Bei einer kürzlich privat organisierten Reise nach Mali wurde an die Vertreter der Mali-Hilfe im Dorf Sanamba die Bitte herangetragen, den Bau einer Schule zu unterstützen. „Bildung ist eine wichtige Investition in die Zukunft und hat einen hohen Stellenwert in unserem Engagement der Hilfe zur Selbsthilfe“, stellt MdL Reinhold Strobl, stellv. Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Bayern Entwicklungshilfe Mali e.V., fest. Umso mehr freut es ihn und Vorstandsmitglied Adolf Schatz, dass diese Schule nun im Jahr des 25-jährigen Bestehens der LAG Mali-Hilfe realisiert werden kann.
In Mali sind laut einem Bericht der Welthungerhilfe 63 % der Männer und 88 % der Frauen Analphabeten. In ländlichen Gebieten liegt die Analphabetenrate noch höher. Die Einschulungsraten der Kinder spiegeln ebenfalls die ungleichen Bildungschancen der Geschlechter wieder. Lediglich die Hälfte aller Jungen und ein Drittel aller Mädchen besuchen eine Schule.
Oft scheitert, so Reinhold Strobl, die Einschulung der Kinder bereits an der fehlenden Infrastruktur und in abgelegenen Gebieten am Lehrermangel. Hinzu komme, dass die Eltern von ihrem ohnehin geringen Einkommen für Schulgebühren aufkommen müssen. Die aktuelle Bildungssituation im Dorf Sanamba sieht z.B. so aus, dass von 555 Kindern im schulpflichtigen Alter nur 352 die bestehende Grundschule besuchen. Das Schulgebäude hatte bisher drei Klassenzimmer, die hoffnungslos überfüllt waren. Drei Lehrer unterrichteten zwei Jahrgangsstufen gleichzeitig in einem Raum. Unter diesen Bedingungen konnte der Lehrplan nur lückenhaft erfüllt werden. Viele Schüler erreichen so das Klassenziel auch nicht oder brechen die Schule vorzeitig ab. Aufgrund des Platzmangels wurde ein großer Teil der Kinder, die auch aus den vier benachbarten Dörfen kommen, nicht eingeschult. Das betrifft insbesondere Mädchen: Nur 15 % der in Sanamba eingeschulten Kinder sind Schülerinnen.
Hier will die LAG Mali die Infrastruktur für bessere Lernbedingungen und Bildungschancen schaffen. Langfristig sollen mehr Kinder eingeschult werden und auch die Mädchen sollen mehr Zugang zur Elementarbildung erhalten. Es wurde jetzt ein weiteres Schulgebäude mit drei Klassenzimmern und einem Latrinenblock zur Verbesserung der hygienischen Grundstandards gebaut. Auch ein Verwaltungsgebäude mit Magazin zur Aufbewahrung von Lehrmitteln und Schuldokumenten wurde vorgesehen. Zur qualitativen Verbesserung des Unterrichts sollen drei weitere Lehrer eingestellt werden.
Ein solches Bauvorhaben war nur mit vereinten Kräften zu stemmen und erforderte von allen Beteiligten intensive Vorbereitung. Die Dorfbevölkerung von Sanamba stellte Grundstück und Arbeitskräfte zur Verfügung. Die örtliche Elternkooperative setzte sich erfolgreich bei der Kommune für die Kostenübernahme der zusätzlichen Lehrer ein. Damit waren bereits im Vorfeld die Fragen der Folgekosten geklärt.
Weitere Projekte in Mali sind in Planung. Seit Dezember 2006 fördert die LAG Mali Frauenorganisationen in 15 Dörfern der Kreisstadt Kati mit einem Kleinkreditfond. Im Dorf Awala leistet die LAG Mali einen Beitrag zur besseren Nahrungsmittelversorgung. Dort wird ein Gemüsegarten mit zwei Brunnen angelegt und eingefriedet. Um die Erweiterung des Gemüsegartens und einen weiteren Brunnen geht es auch im 200km von der Hauptstadt Bamako entfernten Bassibougou. Außerdem soll die Kampagne zur Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken der Mädchenbeschneidung in zehn Dörfern bei Dioila fortgesetzt und auf weitere Dörfer ausgedehnt werden. Dazu braucht die LAG Mali auch weiterhin die finanzelle Unterstützung durch Spender. Weitere Informationen über die Mali-Hilfe finden unsere Leserinnen und Leser unter www.lag-malihilfe.de . Der Reisebericht kann unter www.reinhold-strobl.de eingesehen werden.
In Mali unterstützen Sie mit Ihrer Spende von:
15 Euro eine von 30 Radiosendungen zur Sensibilisierung gegen die Beschneidung
18 Euro die Teilnahme einer Frau an der Alphabetisierung
31 Euro den Kauf einer Bank
76 Euro zwei Schubkarren
153 Euro ein Sortiment an Samen für einen Gemüsegarten
264 Euro einen Lehrgang mit Informationen über die Folgen der Beschneidung von Mädchen
633 Euro die Fortbildung des Schulkomitees
1050 Euro Gartengeräte und Samen als Startkapital für den Gartenbau
1637 Euro die komplette Einfriedung eines Gartens
2351 Euro den Bau eines Brunnens
4000 Euro einen Trinkwasserbrunnen
Spendenkonto: Mali-Hilfe (Kennwort Oberpfalz)
Raiffeisen-Volksbank Fürth
Konto-Nr. 59005
BLZ 76260451
Bild 1 Empfang:

Bei einem Besuch in Mali wurde die Bitte wegen eines Neubaus einer Grundschule an die Delegation herangetragen. Unser Bild zeigt Reinhold Strobl beim Besuch im Dorf Sanamba.
Bild 2 Schule:

Die Schulen in Mali haben eine einfachste Ausstattung. Rechts am Bild das Vorstandsmitglied der Mali-Hilfe, Adolf Schatz.
Bild 3 Neue Schule:

Für die Kinder von Sanamba wurde nun die Schule von den Einwohnern dieser Gemeinde mit finanzieller Unterstützung der Mali-Hilfe gebaut. Diese Schule besuchen auch Kinder aus den Nachbardörfern. In Kürze wird sie ihrer Bestimmung übergeben.