"Politikverdrossenheit? Nein danke!". Diskutierfreudigkeit mit Interesse an politischen Abläufen und den Aufgaben eines Abgeordneten zeigten die 22 jungen Frauen und Männer der Klasse 11b des Erasmus-Gymnasiums im Gespräch mit Landtagsabgeordnetem Reinhold Strobl.
"Im ältesten Gymnasium der Oberpfalz mit einer über 380-jährigen Geschichte", wie Schulleiter Oberstudiendirektor Walter Brunner im Vorgespräch hervorgehoben hatte.
Den Abgeordnetensessel im Plenarsaal des Maximilianeums mit dem Lehrerpult werde der Abgeordnete tauschen, stellten die Lehrkräfte Christa Joos und Margit Nenning den Schülern Strobl vor, mit ihnen diskutieren, Fragen beantworten.
Und die jungen Leute ließen sich nicht lange bitten: "Wie kann man in einem schwarzen Land wie Bayern Mitglied der alten Partei SPD werden?", so die etwas provozierende Frage, nachdem der Abgeordnete zum 60-jährigen Bestehen des modernen Freistaats Bayern nach dem Krieg stolz auf den Sozialdemokraten Dr. Wilhelm Högner als "Vater" der Bayerischen Verfassung verwiesen hatte. "Wie wird das klappen, wenn sich 2011 zwei Abiturjahrgänge um Studienplätze an den Universitäten bewerben?" wurde die Ad-hoc-Einführung der G8 durch den Bayerischen Ministerpräsidenten und deren nicht immer positiven Auswirkungen auf den Schulbetrieb kritisch hinterfragt.
Strobls Arbeit im Parlament, seine Aufgaben in den Ausschüssen für Bildung, Jugend, Sport und für Fragen des öffentlichen Dienstes, aber auch seine Abgeordnetentätigkeit vor Ort und sein Einsatz für die sie "Mali-Hife", waren Ansatzpunkte für einen weiteren Fragenkatalog.
Dass ihm das Engagement Jugendlichen in Parteien und Jugendgruppen wichtig sei, konnte der Abgeordnete bestätigen, denn "junge Menschen müssen ihre Zukunft auch selbst in die Hand nehmen". Kritisch sehe er hierbei die Verlängerung der Arbeitszeit, welche neben Beruf und Familie wenig Freiräume für die Mitarbeit in Vereinen und Parteien lasse.
Den Weg vom einfachen Parteimitglied zum gewählten Abgeordneten, die unterschiedliche Gewichtung der Zweitstimmen bei Landtags- und Bundestagswahlen konnte MdL Strobl nur noch kurz anreißen, dann schellte die Glocke, die Stunde war zu Ende – die Ausgabe der Zwischenzeugnisse stand an. Und dann hieß es für die Schüler "ab in die Faschingsferien".
zum Bild: Den Abgeordnetensessel im Plenarsaal des Maximilianeums mit dem Lehrerpult in der Klasse 11b des Erasmus-Gymnasiums tauschte MdL Reinhold Strobl und stellte sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler