
„Wir kämpfen wie gegen Windmühlen. Setzen Arbeitskraft und Geld ein. Im Winter räumen die Kormorane dann alles aus es ist niederschmetternd“ klagte Josef Wiesner aus Kastl von der Fischereigenossenschaft Lauterach.

„Wir kämpfen wie gegen Windmühlen. Setzen Arbeitskraft und Geld ein. Im Winter räumen die Kormorane dann alles aus es ist niederschmetternd“ klagte Josef Wiesner aus Kastl von der Fischereigenossenschaft Lauterach.
Vertreter von Fischereivereinen der Oberpfalz waren „Zum Schlosswirt“ nach Theuern gekommen, um mit MdL Heidi Lück, Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und Forsten im Bayerischen Landtag, MdL Reinhold Strobl und Bezirksrat Richard Gaßner „die Probleme Biber, Kormoran und Gänsesäger“ zu diskutieren, Lösungswege zu suchen.
Leider seien Fischer bei der EU-Diskussion, von der sie sich die Verabschiedung eines europäischen Kormoranmanagements erwartet hätten, nicht vertreten gewesen, kritisierte Eberhard Rösl, Präsident der oberpfälzer Fischereivereine. Die Ausdehnung der Abschusszeiten vom 1. August bis zum 31. März „wie in Hessen“, die Abschussmöglichkeit für Jungvögel das ganze Jahr über und die Verlagerung der Zuständigkeiten von der oberen auf die untere Naturschutzbehörde „was auch auch beim Biber ein flexibleres Handeln erlauben würde“, sei seine Forderung.
Frustriert zeigte sich auch Eberhard Riesch vom Fischereiverein Pyrbaum. Der kleine Verein könne die Kosten für Biberschäden nicht mehr aus Vereinsmitteln erwirtschaften, auch sehe er ein rechtliches Problem bei Personenschäden. „Wir wollen Kormoran, Gänsesäger und Biber nicht ausrotten“ versicherte Reinhard Wolfrath vom Sportanglerverein Weiden, „aber was zu viel ist, ist zu viel“. Beim Biber, der keine natürlichen Feinde habe und in atypische Lebensräume vordringe, müsse, so seine Überzeugung, regulierend eingegriffen werden. Die Heidenaab, einst Paradegewässer für Esche und Bachforelle, „wurde durch den Kormoran, den Reiher, den Gänsesäger aber auch den Mink kaputtgemacht hier gehört Abhilfe geschaffen, hier gehört eingegriffen“ betonte er. 100 Kilometer Flusslauf, davon 50 Kilometer der Donau bewirtschafte der Kreisfischereiverein Kelheim mit seinen 1200 Mitgliedern berichtete Albert Schäfer. „Aber die von Bad Abbach bis Kelheim gezählten 500 Kormorane fressen täglich fünf Zentner Fisch, das ist bei 100 Wintertagen ein Schaden von 100000 Euro“. Das verkrafte weder der mitgliederstarke Verein noch die Donau, so Schäfer. Gleiche Probleme seien auch bei den Teichwirten und den Beruffischern zu sehen, war aus der Versammlung zu hören und der Kastler Josef Wiesner toppte das Ganze: „Es kann doch nicht angehen, dass der Biber so überhand nimmt, dass er innerhalb des Orts schon Obstbäume anfrisst“.
Dass das natürliche Gleichgewicht nicht mehr vorhanden sei, hätten ihr die Vertreter der Fischereivereine drastisch dargelegt, so MdL Heidi Lück. „Das Problem muß behandelt werden, wo ein Überhang vorhanden ist da muß man regulieren da rennen sie bei mir offene Türen ein“. Auch sehe sie dafür im Landwirtschaftsausschuss dafür eine sachlichere und realistischere Sichtweise als im Umweltausschuss. Und MdL Strobl fügte an: „Um Baumschößlinge zu schützen, wurde das Rehwild stärker bejagt Fische aber haben keine starke Lobby. Hört der Umweltschutz am Wasserrand auf?“
zum Bild: MdL.Lück “Wir wollen den Kormoran nicht abschaffen, aber wir hätten die Verabschiedung eines europäischen Kormoranmanagements erwartet“ betonte Eberhard Rösl (links), Präsident der oberpfälzer Fischereivereine, in der Diskussion mit Bezirksrat Richard Gaßner, MdL Heidi Lück und MdL Reinhold Strobl (von rechts).
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