„Schwarz-Gelb steht für Atomstrom“ brachte es MdL Ludwig Wörner, umwelt- und energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, bei einer Gesprächsrunde im Zentrum für erneuerbare Energie- und Nachhaltigkeit (ZEN) auf den Punkt. Katastrophal sei für ihn das Gezerre der Regierungskoalition um die Photovoltaik. Bei der Energieeinspeisevergütung etwa wisse keine wie es weiter gehen werde. Die Reduzierung um 16 Prozent ab 1. Juli sei mit Regierungsmehrheit im Bundestag beschlossen, „ein Zuschlag zu der bereits für 1. Januar 2011 beschlossenen Kürzung.“ Wörner wies auf die Verknüpfung zwischen heimischer Wirtschaft und regenerativen Energien hin, beklagte „… bei Schwarz-Gelb ist diese Einsicht noch nicht gereift.“
Unverständlich sei für ihn, so ZEN-Fördervereinsvorsitzender Karl Müller, dass von der Kürzung der Einspeisevergütung gerade die Anlagen unter 30 kW, „also die kleinen Häuslebauer,“ betroffen seien „währen die Energiekonzerne mit ihren Atomkraftwerken weiter Milliarden einstreichen.“
Richtungweisend sei für ihn das ZEN-Motto „50 Prozent Energie einsparen, 50 Prozent alternativ erzeugen“ – ohne Komfort- und Mobilitätseinbuße, „und das ist möglich.“ MdL Wörner zustimmend: „Das ist nicht nur eine umweltpolitische, das ist eine sicherheitspolitische Debatte.“ Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aber auch Atomstrom mit Laufzeitverlängerung und ungeklärter Endlagerung mache erpressbar.“
Im Juni 2008 sei die „Gemeinschaft Bürgerwind Region Freudenberg,“ aus der im März 2009 die „Bürgerwind Region Freudenberg GmbH“ entstanden sei, gegründet worden, erläuterte Andres Wilczek MdL Manfred Wörner, der auf Einladung von MdL Reinhold Strobl ins ZEN gekommen war.
Die geplanten Bürger-Windkraftanlagen seien als Gemeinschaftsprojekte angelegt, böten die „historische Chance“ die Energieversorgung zu dezentralisieren, Teile in Bürgerhand zu geben – und damit ein Stück Einfluss auf die Energieversorgung von morgen zu nehmen. Zudem seien die Anlagen, von denen zwei zu je 2,3 Megawatt Ende 2011 ans Netz gehen sollen, eine langfristig sichere Wertanlage.
„Wir haben es geschafft einen Gegenpol zu schaffen, die Gemeinde hat die Zeichen der Zeit erkannt,“ so Wilczek. Lobende Worte dazu fand MdL Wörner, „denn die dort wohnen sollen auch das Geld damit verdienen, dann bleibt das Geld in der Region.“
Wer kategorisch nach dem St. Florians-Prinzip sage in Bayern wären Windkrafträder nicht möglich, nur an der Küste, bedenke nicht die notwendigen Leitungen „und deshalb fordern wir mit Nachdruck einen neuen Windatlas für Bayern.“
Vor Beginn der Gesprächsrunde führte ZEN-Geschäftsführer Gerhard Kopf durch die Ausstellungsräume, erläuterte die ausgestellten Objekte zur Energieeinsparung. „Wir beraten firmenunabhängig, legen jedoch Wert darauf, dass das Geld in der Region bleibt“ so Kopf. Nach Kreistagsbeschluss, ergänzte ZEN-Fördervereinsvorsitzender Karl Müller, werde das ZEN durch den Landkreis ab kommendem Jahr finanziell unterstützt. Bis jetzt sei die ZEN-Arbeit alleine durch den Förderverein getragen worden.
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MdL Wörner: Durch die ZEN-Ausstellung führte Geschäftsführer Gerhard Kopf vor dem Gespräch mit dem ZEN-Fördervereinsvorsitzenden Karl Müller und Andreas Wilczek, Vertreter der Bürgerwind Freudenberg, die Landtagsabgeordneten Manfred Wörner und Reinhold Strobl (von rechts).