Im zurückliegenden Jahr konnte die LAG Mali-Hilfe eine neue Grundschule im Dorf Sanamba errichten. Über dieses Ereignis berichtete sogar das dortige Fernsehen. MdL Reinhold Strobl, welcher bei der letzten Jahreshauptversammlung der Mali-Hilfe wieder zum stellv.
Vorsitzenden gewählt wurde, ist mit seinem Vorstandsmitglied Adolf Schatz (Sulzbach-Rosenberg) erfreut darüber, dass diese Schule mit Spendengeldern und Geldern des Bundesentwicklungs-hilfeministeriums finanziert werden konnte. 63 Prozent der Männer und 88 Prozent der Frauen in Mali sind Analphabeten. Oft scheitert nach wie vor die Einschulung der Kinder bereits an der fehlenden Infrastruktur und in den abgelegenen Gebieten am Lehrermangel. Die Anregung von Strobl, an den Schulen kleine Bibliotheken mit Sachbüchern einzurichten, soll aufgegriffen werden.
Schwerpunkt der diesjährigen Projekte ist die Unterstützung des Gartenbaus in drei Dörfern. Damit soll die Nahrungs-mittelversorgung in abgeschiedenen Dörfern verbessert werden. Die Frauen können mit Überschüssen auf dem Markt Einkünfte erzielen. In den Dörfern Ouessebougou-Awala und Toulabougou sind insgesamt vier neue Brunnen mit einer Tiefe von rund 14 m entstanden. Die hoch motivierten Frauen und Männer hatten bereits in der Regenzeit mit der ersten Anbauphase begonnen. Allerdings führten die ungewöhnlich starken Niederschläge dazu, dass in Awala und Toulabougou ein Teil der Aussaat abgeschwemmt wurde. Die Gärtnerinnen ließen sich jedoch, so berichtet die Mitarbeiterin Gudrun Kahl, nicht entmutigen und kauften über ihre gemeinschaftlich verwaltete Kasse neues Saatgut.
Der zirkulierende Kleinkreditfonds (von der Mali-Hilfe initiiert) in Ouessebougou-Awala ist inzwischen angewachsen und wird regelmäßig zurückbezahlt. In der aktuellen Phase ist er an 43 Kreditnehmer vergeben, die in Solidaritätsgruppen organisiert sind. Er ermöglicht vor Ort Kleintierzucht und Kleinhandel. Im Ort Darsalam wird weiterhin am bis zu 30 m tiefen Brunnen gebaut. Hier wurden die Arbeiten während der Regenzeit im August aufgrund des extrem hohen Wasserstandes unterbrochen. Sie werden gegen Ende der Trockenzeit wieder aufgenommen.
Seit Juli dieses Jahres setzt die LAG Mali eine Informationskampagne zur Mädchenbeschneidung fort. Es gilt, die bisher erfolgreiche Überzeugungsarbeit zu stabilisieren und Vorurteile gegenüber "Unbeschnittenen" aufzulösen. Nach einer aktuellen landesweiten Studie ist der Anteil der beschnittenen Frauen in Mali von 91 % auf 85 % zurückgegangen. Er ist zwar immer noch sehr hoch, kennzeichnet jedoch eine hoffnungsvolle Tendenz. Einen kleinen Beitrag dazu leistet auch die Mali-Hilfe, welche die Aufklärungsarbeit dort fördert. Ein Lehrer fährt wöchentlich zehn Dörfer im Kreis der Kleinstadt Dioila ab, um dort mit der Bevölkerung über die Konsequenzen der Mädchenbeschneidung zu sprechen. Vormittags trifft er die Männer, abends die Frauengruppen. Inzwischen kommen die Bewohner weiterer Nachbardörfer auf ihn zu, um Informationen einzuholen. In diesem Jahr - so sein Fazit - wurde kein Mädchen in den zehn Dörfern beschnitten.

Ein neues Versammlungshaus der Frauen aus 15 Dörfern in der Kommune Kambila steht. Die Frauen sind hoch motiviert und treffen sich regelmäßig. Aktuell haben sie ihren Kreditfonds vollständig in die Seifenproduktion investiert. Gute Ergebnisse sprechen sich auch in Mali herum. "Aus Nachbardörfern haben wir", so Strobl, "bereits Anfragen, ob wir dort ähnliche Projekte nach dem Konzept der Selbsthilfe beginnen können." Weitere Informationen gibt es unter www.lag-malihilfe.de. Einen Reisebericht von Reinhold Strobl finden Sie auch unter www.reinhold-strobl.de.
Spendenkonto:
Raiffeisen-Volksbank Fürth, BLZ 762 604 51, Konto: 59 005
Bild 1: Reinhold Strobl mit den Frauen aus Sanamba bei einem Besuch in Mali in einem Gemüsegarten.
Bild 2: Unser Bild zeigt die Kinder von Sanamba vor ihrer neuen Schule
Reinhold Strobl, MdL (SPD)
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