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"Nicht schwafeln, liefern"

Veröffentlicht am 24.05.2017 in Kommunalpolitik

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß beim Jahresempfang der SPD Sulzbach-Rosenberg

Die SPD versteht sich als eine Kraft, die für Bewegung steht - auch in schwierigen Zeiten. Ihre Kernkompetenz sieht sie in der Sozial- und Arbeitspolitik. Beim Jahresempfang machten die Redner dies vor 150 Gästen deutlich. Der Weidener Rathauschef Kurt Seggewiß sparte aus anderen Gründen nicht mit Lob.

Für den SPD-Ortsverein nahm die starke Besucherzahl im Capitol zunächst Vorsitzender Achim Bender als gewaltigen Rückenwind für kommende Aufgaben und Wahlen wahr. Die Ursache für die vielfältigen Erfolge der sozialdemokratisch geführten Kommune sah er deshalb zu einem großen Teil auch in der ehrenamtliche Arbeit der Vereine und Verbände begründet, ohne die "Gesellschaft" nicht funktionieren könne.

Starke Leistungen

"Mit dem Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß ist heute einer der bekanntesten bayerischen SPD-Kommunalpolitiker zu uns gekommen", freute sich Bender auf die Ausführungen des Referenten. Und der wusste gleich eingangs, "dass sich der Mensch über die Arbeit definiert". Deshalb müsse der Schlot rauchen, was als sozialdemokratisches Credo gelte. Damit erinnerte der Rathauschef der Nachbarstadt daran, dass grundsätzlich gute und sichere Arbeitsplätze für die Menschen vorhanden sein müssen, um in einer Kommune handlungsfähig zu bleiben.

Als Beispiel diente das Grußwort von Bürgermeister Michael Göth: Dieser hatte in seinen Ausführungen auf die gegenwärtig niedrigste Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent, einen Höchststand mit 8826 sozialversicherungspflichtig Beschäftigen, Schuldentilgung von einer Million Euro bei gleichzeitig hohen Investitionen in Schulen, Kitas, Feuerwehren, Gewerbegebiete und Bauplätze verwiesen.

"Diese starken Leistungen in Sulzbach-Rosenberg belegen die hervorragende Arbeit von Bürgermeister Michael Göth und seiner Vorgänger", führte der Oberbürgermeister aus.

Solche kommunalpolitischen Erfolge sah Kurt Seggewiß auch in anderen SPD-dominierten Städten und Gemeinden im Freistaat bestätigt. Wichtig sei für ihn bei allen Errungenschaften aber immer der gerechte Umgang mit den Menschen auf allen Ebenen, die gerade auch im Ehrenamt der Gesellschaft enorme Dienste erweisen und sie bereichern.

Der Weidener Oberbürgermeister mahnte Toleranz im täglichen Leben an, warb für Aufnahme von Flüchtlingen und Zuwanderung, sah eine enorme Schieflage bei der Verteilung des Reichtums, warnte vor Europa-Skepsis und verwies auf das hohe Gut der Pressefreiheit, dass in der Welt und im Inland von manchen Extremisten in Frage gestellt werde. "Die Kommune ist da, wo der Mensch den Staat am stärksten spürt. Deshalb ist es wichtig, dass dort der Zusammenhalt groß ist und die Politiker für gute Rahmenbedingungen sorgen." Kurt Seggewiß zählt dazu unter anderem faire Renten, gute soziale Leistungen oder ausreichende Bildungsangebote und genügend Kindertagesstättenplätze.

Nicht verkünstelt

Politiker sollten auch nicht in einer neuen Sprache verkünstelt schwafeln, sondern liefern. "Wenn Menschen nicht verstehen, sind sie viel offener für die einfachen Ansagen der Populisten", gab der Referent zu bedenken. "Im nächsten Jahr wird die Bayern-SPD 125 Jahre alt, deshalb müssen die Sozialdemokraten, die ja die nächsten Wahlen gewinnen und mitregieren möchten, dafür sorgen, dass Deutschland ein sozialgerechtes Antlitz behält."

Für die musikalische Umrahmung des Jahresempfangs sorgte die Band "Come together" von der Städtischen Sing- und Musikschule. Unter der Leitung von Leif Wiesmeth trat sie mit Jessica Schmid, Milena Rinas, Jack Lukas, Noel Fickler und Jonas Bücherl an. Ihre Nummern bedachte das Publikum im Capitol mit sehr viel Applaus.

 

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