folgendes zu lesen:
„Nach Antritt der Regierung Schröder publizierte die Stiftung in der Zeitschrift Capital einen wirtschaftspolitischen Forderungskatalog für die ersten 100 Tage der Regierung. Dessen Inhalte:

  • In der Sozialversicherung sei es nötig, binnen zehn Jahren die Arbeitslosenversicherung abzuschaffen und Sozialhilfe weiter einzuschränken. Die Kürzungen in der Sozialhilfe wiederum mindere automatisch den damit verbundenen Mindestlohn. Sinke der Mindestlohn, dann diene dies der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Zugleich diene dies der Sanierung der Staatsfinanzen.
  • Die Senkung der übrigen Löhne um 15 Prozent und die Reduzierung des Kündigungsschutzes erlaube es Unternehmen, mehr Arbeiter und Angestellte einzustellen und damit die Arbeitslosigkeit zu dämpfen.
  • Die Lohnnebenkosten sollten mittelfristig vom Unternehmer ganz auf den Arbeitnehmer übertragen werden.

Die Stiftung behauptete, dass die Bundesrepublik Deutschland ab dem Jahre 2010 nicht mehr dazu in der Lage sein werde, für Renten, Krankenkosten oder Arbeitslosigkeit im bis dahin getragenen Maße aufzukommen. Der von 1998 bis 2005 amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder ließ sich, ebenso wie die ihn 2005 ablösende Bundeskanzlerin Angela Merkel, des Öfteren von Seiten der Stiftung beraten. Viele der Forderungen fanden Eingang in Schröders Agenda 2010 und schlugen sich im ALG II nieder.“

 

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