„Wir werden uns diesem Vorschlag nicht unbedingt verschließen“ merkte Bürgermeister Norbert Probst bei einem Gespräch mit MdL Reinhold Strobl und Bezirksrat Richard Gaßner im Freudenberger Rathaus an, „ auch wenn unsere Gemeinde ein Radweg von Schnaittenbach über Hirschau nach Amberg nur bei Immenstetten tangiert“.
Sowohl Ambergs Oberbürgermeister als auch die Bürgermeister von Hirschau und Schnaittenbach sähen eine kurze Radwegverbindung von Amberg zum Kaolinpott positiv, betonte Strobl.
Zu einer Besprechung dieser Thematik werde er auch Bürgermeister Probst einladen, denn der Austausch mit Kommunalpolitikern sei ihm wichtig, „. . . nur so bekommt man mit wo der Schuh drückt“. Freudenberg selbst, schloss Bürgermeister Probst diesen Themenblock ab, plane den Gemeinderundradwanderweg auf 40 Kilometer Länge zu erweitern und an den Naabtal- und Vilstalradwanderweg anzuschließen.
Bezirksrat und Bürgermeister Gaßner sprach das Bauen von privilegierten Vorhaben im Außenbereich an und betonte „Die Landkreisbürgermeister haben Verständnis für die Probleme der Landwirtschaft. Die Situation aber ist für uns unbefriedigend, wir sind nur Vollzugsorgan“.
Die Privilegierung sollte ihre Grenzen haben, die Bürger mitreden können, „als Gemeinde sind wir meist machtlos“, stimmte Bürgermeister Probst zu. Fachstellen seien bei Grenzfällen gefordert.
Positiv sieht Freudenbergs Bürgermeister sowohl die Baufreudigkeit in der Gemeinde „wir haben in meiner Amtszeit 450 Bauplätze ausgewiesen, von denen 350 bebaut sind“, als auch die Schulsituation „die rege Bautätigkeit hat sich auf die Kinderzahlen positiv ausgewirkt, unser Altersdurchschnitt liegt unter dem Bayerns“.
So könne die Grundschule zweizügig, die Hauptschule einzügig geführt werden. Eine Kooperation mit den Schulen in Hirschau und Schnaittenbach sei angedacht.
Zwar liege die Gemeinde Freudenberg nur knapp hinter der Bevölkerungszahl der Stadt Schnaittenbach, „aber ich kann die ländlichen Strukturen unseres Gemeindegebiets mit 36 Orten und Weilern nicht mit städtischen vergleichen“ betonte Probst.
Ein großes Problem sei gerade für ländliche Gemeinden die Streichung der Kfz-Mittel für den Straßenausbau, „denn mit den Mitteln für die Instandhaltung können wir die Sanierungen der Gemeindeverbindungsstraßen nicht schultern. Wir müssen um das Nötigste zu machen Fremdmittel aufnehmen“. Voraussehbar sei, wenn auch die Entscheidung noch nicht gefallen sei, dass die AS 18 „auch aus ökologischen Gründen“ nicht um Schwand sondern durch Pursruck und das Tal mit Entschärfung der Kurven geführt werde, sagte er auf Strobls Frage zu Ausbau der Kreisstraße.
Keine Klagen gäbe es zum ÖPNV „beide Achsen werden gut bedient“, das Freudenberger Freibad sei bestens gelungen, die Übernachtungszahlen verlagerten sich mehr auf Ferienwohnungen „und wir haben eine gute Gastronomie“ berichtete Probst stolz aus seiner Gemeinde.
Auf die Glyptothek des Künstlers Wilhelm Koch von MdL Strobl angesprochen, meinte Probst „letztendlich ist die Akzeptanz durch die Bürger maßgeblich, bei einer Bürgerversammlung in Etsdorf stimmte eine Mehrheit dafür“.
Wenn die notwendige Infrastruktur und die Nachfolgelasten geregelt seien, sehe er auch im Gemeinderat eine Tendenz zu einer Zustimmung. Die DSL-Versorgung im Gemeindegebiet, die zusätzliche gemeindliche Belastung durch die Neuregelung für Gewässer zweiter Ordnung an 1. Januar 2009 und die finanziellen Fördermaßnahmen durch den Bezirk im kulturellen Bereich waren weitere Gesprächsthemen.
Zum Bild: „Ich habe Sorge, dass das aus dem Ruder läuft“ kritisierte Bürgermeister Norbert Probst im Gespräch mit MdL Reinhold Strobl (von links) und Bezirksrat Richard Gaßner, an dem auch die Freudenberger SPD-Gemeinderäte Rita Lukas und Gerhard Dotzler (von rechts) teilnahmen, die Streichung der Kfz-Mittel für den Straßenausbau.