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Nichteinstellung von Gymnasialreferendaren und große Klassen

Veröffentlicht am 24.01.2010 in Bildung

Richtig erschrocken ist der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl über die Klassengrößen an den Schulen im Landkreis und in der Stadt Amberg, die ihm aufgrund einer Anfrage vom damaligen Staatsminister Siegfried Schneider vor zwei Jahren mitgeteilt wurden. Dabei war damals schon auffallend, dass man es gerade bei den Realschulen und Gymnasien mit den größten Klassen zu tun hatte. Seitdem hat sich nicht viel geändert. Es wisse jeder, so Strobl, dass kleine Klassen die Grundlage für eine dringend notwendige Realisierung der individuellen Förderung und für gerechte Bildungschancen sind. Auch die immer wichtigeren Erziehungsaufgaben des Lehrpersonals an den Schulen würden kleinere Lerngruppen erfordern. Deswegen müsse nach Ansicht der SPD das Ziel „keine Klasse über 25“ zum wichtigen Bildungsziel in Bayern werden.

Richtig sei, so Strobl, dass allein kleinere Klassen noch keine Garantie für den Lernerfolg seien. Für manche Klassen mit schwieriger sozialer Zusammensetzung könnten Klassen mit 20 Schülern und Schülerinnen schon zu groß sein. Richtig sei ebenso, dass es auch auf einen guten Unterricht ankomme, wenn Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden sollen.

Insofern sei den Schulen grundsätzlich auch mehr Kompetenz und Flexibilität bei der Einteilung der Klassengrößen einzuräumen. Richtig sei auf jeden Fall, dass kleinere Schulklassen kombiniert mit einem guten und abwechslungsreichen Unterricht bessere Voraussetzungen für den Lernerfolg der Schüler/innen bieten. Kleinere Klassen seien nachweislich auch ein wichtiger Faktor für die dringend notwendige Verbesserung der Motivation des Lehrpersonals und der Lehrergesundheit.

Der SPD-Abgeordnete weist darauf hin, dass kleinere Klassen in den Grundschulen die Leistungen im Lesen und in der Mathematik verbessern, Klassenwiederholungen und Leistungsunterschiede verringern. Dies hätten Studien in den USA, die vom deutschen Grundschulverband zusammengefasst wurden, eindeutig ergeben. Auch an weiterführenden Schulen sei der bessere Lernerfolg in kleineren Klassen nachgewiesen, wenn das Lehrpersonal die Vorteile nutze.

Interessant sei, so Strobl, dass in einer US-Studie nachgewiesen wurde, dass Schülerinnen und Schüler, die aus kleinen Klassen kommen, auch als Studentin bzw. Studentinnen bessere Leistungen zeigen als Mitstudenten aus größeren Klassen. Eine Studie der Universität Passau habe nachgewiesen, dass sich kleinere Klassen positiv auf das Lern- und Sozialklima auswirken. Dies steigere die Lernbereitschaft und die Motivation von Schüler/innen und Lehrer/innen und verbessere den Lernerfolg. Eine individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers sei in großen Klassen eine Illusion.

Hier ist sich Strobl einig mit allen Lehrerverbänden. Alleine der Aufwand für Korrekturen, Prüfungen, soziale Unterstützung verhindere die so dringend notwendige individuelle Unterstützung jedes einzelnen Schülers. Eine durch die Universität Kassel durchgeführte Studie belege, dass der größte Belastungsfaktor für die Lehrer die zu großen Klassen seien. Insofern seien kleinere Klassen auch ein gutes Mittel, die Frühpensionierungen von Lehrkräften zu reduzieren und Studierende zu motivieren, den Lehrberuf zu ergreifen.

Es müsse endlich damit begonnen werden, so Strobl, das Ziel „keine Klasse über 25“ zu realisieren. Wer sich – so wie die Staatsregierung – mit Klassengrößen mit 33 oder 34 Schüler/innen zufrieden gibt, hat bildungspolitisch verloren. Die Zahlen aus dem Landkreis und der Stadt Amberg würden belegen, wie notwendig und wichtig es sei, mehr Lehrkräfte einzustellen und für kleinere Klassen zu sorgen. Deshalb ist es für den SPD-Abgeordneten unverständlich, dass im Februar nur etwa 50% (300) aller Gymnasialreferendare in den Schuldienst übernommen werden sollen. Strobl weist darauf hin, dass der Lehrermangel an Bayerns Gymnasien selbst gemacht sei.

Es sei unbegreiflich, warum die Staatsregierung nicht ausreichend Planstellen zur Verfügung stellt. Angesichts der großen Klassen sei es geradezu unverantwortlich, die ausgebildeten Lehrer nicht einzustellen, obwohl sie gebraucht werden. Jetzt auch noch die Mittel im Nachtragshaushalt für Unterricht und Kultus gegenüber dem früheren Ansatz um 20 Mio Euro zu kürzen, zeige nicht gerade davon, dass die Staatsregierung der Bildung unserer jungen Menschen den gebührenden Stellenwert einräumt.

Reinhold Strobl, MdL (SPD)
Birkenweg 33
92253 Schnaittenbach

Tel. 09622 - 70 36 36
Fax: 09622 - 70 36 35
Internet: www.reinhold-strobl.de

 

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