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Mittelkürzungen gefährden die Erwachsenenbildung in der Oberpfalz

Veröffentlicht am 28.12.2005 in Landespolitik

Die Ankündigung der Bayerischen Staatsregierung, "die Erwachsenenbildung künftig nicht mehr finanziell zu unterstützen", stößt auf großes Unverständnis des kommunalpolitischen Sprechers der Oberpfalz-SPD, MdL Reinhold Strobl.

Er sieht sich hier in Übereinstimmung mit Vertretern der Volkshochschulen und auch des Arbeitnehmerbildungswerkes der KAB.

Alleine im Landkreis Amberg-Sulzbach, so MdL Reinhold Strobl, würden in Zukunft etwa 25.000 Euro für die Volkshochschulen fehlen, wenn sich die Staatsregierung durchsetzen könne. Ähnlich sei es bei den anderen Landkreisen in der Oberpfalz. Dabei hätten in den zurückliegenden Jahren die Volkshochschulen eine gute Arbeit gemacht. Die Bildungsangebote wurden ausgebaut. Jetzt die Gelder zu streichen, würde zu einer Mehrbelastung der Landkreise und der kreisfreien Städte oder zu einer Mehrbelastung der Kursteilnehmer führen. Angesichts der Globalisierung gerade Mittel bei der Erwachsenenbildung zu streichen, sei blanker Unsinn, so MdL Strobl, der auch Mitglied im Bildungsausschuss des Bayer. Landtages und des Landesvorstandes der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik ist. Lebenslanges Lernen sei wichtiger denn je. Die Staatsregierung, die sich immer mit dem Begriff "High-Tech-Land" brüste, befinde sich hier wieder einmal auf einem Irrweg.

Außerdem, so Strobl weiter, würde eine Mittelstreichung auch gegen geltendes Recht verstoßen und widerspreche dem Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung. Mit der Streichung der Landesmittel seien insbesondere kommunale Volkshochschulen auf dem Land gefährdet. "Gibt es eine preisgünstige Möglichkeit der Weiterbildung dann nur noch in Landkreisen, die viel Geld haben?", fragt Strobl weiter. Es könne aber nicht sein, dass die Menschen in der Oberpfalz auch hier noch gegenüber den Ballungsräumen bzw. finanzstarken Städten benachteiligt würden. Außerdem drohe auch ein Verlust von Arbeitsplätzen für feste und freie Mitarbeiter bei den verschiedenen Bildungseinrichtungen und ein Verlust von Bildung für alle. Strobl erinnert auch daran, dass der CSU-regierte Freistaat im Vergleich zu anderen Bundesländern für die Erwachsenenbildung weniger Geld ausgibt. Die Teilnehmer tragen bei den Volkshochschulen schon jetzt 50 Prozent, die Kommunen mehr als 30 Prozent sowie der Bund und die EU über 13 Prozent der Weiterbildungskosten. Der Freistaat finanziere schon jetzt nur rund sieben Prozent durch Zuschüsse dazu.

Mit Markus Nickl, dem ABW-Geschäftsführer, ist sich Reinhold Strobl einig: "Die ständigen Forderungen nach lebenslangen Lernen braucht auch die entsprechenden Mittel, damit Menschen in einer sich rasant entwickelnden Gesellschaft über die gesamte Lebensspanne ständig neu zum Lernen herausgefordert sind. Mit einem Rückzug aus der Förderung der Erwachsenenbildung würde sich der Freistaat seiner Verantwortung für das lebenslange Lernen entziehen."

 

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