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"Männliche Überheblichkeit "

Veröffentlicht am 19.11.2015 in Kommunalpolitik

NEUMARKT. Der Kultursenat wollte Katharina von Pommern-Stolp nicht die Bedeutung zumessen, die die SPD für notwendig hielt. Die Genossen sind sauer.

Wir berichteten bereits ausführlich über den Antrag der SPD. Kurz nach der Sitzung des Kultursenats traf eine Stellungnahme der SPD ein, die von Fraktionsvorsitzender Ursula Plankermann unterzeichnet ist. Wir veröffentlichen die Stellungnahme im Wortlaut:

Nicht jeder hat die Historie als Steckenpferd. Deshalb ist es auch keine Schande, wenn man nicht weiß, welche Bedeutung Katharina von Pommern-Stolp für Neumarkt hatte. Aber dass die Frauen in der Geschichtsschreibung unterrepräsentiert sind, ist kein Geheimnis. Dies zu ändern war die Idee zu unserem Antrag, die Bedeutung der Katharina von Pommern-Stolp zu recherchieren und ihr eine angemessene öffentliche Präsenz zu geben.

Immerhin wurde ihr Gemahl Pfalzgraf Johann durch die Mitgift von Katharina von Pommern-Stolpe schuldenfrei und so konnten in Neumarkt nicht nur das Schloss, sondern auch die Hofkirche, St. Johannes und das Rathaus entstehen. Ihr gemeinsamer Sohn Christoph wurde zum König von Dänemark gekrönt.

Welche Stadt kann sich darauf berufen, einen König hervorgebracht zu haben? Vielleicht ein Pfund, mit dem die Stadt Neumarkt historisch wuchern könnte?

Wäre es nicht endlich an der Zeit, nicht nur Pfalzgraf Johann zu ehren, sondern auch seine überaus segensreich wirkende Gattin? Mit guter Recherche könnten wir Neumarkter ein neues Kapitel schreiben, auch was die Anerkennung der Frauen in der Geschichte anbelangt:

Da gibt es noch viel zu tun und es könnte richtig spannend werden. Aber leider hat im Kultursenat die männliche Überheblichkeit über den Geist gesiegt. Herr Meier von der UPW verstieg sich sogar zu der Behauptung, dass Katharina von Pommern-Stolp historisch gegenstandslos sei und laut Wikipedia schließlich Schnaps brennen, Salbei Anbau und das Anlegen von Weinbergen zu ihren Aufgaben zählte. Was für eine Geschichtsvergessenheit! Und was für einen unsägliche Einlassung.

Aber dass man noch nicht einmal wissen will, wie groß die Bedeutung der Katharina von Pommern-Stolp war, ist für Kultursenatsmitglieder ein Offenbarungseid.

Die Bemerkung, dass Katharina von Pommern-Stolp schließlich "nur" angeheiratet gewesen sei um damit deren historische Bedeutung herunter zu ziehen, spiegelt so viel provinzielle Unwissenheit wieder, dass man nur noch weinen kann.

Katharina von Pommern-Stolp hat es nicht verdient, von Provinzpolitikern lächerlich gemacht zu werden. Wir sind der festen Überzeugung, dass es gelingt, die Bedeutung der Katharina von Pommern-Stolp, Gemahlin von Pfalzgraf Johann, mit guter Recherche in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen und für Neumarkt eine wichtige historische Person zu würdigen.
neumarkt.online, 19.11.15

 

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